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Freundschaftsfliegen des MSC Falke in Frotheim

Fliegerpuppe grüßt aus dem Cockpit

Frotheim (WB). Der Schal des Piloten weht im Wind. Freundlich winkt die Puppe mit Lederkappe und Fliegerbrille aus dem Cockpit der Sopwith – einem maßstabsgetreuen Nachbau eines historischen britischen Jagdflugzeugs.

Andreas Kokemoor

Das Modellbauen ist die Leidenschaft von Udo Berndt, der am Wochenende das Freundschaftsfliegen des MSC Falke in Frotheim besuchte. Bei diesem Modell kann er sogar den ferngesteuerten Piloten aus dem Cockpit winken lassen. Foto: Andreas Kokemoor

Den Erbauer des Modells, Udo Berndt vom MSC Sperber Neuen­knick, faszinieren nicht etwa Kriegmaschinen, sondern vielmehr Doppeldecker und Oldtimer. Nur aus diesem Grund wählte er die Sopwith, um sie im Maßstab von 1:3 nachzubauen. An diesem speziellen Flugzeug reize ihn außerdem, dass schon das Original eine Holzkonstruktion war. Ganz nebenbei ist Udo Berndt auch ein Puppenspieler. Kurz vor dem Start drehte der Pilot noch einmal seinen Kopf nach links. Er hob seinen Arm und winkte mit der Hand. »Ich habe die Puppe mit einer ferngesteuerten Servolenkung versehen, so dass sie diese Spielerei kann«, sagte er.

Leidenschaft seit 40 Jahren

»Gut Holm- und Rippenbruch« rief der Modellbauer seiner Puppe im Cockpit zu, bevor er das Flugzeug mit seiner Fernsteuerung in die Lüfte steigen ließ. Der 56-Jährige ist seiner Leidenschaft seit 40 Jahren verbunden. Mit der Technik des Fünfzylinder-Sternemotors ist er bestens vertraut. Zuhause hat er eine ganze Halle, in der 20 Maschinen stehen.

Vorsitzender Hans-Jürgen Müller vom ausrichtenden MSC Falke zeigte sich zufrieden. Der Wind habe manchen Piloten zu schaffen gemacht. Insbesondere bei der Landung hätten sie Acht geben müssen, ob der Wind in dem Moment auf die Flügel drücke oder Aufwind herrsche.

»Urgestein« Willi Stark zu Gast

Auch Willi Stark aus Minden war vor Ort. Der rüstige Mindener gehört zu den Urgesteinen der heimischen Modellflieger des MSC »Falke«. Der 99-Jährige ist nach eigenen Angaben der wohl älteste Modellflugzeugbauer. »Früher hatte ich eine eigene Flugzeugfabrik.« Seit seinem 14. Lebensjahr ist Willi Stark Modellbauer. Später war er Pilot bei der Luftwaffe, Fluglehrer und Konstrukteur von Flugzeugen und Motoren. Als seine letzte Entwicklung nicht weiter gefördert wurde, musste er seinen Betrieb aufgeben. Seine Modelle hat er allesamt in Eigenarbeit entwickelt und gebaut. Von dem von ihm konstruierten Einsitzer Stark Turbulent seien noch heute in Deutschland 15 zugelassen, sagt der Mindener.

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