1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Espelkamper Jugendbeirat vor dem Aus

  8. >

Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt erläutert im Ausschuss stetige Abwärtsbewegung

Espelkamper Jugendbeirat vor dem Aus

Espelkamp

Mangels Beteiligung sind die Treffen für den Espelkamper Kinder- und Jugendbeirat vorerst ausgesetzt worden. Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt zeichnete auch kein optimistisches Bild von der Entwicklung des Gremiums.

Von Felix Quebbemann

Ob im Ratssaal Espelkamp jemals wieder ein Treffen des Kinder- und Jugendbeirates abgehalten wird, ist fraglich. Foto: Felix Quebbemann

Kinder- und Jugendbeirat sollte für den Nachwuchs eine Gelegenheit sein, an der Gestaltung Espelkamps mitzuwirken. Die Ausführungen von Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt im Ausschuss für Generationen, Sport und Vereinswesen im Bürgerhaus jedoch lässt vermuten, dass das Gremium vor dem Aus steht.

Inoffizieller Charakter

Denn er trug vor, dass die eigentlich regelmäßigen Sitzungen des Gremiums vorerst ausgesetzt wurden – mangels Beteiligung. Engelhardt ließ den Start des Beirates kurz Revue passieren. 2019 sei er mit 14 Teilnehmern gestartet. „Von diesen 14 Teilnehmern hat die Hälfte engagiert mitgearbeitet.“ Dann aber sei Corona gekommen. Und die Pandemie habe zu einem „richtigen Bruch geführt“. An der Neuwahl zum Kinder- und Jugendbeirat hätten sich trotz intensiver Werbemaßnahmen nur wenige beteiligt. „Wir haben Flyer auf den Markt geschmissen. Es wurde ein Werbespot auf Instagram gepostet.“ Doch das Interesse blieb gering. Beim ersten Treffen eines möglichen neuen Beirates seien 5 Delegierte erschienen, plus zwei, die jedoch laut Satzung zu jung waren. „Aber von den Teilnehmern waren nicht alle freiwillig da“, sagte Engelhardt. Zu einem offiziellen Start des neuen Beirates seien acht Vertreter notwendig gewesen. Die Treffen erhielten inoffiziellen Charakter. Es fanden sich zwischenzeitlich zwar drei neue Interessenten, vier andere aber sprangen ab.

Frank Engelhardt

„So sieht die Lage aus“, sagte Engelhardt. In den inoffiziellen Treffen kristallisierte sich zudem heraus, dass die Jugendlichen „keine dringenden Anliegen haben. Die Treffen mit zwei oder drei Vertretern waren für alle sehr frustrierend, so dass wir diese Treffen erstmal abgebrochen haben“, führte Engelhardt weiter aus. Der Stadtjugendpfleger machte in der Corona-Pandemie den Hauptgrund für die jetzige Situation aus. Dadurch habe es zum Beispiel keine vernünftige Übergabe der alten Beiratsmitglieder an die neuen geben können. Am Ende seiner Ausführungen sprach Engelhardt davon, „das Konzept noch einmal zu überdenken und einen neuen Versuch zu starten“. Er habe sich bei anderen vergleichbaren Gremien umgeschaut und dort andere Zielrichtungen ausgemacht. Viele Jugendbeiräte würden vornehmlich eigene Aktionen initiieren und weniger Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen wollen. Selbst „super Aktionen“ wie Videos zur Bürgermeisterwahl oder zum Klimaschutz, hätten auf den Social-Media-Plattformen nur wenige Klicks erzielt, so Engelhardt. Die Arbeit im Beirat würde zudem Zeit erfordern. Engelhardt aber sagte: „Die Kids schieben nicht nur Langeweile.“ Sie hätte neben Schule und anderen Freizeitaktivitäten nur ein kleines Zeitfenster.

August-Wilhelm Schmale

Die Politiker nahmen die Ausführungen schweigend zur Kenntnis. CDU-Ausschussvorsitzender August-Wilhelm Schmale zeigte sich überrascht über die Entwicklung. Der Start des Gremiums sei nicht schlecht gewesen. Er könne sich auch nicht erklären, woran es nun liege. „Am Ende hat es sich tot gelaufen.“ Wer Ideen zur Belebung des Gremiums habe, könne diese jederzeit gerne mitteilen, so Schmale zum Abschluss.

Startseite
ANZEIGE