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Weltdiabetestag: Hausärzte und der Lions-Club informieren über die heimtückische Krankheit

„Es kommt noch einiges auf uns zu“

Espelkamp

Der Weltdiabetestag will auf eine der Volkskrankheiten in Deutschland und in der Welt aufmerksam machen. Espelkamper Mediziner und der Lions-Club informieren über die Ursachen von Diabetes und über Präventionsmaßnahmen.

Felix Quebbemann

Immer wieder machen Mediziner darauf aufmerksam, dass es neben dem Coronavirus auch die „normalen Krankheiten“ noch gibt. Die machen ja nicht einfach wegen der Pandemie Pause.

Die Espelkamper Hausärzte Dr. Kilian Bömeke, Dr. Andreas Hosp und Dr. Bernd Frodermann zum Beispiel weisen darauf hin, dass es in Deutschland derzeit mehr als sieben Millionen Diabetes-Kranke gibt. Rechtzeitig zum Welt-Diabetes-Tag an diesem Samstag, 14. November, sagen sie, dass die Krankheit sehr eng verknüpft ist mit dem Wohlstand in der Gesellschaft.

Unterstützung beim Kampf gegen diese Volkskrankheit erhalten die Mediziner übrigens vom Lions-Club Rahden-Espelkamp, der sich ebenfalls im Kampf gegen Diabetes engagiert.

„Es gibt zwei Arten von Diabetes. Gegen den Typ 1 kann man nicht viel machen, der ist genetisch bedingt“, erklärt Bömeke. Typ 2 aber sei in den häufigsten Fällen „angefuttert“. Dies sei eben mit dem steigenden Wohlstand in der Gesellschaft zu erklären, so Bömeke weiter.

Zu viele Tätigkeiten am Computer und mangelnde Bewegung unterstützten diese Entwicklung zunehmend. „Da wird noch einiges auf uns zukommen.“

Als erste Ansprechpartner beim Verdacht auf Diabetes gelten die Hausärzte. „Wir sind da gut aufgestellt“, sagt Bömeke, der mit Frodermann und Hosp eine Praxis im neuen Ärztehaus Medici betreibt.

Als beste Prävention nennen die Mediziner die drei Schlagwörter Aufklärung, Bewegung und Ernährung. Anzeichen für Diabetes seien zum Beispiel großer Durst, verstärkter Harndrang und Müdigkeit.

Als häufigste Ursachen für Diabetes – die auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird – gelten Übergewicht, zu wenig körperliche Bewegung sowie erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck.

Dass die Folgen von Diabetes schwerwiegend und auch tödlich sein können, betonen die Mediziner ebenfalls. So könne die Krankheit zur Erblindung des Patienten führen sowie zu Herz-Kreislaufproblemen. Auch Fußamputationen seien Folgeerscheinungen.

Ein Check-Up alle drei Jahre, bei dem Blut und Urin auf erhöhte Werte geprüft werden, könne zur Vorbeugung dienen. Dazu nennen die Mediziner auch Bewegung und eine fettärmere, gesunde Ernährung. Dr. Bömeke spricht von einer „Modifikation des Lebensstils“. Wenn sich ein Betroffener frühzeitig an seinen Arzt wende, und seinen Lebensstil ändere, könne das die Krankheit verlangsamen oder gar verhindern. Alleine durch die Schulung betroffener Patienten „haben wir es schon häufig erlebt, dass Medikamente gar nicht mehr notwendig waren“.

Einen starken Partner haben die Mediziner mit dem weltweit tätigen Lions-Club an ihrer Seite. Seit dem Jahr 2000 beschäftige sich der Club mit der heimtückischen Krankheit. Zum Weltdiabetestag hat der Lions-Club auf seiner Homepage eine Sammel-Aktion initiiert.

Es werden die Minuten gezählt, die sich die Homepage-Besucher mit Informationen, Videos und anderen Aktionen zu Diabetes, die bereitgestellt wurden, beschäftigen.

Frank Lübeck, Vorsitzender des Lions-Club Rahden-Espelkamp, weiß: „Informationen sind bei Diabetes unheimlich wichtig.“ Ziel ist es, dass die Besucher der Lions-Club-Seite insgesamt 100.000 Diabetes-Info-Minuten sammeln. Bis Redaktionsschluss hatte der Club bereits mehr als 70.000 Minuten auf dem Zähler stehen.

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