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Erntefest: Aufführungen von Kindergarten und Grundschule am Heimathaus Fiestel

Kartoffeltipps von singenden »Kids«

Espelkamp (WB). Walter Bestert aus Getmold sitzt am Eingang zum Dorfplatz des Heimathauses Fiestel. Der Kunsthandwerker zieht die Blicke eines kleinen Jungen auf sich und seine Arbeit.

Andreas Kokemoor

Einer der Höhepunkte beim Erntefest ist der Auftritt der Kindergarten- sowie der Grundschulkinder (Foto) gewesen. Die Älteren haben in einem Lied den Besuchern Tipps für leckere Kartoffelgerichte gegeben. Foto: Andreas Kokemoor

Korbflechter

»Was machst du da?«, fragt der Schüler. »Ich flechte Körbe. Damit hat man früher Äpfel und Kartoffeln aufgesucht – und sie zum Tragen der Einkäufe benutzt«, sagt der Heimatfreund.

Walter Bestert gehörte am Sonntag zu den Blickfängen des Erntefestes in Fiestel. Und das stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens des Heimathauses. Die Tür zum Backhaus war geöffnet. Davor befand sich eine lange Tischreihe. Karin Ramsberg und Anja Kittel sowie weitere Helfer servierten frisch gebackenen Apfel-, Pflaumen- und Butterkuchen mit Sahne. Außerdem gab es an ihrem Stand Köstlichkeiten von Olga Mesterheides »Marmelädchen«, wie das »Scharfe Zwiebelchen« oder die »Scharfe Pflaume«.

In Familienhand

Derweil stand die Vorsitzende Dörte Behnke am Grill vor dem noch nicht ganz fertigen neuen Grillplatz und brutzelte neben dem Steinbackhaus herzhafte Bratwürstchen sowie Steaks. Der Dorfplatz und das Heimathaus waren gut gefüllt. Volker Englich hatte sein Akkordeon dabei und spielte Volkslieder. Begonnen hatte das Erntefest mit einem plattdeutschen Gottesdienst, gehalten von Pastor Wilhelm Dullweber.

Kurz danach war das Dorfgemeinschaftsfest in Familienhand. »Unser Müller hat ein Müllerhaus, mi-ma Müllerhaus« sangen die Jungen und Mädchen des Kindergartens Kunterbunt aus Fiestel und tanzten im Kreis. Dabei waren einige Kinder als Müller, Bäcker oder Bäuerin sowie als Henne verkleidet und traten in den Mittelpunkt des Kreises. Die Schüler der Grundschule Benkhausen sangen anschließend ein Kartoffellied, in dem sie verrieten, was man alles aus Kartoffeln zubereiten kann.

Dorfgeschichte

Ein Stück Fiesteler Geschichte kennenlernen konnten die Besucher im Obergeschoss des Heimathauses. In Vitrinen lagen Poesiealben und Lebensläufe Fiesteler Frauen. Genau unter diesem Titel trug der Heimatverein eine spannende und informative Sammlung zusammen, in der mehrere Generationen der Fiestelerinnen zu Wort kommen.

Die Heimatfreunde hatten nicht nur eine Sammlung von historischem Gerät, Möbel, Handwerkszeug und ein Bauernmuseum aufgebaut, sondern auch eine Bauernstube mit Näh- und Puppenecke sowie eine Küche, die den Besucher beim Betreten um mehr als 100 Jahre zurückversetzte.

Dekorative Ausstellung

Ortsheimatpflegerin Karin Poad freute sich, dass sie mit Anja Dück eine neue interessierte Fiestelerin für die Heimatarbeit hinzugewinnen konnte, die ihr bei Aufbau und Umsetzung half. Vor dem Heimathaus hatten Frauen aus Niedermehnen aus alten Hölzern und Tonziegeln mit typischen Bauerngartenpflanzen eine dekorative Ausstellung aus Naturmaterialien geschaffen. »Wir wollen Altes erhalten, Bewährtes weitergeben und nichts ohne Grund wegwerfen«, lautete das Motto.

»Streichelzoo«

Einen »Streichelzoo« aus Häkeltieren hatte Sabine Hauschke aus Alt-Espelkamp mitgebracht. Bei der Kunsthandwerkerin saßen Katzen neben Mäuse, Störche neben Fröschen, Schweinchen, Pferden, Affen und anderen Tieren. Des Weiteren hatte sie Vasen in Serviettentechnik, Fensterbilder und Kissen im Angebot.

Die Kinder vergnügten sich derweil beim Stelzenlaufen, Riesen-Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder auf dem Kinderkarussell.

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