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Restaurierung des Bildes „Die Espelkamper“ am Atrium nach zwei Monaten beendet

Frische Farben an der Fassade

Espelkamp (WB). Vor etwa zehn Jahren ist das Gemälde „Die Espelkamper“ an der Fassade des Atriums enthüllt worden. Das Werk von Künstler Erwin Scholz zauberte Besuchern und Einwohnern der Stadt mit seiner farbenfrohen Ansicht – einem Blick aus dem obersten Stockwerk des Atriums heraus – immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Doch mit der Zeit verblasste das zauberhafte Kunstwerk durch Umwelteinflüsse wie Sonneneinstrahlung und Abgase zusehends.

Felix Quebbemann

Sie freuen sich über das restaurierte Kunstwerk „Die Espelkamper“ am Atrium: Hans-Jörg Schmidt (von links), Henning Vieker, Katharina Klassen-Junge, Bernd Wlotkowski, Dennis Herb, Paul Gauselmann und Peter Angene. Foto: Felix Quebbemann

Dennis Herb und Malermeister Peter Angene habe nun dafür gesorgt, dass das Bild wieder mit frischen Farben die Breslauer Straße bereichert.

Prächtig

„Es ist farbenprächtiger als am Anfang“, ließ sich auch gleich Paul Gauselmann zu einem ersten Statement hinreißen. Der Unternehmer ist vor zehn Jahren mit Aufbau-Geschäftsführer Hans-Jörg Schmidt Initiator der Fassadengemälde-Idee gewesen.

Für die Restaurierung dieses im Mühlenkreis einmaligen Kunstwerkes engagierten sie mit Dennis Herb einen Künstler aus der Region. Der arbeitet eigentlich mit Spraydosen – im Gegensatz zum Original-Künstler Erwin Scholz. Der fertigte das Gemälde mit Pinseln an.

Die Aufgabe

Dennis Herb machte beim gestrigen Pressetermin auch gleich deutlich, dass die Übertragung der Restaurierung für ihn schon eine ziemlich große Sache war. „Aufregung gab es in jedem Fall. Es ist so ziemlich das größte Projekt“ – jedoch nicht sein Kunstwerk. „Es sollte so erhalten bleiben, wie es ist. Ich habe ein paar dezente Veränderungen vorgenommen“, umriss Dennis Herb die Aufgabe.

So erhielt unter anderem Erwin Scholz, der Original-Künstler, der sich vor zehn Jahren auf dem Bild selbst dargestellt hat, einen Heiligenschein. Herb fügte dem Bild zudem den Schriftzug „Erneuert durch Dennis Herb“ hinzu.

Markant

Bei ganz markanten Stellen hat der junge Gestringer Künstler übrigens die Spraydose ein wenig umfunktioniert. So habe er die Farbe in einen Spraydosen-Deckel hineingesprüht, gewartet bis diese etwas stockte und dann griff der junge Künstler zum Pinsel. Herb hat dabei versucht, an markanten Stellen die Pinselstriche von Erwin Scholz nachzuahmen. Zwei Monate, seit August, hat Dennis Herb an dem Kunstwerk gearbeitet – bei Wind und Wetter. Bei extremster Hitze musste er auch schon mal warten, bis es sich abends etwas abgekühlt hatte. Insgesamt benutzte er 175 verschiedene Farben und 20 verschiedene Sprühkopfarten.

Malermeister Peter Angene sorgte am Ende dafür, dass das restaurierte Kunstwerk etwas länger seine Farben behält. Denn er brachte einen Hartkunststoff auf das Gemälde auf, um es zu versiegeln und damit vor äußeren Einflüssen zu schützen. „Es wird wesentlich länger halten als das letzte Mal“, sagte er.

Tolle Sache

Hans-Jörg Schmidt erklärte, dass er dieser Art von Fassadenkunst vor 25 Jahren das erste Mal in Lyon begegnet sei. Als Paul Gauselmann mit der Idee eines Atrium-Gemäldes auf ihn zukam, habe der Unternehmer offene Türen bei der Aufbaugemeinschaft eingerannt, sagte Schmidt.

Gauselmann und Schmidt erinnerten sich daran, dass die Idee zu dem 70 Quadratmeter großen Wandgemälde im Jahr 2009 zur Einweihung des Merkur-Stadtbrunnens entstand.

Bernd Wlotkowski, Vorsitzender des Vereins Forum, der Partner des Fassadenprojektes ist, bekräftigte, dass das Bild eine tolle Sache sei. Stadtführerin Katharina Klassen-Junge ergänzte, dass das Kunstwerk ein fester Bestandteil bei den Stadtführungen sei.

Zufrieden über die Restauration zeigte sich ebenfalls Espelkamps zukünftiger Bürgermeister Henning Vieker. „Ich freue mich, dass dieses Wahrzeichen Espelkamps wieder strahlt.“

Finanziert

Die Aufbaugemeinschaft verwaltet das Atrium. Hans-Jörg Schmidt dankte daher der Eigentümergemeinschaft des Gebäudes, die die Sanierung unterstützt habe. Die Mittel für die Restaurierung wurden von der Paul-und-Karin-Gauselmann-Stiftung zur Verfügung gestellt.

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