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General-Bishop-Straße: Stadtverwaltung schlägt Querungshilfe für Fahrradfahrer vor

„Katastrophe für die Radler“

Espelkamp (WB). Piktogramme, Gebotsschilder und Schilder, die auf Radfahrer am Fahrbahnrand aufmerksam machen. Diese zahlreichen Ausschilderungen könnten künftig zum „täglich Brot“ für Verkehrsteilnehmer in Espelkamp gehören.

Felix Quebbemann

Derzeit sind auf der General-Bishop-Straße Piktogramme aufgebracht, die den Radlern zeigen, dass sie stadtauswärts auf der Straße fahren müssen. Die Stadt schlägt nun eine Querungshilfe mit Insel für die Radler vor. Die Grünen kritisieren den Vorschlag. Foto:

Nutzungspflicht

Das neue Radverkehrssicherheitskonzept ist im vergangenen Jahr vorgestellt worden – nicht ohne Kritik zahlreicher Politiker. Nun hat die Stadtverwaltung aufgezeigt, wie die Vorgaben des Konzepts umgesetzt werden könnten. So ist an der General-Bishop-Straße vorgesehen, die Radler schwerpunktmäßig auf die Straße zu bekommen – innerorts, wie Sonja Glässner von den Stadtwerken während der vergangenen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses erläuterte. Außerorts gebe es die Nutzungspflicht des gemeinsamen Geh- und Radweges.

Um innerhalb der Ortschaft die Autofahrer auf die Radler aufmerksam zu machen, soll ein Schild aufgestellt werden: „Radfahren ist auf der Straße erlaubt.“ Darüber hinaus sollen Fahrradfahrer, die sich nicht so sicher fühlen, auf dem vorhandenen Gehweg fahren dürfen, obwohl dies eigentlich nicht vorgesehen ist. Im Bereich zwischen der Fabbenstedter Straße und der Ratzenburger Straße soll darüber hinaus eine Querungsinsel für Radfahrer gebaut werden.

Verwunderung

In diesem Bereich müssen die Radler in jedem Fall einmal die Fahrbahn kreuzen, um sich verkehrsgerecht zu verhalten. Dort soll die Verkehrsführung mit roten Markierungen abgesetzt und kenntlich gemacht werden. Glässner erläuterte, dass diese Baumaßnahme einen Eingriff in den Grünstreifen erfordere. In dem Bereich gebe es einen dichten Baumbestand. Auf der Straße sollen Detmolder Piktogramm aufgebracht werden. Die notwendigen Mittel von 60.000 Euro seien bereits in den Haushalt eingestellt worden.

Mit Verwunderung nahm Andreas Sültrup, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Ausführungen zur Kenntnis. Man sei ja eigentlich angetreten, um das Fahrradfahren in Espelkamp attraktiver zu machen. Nach den gemachten Ausführungen müssten die „Radfahrer zweimal über die Straße. Das ist eine Katastrophe. Das ist nicht attraktiv, sondern eher das Gegenteil.“ Er könne dem Plan „überhaupt nichts abgewinnen“.

Grundlagen

Thorsten Blauert, Fachbereich Stadtentwicklung, erklärte, dass sich die gesetzliche Grundlage für das Radfahren geändert habe. Die vorgestellte Querungsmöglichkeit sei ein Zusatzangebot seitens der Stadt. Andreas Sültrup hingegen erkannte im vorgestellten Plan eine Strategie: „Sie wollen den Autofahrern auf keinen Fall weh tun.“

Wilfried Windhorst, CDU-Ausschuss-Vorsitzender, sagte zu der Thematik: „Wenn wir komplett umbauen, wird es eine größere Baumaßnahme.“ Und Bürgermeister Heinrich Vieker fügte an, dass es sich bei der General-Bishop-Straße um eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in der Stadt handele. Direkt an die Grünen gewandt sagte er, dass er seitens der Grünen die Perspektive vermisse – für diejenigen, die sich eben nicht so sicher fühlten auf dem Rad. Er machte den Grünen zum Vorwurf, dass sie nur kritisieren würden. Aber es sei keine bessere Alternative benannt worden, als die von der Verwaltung vorgeschlagene.

Uneinigkeit

Wilfried Windhorst stellte am Ende der Diskussion eine generelle Uneinigkeit fest. Die Ausschussmitglieder nahmen die Ausführungen zur General-Bishop-Straße erst einmal zur Kenntnis. Eine Entscheidung zum letztendlichen Ausbau der Straße folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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