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Weihnachtszauber-Team macht es möglich: Fest für ukrainische Flüchtlingskinder

Für zwei Tage den Krieg vergessen

Espelkamp

Das Team rund um den Weihnachtszauber 2020 hat ein Kinderfest für ukrainische Flüchtlingskinder ausgerichtet. Und dabei haben die Organisatoren jede Menge Unterstützung erhalten. Auf dem 4500 Quadratmeter großen Areal in Isenstedt gab es daher jede Menge zu erleben.

Von Felix Quebbemann

Das Team des Weihnachtszaubers 2020 hat gemeinsam mit der Gruppe 21 ein Kinderspielfest für ukrainische Flüchtlingskinder sowie deren Gastfamilien organisiert. Foto: Felix Quebbemann

Die Hüpfburgen sind schon von der Isenstedter Straße aus zu sehen. Der „Hohe Brink“ ist gleich ganz abgesperrt für den Straßenverkehr – jedenfalls für den motorisierten. Denn auf der kleinen Straße ist ein Parcours aufgebaut, der aber nur für Kettcars freigegeben ist. All dies war zu einem bestimmten Zweck gedacht. Um ukrainischen Flüchtlingskindern ein paar schöne Stunden zu schenken.

Organisiert wurde das Kinderfest vom Team des Weihnachtszaubers 2020 um Maik Lammers und einer Gruppe, die sich unter dem Titel Glaube 21 zusammengeschlossen hat. Dies sind mehrere freikirchliche Gemeinden aus Espelkamp, Lübbecke und Rahden. Auf dem Gelände von Marianne und Thomas Dyck jedenfalls befand sich das Spiele-Wunderland. Und an den vielen lachenden Kindern und Jugendlichen am Montag- und Dienstagnachmittag konnte man bereits erkennen: Diese Idee ist einfach super! Vor drei Wochen hätten die Planungen für das Kinderfest begonnen, sagt Thomas Dyck. Und in kürzester Zeit wurden ein paar Hebel in Bewegung gesetzt. Die Mitglieder des Weihnachtszaubers 2020 haben so manches in Bewegung gesetzt. Und es gelang Unglaubliches.

Das Team des Weihnachtszaubers 2020 hat gemeinsam mit der Gruppe 21 ein Kinderspielfest für ukrainische Flüchtlingskinder sowie deren Gastfamilien organisiert. Foto: Felix Quebbemann

Thomas Dyck meinte, dass das Gelände seines Wohnhauses prädestiniert gewesen sei für das Kinderfest. Auf 4500 Quadratmetern wurden ganz viele Spielstationen aufgestellt. Der Soccer-Court wurde von Mitgliedern des Vereins Real-Life in Espelkamp Ende der vergangenen Woche gebracht und aufgebaut. Das Lübbecker Baseball-Camp der evangelischen Freikirche lieferte eine Baseball-Schlagstation. Beim Kisten-Rutschen und an den zahlreichen Hüpfburgen bildeten sich kurz nach der Öffnung am frühen Nachmittag um 13 Uhr lange Schlangen. Maik Lammers, Thomas Dyck und Michael Thiel – alle vom Weihnachtszauber-Team – betrachteten das bunte Treiben, während sie über die weitere Organisation im Vorfeld sprachen. Der Aufbau am Freitag, Samstag und Sonntag sei schon problematisch gewesen. Denn so manches Mal habe den Organisatoren Hagel, Sturm und Regen – halt das April-Wetter – einen Strich durch die Aufbau-Pläne gemacht. „Am Abend konnte ich schon meine Arme merken“, gab Thomas Dyck zu.

Es gab einige Hüpfburgen. Foto: Felix Quebbemann

Doch der Aufwand hatte sich vollends gelohnt. Die Tischtennisplatte im Grünen zum Beispiel war ständig besetzt. Und reißenden Absatz fanden die leckeren Kuchen, Torten und Erfrischungen, die es an einer Pavillon-Cafeteria gab. Die Erleichterung, dass die Sonne das Kinderfest an beiden Tagen begleitete und zu einem vollen Erfolg gemacht hat, war dem Orga-Team anzumerken. 20 bis 30 Vereine, Vereinigungen und Unternehmer haben das Fest unterstützt – ob nun mit Stationen oder, wie im Fall der Bäckerei Schmidt, mit Leckerem für die Cafeteria. Aus den Reihen des gesamten Orga-Teams wurden zahlreiche Kuchen und Torten angeliefert. Auch Spenden konnten in eine Box geworfen werden.

Auch ein Karussell wurde auf dem Hof aufgebaut. Foto: Felix Quebbemann

In Gruppen per Whatsapp seien notwendige Orga-Schritte zwischen allen Beteiligten unkompliziert abgewickelt worden. Und ob Nachbarn, Gemeindemitglieder oder andere Helfer – alle waren froh über das, „was wir hier auf die Beine gestellt haben“, sagten Lammers, Dyck und Thiel. Eigentlich sei geplant gewesen, dass am Montag ukrainische Flüchtlingskinder und Gastfamilien aus den umliegenden Kommunen und Dienstag Kinder aus dem Bereich Espelkamp kommen sollten. Aber es hat sich an beiden Tagen gleich miteinander vermischt. „Viele ukrainische Flüchtlinge haben schon untereinander Kontakt“, weiß Dyck. An den beiden Tagen besuchten etwa 300 Gäste das Kinderfest – von Stemwede bis Bad Oeynhausen, von Minden bis Preußisch Oldendorf.

„Voll cool, was ihr hier auf die Beine stellt“

Lob für die Veranstaltung ließ dann nicht lange auf sich warten. „Voll cool, was ihr hier auf die Beine stellt“ oder „Endlich mal jemand, der an die Kinder denkt“, sind nur zwei riesengroße „Danksagungen“, die das Orga-Team nach all den Strapazen erreichten. Während sich Kinder beim Dosenwerfen über den ein oder anderen gesponserten Preis – unter anderem gab es Kuscheltiere zu gewinnen – freuten, gab es auch Kistenstapeln. Die Feuerwehr wurde am Dienstag mit einem Einsatzfahrzeug erwartet. Dies sollte den Kindern gezeigt werden. Und wer wollte, konnte sich auch in eine Liste eintragen. Denn damit, so Thomas Dyck, wollen die Veranstalter versuchen, die Kinder auch an ihnen nahe gelegene Vereine zu vermitteln und sie so in die Gesellschaft zu integrieren. Es wurde einfach an allerhand gedacht beim Kinderfest.

Sogar eine Schlagmaschine für Baseball gab es auf dem Areal. Foto: Felix Quebbemann

Mit einem Fahrdienst, der aus der Glaube-21-Gruppe organisiert wurde, sind viele Besucher nach Isenstedt gebracht worden. „Wir haben mehrere Busse, die die Kinder bringen“, so Dyck. Und weil das Kinderfest über die Grenzen Espelkamps hinaus so viel Aufmerksamkeit erregt hat, ließ es sich der Osterhase auch nicht nehmen, ein paar Tage eher in Isenstedt aufzutauchen – mit Leckereien im Körbchen. Zum Abschluss beider Veranstaltungstage wurde der Grill angeschmissen; aber nicht nur für die ukrainischen Flüchtlingskinder, sondern auch für die vielen tollen Helfer dieses sagenhaften Kinderfestes.

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