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Aufbau-Geschäftsbericht 2019: Schmidt zieht Bilanz – Eigenkapitalquote wächst – Spekulation um Adient-Gelände

Fünf-Jahres-Plan verabschiedet

Espelkamp

Die Aufbaugemeinschaft hat ihren Geschäftsbericht für 2019 veröffentlicht. Deutlich zu erkennen ist, dass die Eigenkapitalquote gestiegen ist. 2020 sei für die Aufbau zudem ein „normales Jahr“ gewesen, so der Geschäftsführer.

Felix Quebbemann

Im Geschäftsbericht wird der Ostlandpark als das größte Projekt der Aufbaugemeinschaft im Jahr 2019 herausgestellt. Nun hat die Aufbaugemeinschaft einen Fünf-Jahres-Plan verabschiedet. Foto: Felix Quebbemann

Die Bau- und Modernisierungstätigkeiten der Aufbaugemeinschaft haben in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt.

Eines der größten Projekte ist sicherlich die Bautätigkeit und die weitere Entwicklung des Ostlandparks. Im Geschäftsbericht der Aufbau aus dem Jahr 2019, der vor einigen Wochen veröffentlicht wurde, wird eben diese Neubautätigkeit herausgestellt. So seien insgesamt 58 Eigentumswohnungen in vier Gebäudekomplexen im Ostlandpark fertiggestellt worden.

Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte Hans-Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Aufbau, dass in den Jahren 2020/21 die Modernisierung des Bestandes mehr im Fokus stehe. So würden alleine für die Modernisierung von Wohnungen in Hedrichsdorf 3,2 Millionen Euro bereit gestellt.

Augenfällig im Geschäftsbericht ist, dass die Eigenkapitalquote der Aufbau seit Jahren steigt. „Es ist die sukzessive Strategie der Aufbaugemeinschaft, das Eigenkapital zu erhöhen. Wir haben aber branchenspezifisch immer noch ein unterdurchschnittliches Eigenkapital“, sagte Schmidt weiter. Ziel der Aufbau sei es, auf eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent in den nächsten fünf Jahren zu kommen, um nach Schmidts Worten „eine solide Grundlage“ zu haben „und weitere Investitionstätigkeiten vornehmen zu können“. Die seit Jahren anhaltenden niedrigen Zinsen seien für das Investitionsklima besonders gut.

Auf der anderen Seite jedoch steigen die Ausgaben, da „die Baukosten exponentiell gestiegen sind“, sagte Schmidt. Er führte dafür ein Beispiel an. So seien in den vergangenen fünf Jahren die Baukosten beim mehrgeschossigen Wohnungsbau um ein Drittel gestiegen. Darüber hinaus seien auch beim Neubau höhere ökologische Ziele zu beachten. „Es geht darum, Kohlendioxid einzusparen.“ Dies würde die Kosten ebenfalls ansteigen lassen. Diesen Spagat – zwischen niedrigen Zinsen und höheren Baukosten – müsse man schaffen, so Schmidt. Um genügend energetisch sanierten Wohnraum anbieten zu können, reagiere der Bund in diesem Bereich mit besseren Konditionen.

Für 2019 habe die Aufbau auch ein relatives Gleichgewicht bei den Neu-Vermietungen und den Kündigungen festgestellt. Bei insgesamt 302 Kündigungen im vergangenen Jahr hätten 119 als Grund den Wegzug aus Espelkamp angegeben. 183 Mal sei die Kündigung mit einem Umzug innerhalb Espelkamps verbunden gewesen.

Das Projekt Ostlandpark ist für die Aufbau ein Mammutprojekt gewesen und ist es immer noch. Schließlich wird dort derzeit das so genannte Welcome-Haus errichtet (wir berichteten). Dafür mussten zahlreiche Altbauten auf der Ostseite der Ostlandstraße abgerissen werden. Schmidt erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass „für die nahe Zukunft aber keine weiteren Abrisse vorgesehen sind“.

Der Aufsichtsrat habe gerade die Fünf-Jahres-Planung verabschiedet. Demnach sollen in Espelkamp weitere 103 Wohneinheiten errichtet werden. Kostenfaktor: rund 17 Millionen Euro. Im Mittelpunkt steht dabei wieder der Ostlandpark. „Da spielt sich einiges ab“, so Schmidt.

26.368 Einwohner hat Espelkamp im Jahr 2019 gezählt. Und Schmidt geht davon aus, dass diese Zahl auch fürs erste konstant bleibt. „Das hängt jedoch mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt“, erklärte der Aufbau-Geschäftsführer. Wenn die Wirtschaft stark ist, bleiben die Einwohner auch dem ländlichen Raum lange erhalten.

Mit Blick auf das Jahr 2020 habe die Corona-Pandemie übrigens für keine großen Abweichungen in den Prognosen der Aufbau gesorgt. Hans-Jörg Schmidt sprach von einem „normalen Jahr“. 2020 sei am Ende so verlaufen wie geplant. Vermietungen und Kündigungen seien zwar am Anfang des Jahres zurückgegangen: „Das hat sich aber wieder eingependelt.“

Ein spannendes Projekt für die Zukunft ist die Entwicklung des Adient-Geländes. Dieses wurde durch die neu gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft im Dezember gekauft.

Nach dem frischen Kauf durch die Stadt sei es noch ein bisschen früh, um zu spekulieren, sagte Schmidt. Aber durch den Kauf habe die Stadt deutlich gemacht, dass sie „Herr des Geschehens“ sei und dass sie bei der Entwicklung des riesigen Areals steuernd eingreifen werde. „Das finde ich sehr gut“, sagte Schmidt. Damit habe die Stadt „allen Spekulanten den Wind aus den Segeln genommen.“

Die Entwicklung des Adient-Geländes werde noch sehr lange dauern. Schmidt rechnet mit einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Es handele sich aber um ein „sehr wichtiges Grundstück“ für die Stadtentwicklung.

Schmidt kann sich auf dem Gebiet eine Mischnutzung – sowohl mehrgeschossige Mietwohnungen als auch eine gewerbliche Nutzung entlang der Isen-stedter Straße, zum Beispiel Büroraume oder auch Einzelhandel – vorstellen. Dabei müsse aber auch immer die Breslauer Straße im Blick bleiben. Dies, betonte Schmidt, sei jedoch reine Spekulation seinerseits. Sicher ist er sich jedoch darin, dass auf dem Areal nicht nur eine einzige Nutzung vorherrschen werde.

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