1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Helfer kämpfen gegen den Schnee

  8. >

Winterwetter hat den Altkreis voll im Griff – Polizei warnt erneut vor unnötigen Autofahrten

Helfer kämpfen gegen den Schnee

Rahden/Stemwede/L...

Die Schneemassen fordern die Räumdienste in Rahden und Stemwede heraus.

Michael Nichau

Auch die Helfer vom Streudienst kann es erwischen: Hier ist ein Fahrzeug aus Niedersachsen von der Schröttinghauser Straße in Levern abgekommen und in den Graben gerutscht. Der Lastwagen wurde schnell wieder auf die Straße gezogen. Foto: Gertrud Premke

Stellvertretend für alle Kommunen fragte diese Zeitung in Rahden und Stemwede nach. In Rahden meldet Bauhofleiter Ulrich Pöppelmeier „gute Arbeit“. Die Stadt habe ausreichend Streusalz eingelagert. Mit etwa 20 Mitarbeitern seien der Bauhof und ein Lohnunternehmen in den zehn Räum-Bezirken im Einsatz. 14 Wagen mit Räumschilden seien unterwegs, sagte Pöppelmeier. „Wir sind jetzt einmal im Stadtgebiet durch, arbeiten noch kleine Straßen nach und versuchen, die schmalen Straßen in den Außenbereichen noch breiter freizuräumen, damit sich dort Autos begegnen können.“

Auch für die Gemeinde Stemwede meldet Vize-Verwaltungschef Jörg Bartel: „Hier klappt es.“ Seit Beginn der Wetterlage seien die Mitarbeiter des Bauhofes in Doppelschichten unterwegs. „Man kann nur nicht ganz Stemwede räumen. Es ist sehr viel Schnee“, bittet Bartel um Verständnis. Mit sechs Fahrzeugen seien die Mitarbeiter unterwegs. „Die leisten eine ganz tolle Arbeit“, lobte der Verwaltungsmann.

Dass der Job als Schneeräumer nicht ganz ungefährlich ist, zeigt ein Beispiel aus dem angrenzenden Niedersachsen. Auf der Schröttinghauser Straße bei Levern ist ein Streu- und Räumfahrzeug in den Straßengraben gerutscht. Der Lastwagen konnte aber wieder auf die Straße gezogen werden.

Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse musste der Busverkehr in Minden am Montag eingestellt werden. Der Weiterbetrieb des ÖPNV werde in Abhängigkeit von der Wetterlage geprüft, hieß es.

Auch bei der Müllabfuhr gibt es Schwierigkeiten: „Wir werden in Rahden, Stemwede und Lübbecke am Dienstag auf keinen Fall abfahren können“, erläutert Christian Wüppenhorst vom Oppenweher Entsorgungsbetrieb auf Anfrage. Im Laufe der Woche solle von Tag zu Tag entschieden werden. „Wir versuchen, in Rahden in dieser Woche die Papiertonnen zu leeren.“ Versprechen könne er aber nichts.

Die Polizei im Mühlenkreis erneuerte am Montag ihre Bitte, nur dann Auto zu fahren, wenn es wirklich nicht zu vermeiden ist.

„Bei so viel Schnee muss man zusammenhalten.“ Das haben sich Stemweder Landwirte in ihrer WhatsApp-Gruppe gesagt. Sie führten mit ihren Traktoren ehrenamtliche Räumdienste bei Seniorenheimen, Arztpraxen und Feuerwehr-Gerätehäusern an. Mit dabei war auch Dominik Schmedt, Junglandwirt aus Dielingen. Er hatte den Aufruf gelesen und räumte mit dem Hoftraktor wenig später den Parkplatz und die Zufahrt des Seniorenzentrums Dielingen. „Das war schon enorm wichtig“, sagt Schmedt. „Denn ein Rettungswagen wäre bei den Schneeverwehungen nicht auf den Parkplatz gekommen.“

Viele Bauern räumten Wege und Hofzufahrten. Auch wurde der Parkplatz der Stemweder Feuerwehrgerätehäuser für die Autos der Wehrleute vom Schnee befreit. „Ein Rettungswagen musste in Arrenkamp aus einer Schneewehe gezogen werden“, sagt Joachim Schmedt, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Gemeindeverbands Stemwede. „Mein Dank geht an alle mithelfenden Landwirte“, sagt Schmedt. Was alles geleistet wurde, lasse sich gar nicht aufzählen.

Startseite