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Einsatz am Merkur-Casino in Espelkamp – Tiere sitzen in Zwischenwand fest

Feuerwehr rettet fünf Kätzchen

Espelkamp (WB/fq). Dass kleine Kätzchen verspielt sind, ist bekannt. Dass aber fünf gerade vier Wochen alte Kätzchen schon in so jungen Jahren die Nähe zu einem Spielcasino suchen, ist nun doch sehr verwunderlich.

Die fünf Geschwister haben im Tierheim Lübbecke vorerst ein neues Zuhause gefunden. Gerade einmal vier Wochen jung sind die Tiere, als die Feuerwehr sie aus der Zwischenwand des Casinos rettet. Die Kätzchen sind schwer verschnupft und müssen erstmal aufgepäppelt werden. Foto: Quebbemann

Niedlich und amüsant

Was sich im ersten Moment niedlich und amüsant anhört, hat nun einen Feuerwehr-Einsatz notwendig gemacht. Denn die Espelkamper Feuerwehr ist am Sonntagmittag ausgerückt, um die Vierbeiner aus einem Hohlraum zwischen Außenfassade und Grundmauer am Merkur-Casino in der Breslauer Straße zu retten.

Im Gebäude hätten Gäste und Angestellte Miau-Laute gehört, erklärte Volker Dau, Pressesprecher der Espelkamper Feuerwehr, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Feuerwehr wurde alarmiert und drei Einsatzkräfte rückten aus, um den herzzerreißenden Klagelauten auf die Spur zu kommen. Es dauerte nicht lange, da wurde schnell klar, dass sich junge Katzen in einer Zwischenwand des Gebäudes befanden.

Passendes Werkzeug

Kurzerhand griffen die Feuerwehrleute zum passenden Werkzeug und entfernten vorsichtig die Außenverkleidung. Es dauerte nicht lange, da steckten schon zwei Kätzchen ihre Köpfe ins Freie. Kurze Zeit später wurde auch Kätzchen Nummer drei aus dem Versteck, das sich aufgrund des warmen Wetters schon sehr aufgeheizt hatte, gerettet.

Mit viel Tierliebe und Futter gelang es letztlich auch, Kätzchen Nummer vier und fünf herauszulocken – und in Sicherheit zu bringen. Fünf Leben seien gerettet worden, erklärte Dau und betonte: »Die Kollegen haben sich sehr viel Mühe gegeben und lange an der Verkleidung gebastelt.« Etwa drei Stunden dauerte der Einsatz.

Ungewöhnlicher Einsatz

Zwischenzeitlich war auch der Tierheim-Notdienst aus Lübbecke eingetroffen. In dessen Obhut wurden die putzigen aber erschöpften Vierbeiner übergeben. Die Feuerwehr brachte die Verkleidung wieder an und Dau sagte, dass es schön sei, nicht immer zu einem Brand gerufen zu werden, sondern bei diesem ungewöhnlichen Einsatz das Leben von fünf Kätzchen gerettet zu haben.

Die Jungtiere – drei Mädchen und zwei Jungen – befinden sich im Tierheim Lübbecke. Zwei Tage lang waren die Pfleger auch auf der Suche nach der Mutter. Es wurden drei verwilderte Katzen eingefangen. Die Bestätigung, ob es sich bei einer der Katzen tatsächlich um die Mutter handelt, steht noch aus.

»Böser Schnupfen«

Tierpflegerin Laura Nedderhoff sagte mit Blick auf den Fundort der Kätzchen, dass »dies schon ein Spezialfall ist«. Es komme zwar häufiger vor, dass die Feuerwehr gerufen werde, um junge Katzen zu retten. Meistens befänden die sich aber auf Plätzen wie zum Beispiel dem Dachboden.

»Die fünf Katzen haben böse Schnupfen«, erklärte Nedderhoff weiter. Zudem seien die Kätzchen sehr scheu, weil sie wohl in ihrem jungen Leben bislang noch keinen Kontakt mit Menschen gehabt hätten. Nun werden die Tier erstmal aufgepäppelt. Dazu gehört unter anderem, dass die Tiere drei Mal geimpft werden. Acht Wochen werde es wohl dauern, bis die Vierbeiner das Gröbste überstanden haben. Ob sie dann vermittelbar sind, werde sich zeigen, so Nedderhoff. Derzeit ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kätzchen fauchen und ihre Krallen zeigen, sobald sich Menschen nähern. Die Pflegerin zeigte sich aber optimistisch, die Vierbeiner handzahm zu bekommen.

Neugierig

Neugierig sind die Kätzchen aber jetzt schon. Aufmerksam mustern sie ihr Gehege. Zwei der Tiere sind immerhin schon so putzmunter, dass sie permanent den Futternapf aufsuchen. Ob sie in naher Zukunft aber erneut eine Pfote in ein Spielcasino setzen, darf wohl bezweifelt werden.

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