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Land NRW stimmt Plan des Kreises Minden-Lübbecke zu

Jetzt doch Corona-Ausgangssperre für Espelkamp

Espelkamp (WB)

Mit einem Tag Verspätung ist sie am Freitag nun doch noch gekommen: die Verhängung einer Ausgangssperre über den Corona-Hotspot Espelkamp.

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Das Espelkamper Rathaus mit weihnachtlicher Beleuchtung: Bürger der coronageplagten Stadt im Kreis Minden-Lübbecke sollen spätestens ab Montag zwischen 21 Uhr am Abend und 4 Uhr am nächsten Morgen zu Hause bleiben. Foto: Andreas Kokemoor

Der Kreis Minden-Lübbecke teilte in einer „Ergänzung zur gestrigen Allgemeinverfügung für die Stadt Espelkamp“ mit: „Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen hat in Ergänzung zur gestern veröffentlichten Allgemeinverfügung des Kreises für die Stadt Espelkamp zwei weiteren Maßnahmen zugestimmt: Ab 14. Dezember wird es in allen Schulen im Stadtgebiet der Stadt Espelkamp keinen Präsenzunterricht mehr geben bis zu den Ferien. Zudem wird es ebenfalls ab Montag für die Stadt eine Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr bis 4 Uhr geben.“ Auch vor offiziellem Inkrafttreten der Ergänzungen, so heißt es weiter, „hält der Krisenstab des Kreises jede weitere auch freiwillige Einschränkung der Kontakte ausdrücklich für sinnvoll“.

Bewährungsprobe kurz nach dem Amtsantritt: Anna Bölling (CDU) ist erst seit November Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke. Foto: Stefan Lind

Landrätin Anna Katharina Bölling wird so zitiert: „Wir begrüßen es sehr, dass das Ministerium wie besprochen unsere weiteren Vorschläge nochmals geprüft und diesen zusätzlichen Maßnahmen jetzt schon sehr zeitnah zugestimmt hat.“

Gleichzeitig bedauere man, „dass diese Schritte notwendig sind und hoffen auf einen baldigen Erfolg der Maßnahmen – sie dienen der Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger. Wir erleben zunehmend schwere Verläufe auch bei jüngeren Patienten, und die Zahl der Intensivpatienten steigt stetig. Nur gemeinsam können wir es schaffen, diese Entwicklung zu stoppen.“

Die neuen Regeln für Espelkamp

Ausgangsbeschränkung jeweils von 21 bis 4 Uhr ab Montag, 14. Dezember. Kein Präsenzunterricht an den Schulen ab Montag, 14. Dezember. Private Treffen sind sowohl im privatem als auch im öffentlichen Raum auf fünf Personen aus maximal zwei Haushalten beschränkt. Kinder bis 14 Jahren sind hiervon ausgenommen. Gottesdienste und andere Versammlungen zur Religionsausübung dürfen nicht als Präsenzveranstaltungen abgehalten werden. Tagesstrukturierende Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Werkstätten für behinderte Menschen oder Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation werden vorläufig geschlossen. Über die allgemein gültige Corona-Schutzverordnung gilt in Espelkamp der Breslauer Straße und der Gerhard-Wetzel-Straße eine Maskenpflicht. In Räumlichkeiten von Ärzten und Heilpraktikern sind von den dort Tätigen FFP2-Masken oder solche mit höherer Schutzklasse zu tragen. Davon sind auch Apotheken betroffen.

In Espelkamp ist die Corona-Lage seit geraumer Zeit dramatisch (Wocheninzidenz 500+), die Zahl von zwölf verstorbenen Corona-Patienten ist die höchste im Mühlenkreis.

Für den gesamten Kreis wurde am Freitag der 45. Todesfall registriert: Im Mindener Klinikum ist dem Gesundheitsamt zufolge eine 73-jährige Patientin aus Stemwede verstorben.

Die Zahl der akut Infizierten stieg um 78 auf 1326, die Gesamtzahl der registrierten Infizierten seit Pandemiebeginn um 134 auf 5291. Die Wocheninzidenz im Mühlenkreis (Infizierte pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) lag laut Landeszentrum Gesundheit NRW am Freitagmorgen bei 217,8.

HIER geht es zur Ergänzung der Allgemeinverfügung des Kreises (PDF).

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