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Hauptausschuss diskutiert über die Pläne zum Ärztehaus – Fällfrist bis 28. Februar

»Es gibt eine gewisse Dringlichkeit«

Espelkamp (WB). Das geplante Ärztehaus und der damit einhergehende Plan, die Baumreihe an der Beuthener Straße zu beseitigen, beschäftigt weiterhin die Politik.

Felix Quebbemann

Noch steht die Baumreihe entlang der Beuthener Straße. Nach Angaben von Matthias Tegeler sehen die Pläne für das Ärztehaus aber vor, dass die Bäume für Stellplätze weichen müssen. Und dies sei auch »zuende verhandelt«. Foto: Felix Quebbemann

André Stargardt, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, sprach das Thema zum Ende des Hauptausschusses am Mittwochnachmittag erneut an. Er machte die Verwaltung darauf aufmerksam, dass die Politik vor nicht allzu langer Zeit im Stadtentwicklungsausschuss die künftige Freiraumplanung in der Stadt verabschiedet habe.

Freiraumkonzept

»In dem Freiraumkonzept sind Grünfinder und Transiträume angesprochen«, erklärte Stargardt. »Die Beuthener Straße findet sich darin überall wieder.« Das Konzept wurde erst im Oktober des vergangenen Jahres verabschiedet. Stargardt kritisierte, dass es doch zu dem Freiraumkonzept einen Beschluss gebe und dieser auch einstimmig gefasst worden sei. Er stellte die Frage, welche Bedeutung Beschlüsse noch hätten, wenn sie eine so kurze Halbwertszeit hätten.

Matthias Tegeler, zuständiger Fachbereichsleiter in der Verwaltung, erklärte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass das Freiraumkonzept lediglich Ziele formuliere und Empfehlungen gebe. Bei wichtigen Entwicklungen müsse man aber eine Einzelfallentscheidung treffen. Und dies sei beim Thema Ärztehaus der Fall.

Medizinische Grundversorgung

Tegeler machte deutlich, dass man auf Seiten der Stadt zwischen dem Handlungsbedarf im Bereich medizinische Grundversorgung und dem Erhalt der Baumreihe abwägen müsse. Und da seien die Würfel gefallen. Mit dem Ärztehaus sollen zwei Ziele verfolgt werden, so Tegeler – zum einen bestehenden Arztpraxen eine Zukunft geben und zum anderen neue Ärzte nach Espelkamp holen.

»Wir haben zuende verhandelt. Man kann sich jetzt nicht mehr einzelne Dinge herauspicken«, sagte Tegeler weiter. Die Pläne für das Ärztehaus seien sehr komplex. »Und es hängt alles miteinander zusammen.« Damit sind auch die 117 Parkplätze gemeint, die zum Teil eben dort entstehen sollen, wo gerade die Baumreihe steht.

Zukunft der Baumreihe

Seit der Vorstellung der Pläne zum Ärztehaus gab es Diskussionen um die Zukunft der Baumreihe, die auf dem Baugebiet entlang der Beuthener Straße steht. In den Verhandlungen mit der Verwaltung und dem Investor wurde beschlossen, rund um das Ärztehaus 117 Stellplätze für die Kunden vorzuhalten. Das bedeutet jedoch, dass die Bäume, die beim Abriss der Ostlandschule einen Bestandsschutz bekommen haben, verschwinden müssen.

Pikant an diesem Detail ist: Soll das Ärztehaus »Medici« bereits im Jahr 2020 an den Start gehen, müsste mit dem Bau in diesem Jahr begonnen werden. Bäume jedoch dürften nur bis zum 28. Februar gefällt werden und dann erst wieder ab dem 1. Oktober – es sei denn, man holt eine Ausnahmegenehmigung ein, wie das zum Beispiel bei den Arbeiten in der Weingartenstraße in Lübbecke vor etwa zwei Jahren geschehen ist.

Pläne liege noch aus

Derzeit liegen die Pläne für den Bau des Espelkamper Ärztehauses offen aus. Noch bis zum 11. März können die Bürger sich über das Projekt informieren und Stellungnahmen abgeben. Die Baumfällungsfrist jedoch endet am 28. Februar. Matthias Tegeler erklärte zu diesem Sachverhalt, »dass es da eine gewisse Dringlichkeit gibt. Das muss man berücksichtigen«. Er könne aber nichts dazu sagen, ob die Bäume bereits vor dem 1. März gefällt werden könnten.

André Stargardt sagte gegenüber dieser Zeitung, dass man mit Blick auf diese Daten und die bevorstehende Ratssitzung am Mittwoch, 20. Februar, ja durchaus den Bebauungsplan auf den Weg bringen könne. Aber dann sollte man doch die Bäume an der Beuthener Straße herausnehmen, »da es dort ja noch Klärungsbedarf gibt«. Dieser Alternative aber stellte sich der Bürgermeister im Hauptausschuss entgegen. Denn auch er erklärte wie Tegeler: »Das Ding ist ausverhandelt.«

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