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Kampfmittelfund: Gelände soll nach Rodung abgesucht werden

Granaten sind nicht scharf

Espelkamp (WB/mama). Die jetzt auf dem Gebiet des Hindenburgring von Experten gefundenen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg sind nicht »scharf« gewesen. Dies erklärte Torsten Siemon, Pressesprecher der Stadt Espelkamp, im Gespräch mit dieser Zeitung. »An den Granaten und Panzergranaten sind keine Zünder entdeckt worden«, sagte er.

Auf dem Gebiet des Hindenburgring zwischen der Firma Kadeco und der Flüchtlingsunterkunft befand sich einst die Abfüllanlage der Heeres-Munitionsanstalt (Muna). Es sind hier noch Überreste eines Luftschutzbunkers zu sehen. Foto: Mareile Mattlage

Für weitere Bodenuntersuchungen soll auf dem etwa zwei Hektar großen Gelände, das auch als »Blaue Berge« bekannt ist, nun zunächst das Unterholz gerodet werden, damit es mit Metalldetektoren abgegangen werden kann. »Das soll zeitnah geschehen«, formulierte es Siemon. Die Rodungsarbeiten müssten per Hand erfolgen, da die Fläche von Fahrzeugen nicht befahren werden dürfe, hatte es vorab bereits seitens der Stadtverwaltung geheißen.

Überreste aus der Muna-Zeit

Zum Hintergrund: Auf dem Gelände soll der neue Sportplatz des Vereins Türk Gücü entstehen. Es handelt sich um eine bekannte Stelle, an der Kampfmittelfunde laut Torsten Siemon nicht außergewöhnlich sind. Im Zweiten Weltkrieg befand sich dort die Heeres-Munitionsanstalt (Muna). Nach Kriegsende sei Munition dort gesprengt oder verbrannt worden. »Viel Munition wurde dabei zwar vernichtet, doch durch die Sprengung hat sich auch manches verteilt«, führte Torsten Siemon gestern weiter aus.

Im Februar hatte das Ordnungsamt der Stadt Espelkamp wegen des geplanten Sportplatzbaus den Kampfmittelbeseitigungsdienst verständigt, um das Gebiet zu untersuchen. Zuständig dafür ist die Bezirksregierung Arnsberg. Deren Pressestelle konnte am Donnerstag auf Nachfrage dieser Zeitung noch keine weiteren Auskünfte geben.

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