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Technologiekonzern aus Espelkamp steigert Erlös um 14,5 Prozent auf 869 Millionen Euro – Rekordinvestition geplant

Harting mit sattem Umsatzplus

Espelkamp

Drei Jahre lang lagen die Umsatzzahlen beim Technologiekonzern Harting mit Sitz in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) stets bei um die 750 Millionen Euro. Ausgerechnet im Jahr der Lieferengpässe und Corona-Einschränkungen 2021 aber drehte das weltweit agierende Familienunternehmen mit aktuell rund 6200 Mitarbeitern auf – und steigerte den Umsatz währungsbereinigt um 14,5 Prozent auf den neuen Rekord von 869 (Vorjahr 759) Millionen Euro.

Von Paul Edgar Fels

Präsentierten gute Zahlen: Der Harting-Vorstand mit (v.l.) Philip Harting, Dietmar Harting, Margrit Harting, Dr. Michael Pütz, Andreas Conrad, Maresa Harting-Hertz und Dr. Kurt D. Bettenhausen. Foto: Harting

„Wir haben die Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeistert und sind kräftig gewachsen“, sagte Philip Harting, Vorstandsvorsitzender der Technologiegruppe, am Freitag. „Wir sind mit dem hervorragenden Ergebnis sehr zufrieden und stolz auf das, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“ Zum Gewinn macht Harting traditionell keine Angaben. Philip Harting nennt das Ergebnis aber „zufriedenstellend.“

Auch im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 (bis 30. September) will Harting erneut zweistellig wachsen, betont der Manager. Zudem ist eine Rekordinvestition von 90 Millionen Euro in die eigene Produktion, in die Entwicklung neuer Technologien und in die Klimaneutralität aller weltweiten Standorte geplant.

Die Harting Technologiegruppe ist bekannt für seine Industrie-Steckverbinder. Sie kommen in diversen Branchen zum Einsatz, etwa bei Zügen und der Windkraftenergie. Darüber hinaus baut das Unternehmen Kassensysteme für den Einzelhandel und ist auch mit Ladesteckern in der Elektromobilität vertreten. Harting betreibt 14 Produktionsstätten und Niederlassungen in 44 Ländern.

Stolz ist die Konzernspitze des Familienunternehmens auch darauf, dass Harting in allen Regionen weltweit bessere Geschäfte machen konnte. An der Spitze steht der Standort Deutschland, wo Harting fast 28 Prozent des Umsatzes erzielt – 2020/21 gab es hier ein Wachstum von 23 Prozent oder 40 Millionen Euro. Der Umsatz in Europa (ohne Deutschland) wuchs um 15 Prozent, Amerika um 14 und Asien um sechs Prozent. 40 Millionen Euro investierte Harting im abgelaufenen Geschäftsjahr in seine Standorte, darunter Mexiko, Rumänien und die Schweiz.

Das starke Wachstum spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahen. Harting schuf weltweit 713 neue Stellen, davon 40 in Deutschland – insgesamt ein Plus von 13 Prozent. Damit waren im Ausland (Stand 30. September) 3546 Mitarbeiter beschäftigt, im Inland 2644.

Von der Chipkrise war Harting hingegen nur indirekt über seine Lieferanten betroffen, betont Philip Harting. Materialabrisse in den Lieferketten habe es nicht gegeben. Allerdings habe Harting aufgrund der rasant gestiegenen Kosten etwa für Kupfer, Kobald und Palladium seinerseits die Preise um rund sechs bis acht Prozent angehoben.

Booster-Impfungen ab Januar

Eine wichtige Rolle spielen bei Harting Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Philip Harting: „Seit über 30 Jahren sind wir aus Überzeugung ein grünes Unternehmen und richten all das, was wir tun, nach dieser grünen Richtschnur aus.” So habe das Unternehmen etwa seit 2011 rund 175.000 Tonnen Co2 eingespart – durch den Einsatz „grüner“, zum Teil selbst produzierter Energie, durch Investitionen in Photovoltaik oder energieeffiziente Produktionsprozesse.

Auch die Corona-Pandemie werde weiter Einfluss auf das Unternehmensgeschehen haben. Die Impfquote im Unternehmen liege am Stammsitz Espelkamp bei leicht unter 70 Prozent. Harting hat bisher 24.000 PCR-Tests und 38.000 Schnelltests durchgeführt. Die monatlichen Kosten liegen bei 60.000 Euro. Anfang Januar werden Booster-Impfungen für Mitarbeiter durchgeführt. An weiteren Maßnahmen wie Schichtentrennungen und Homeoffice-Regelungen hält das Unternehmen fest.

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