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Specht-Gruppe investiert in neue Seniorenresidenz – Ina-Seidel-Schule wird abgerissen

Mega-Projekt für 15,5 Millionen Euro

Espelkamp (WB). 15,5 Millionen Euro wird die Bremer Specht-Gruppe für den Bau eines neuen Wohnquartiers für Senioren in Espelkamp investieren. Der Bau wird dort entstehen, wo derzeit noch das Gebäude der Ina-Seidel-Schule steht (wir berichteten).

Felix Quebbemann

Frank Markus, Geschäftsführer Specht-Gruppe (von links), Bürgermeister Heinrich Vieker und Fachbereichsleiter Thorsten Blauert haben auf der Dachterrasse des Rathauses die Pläne vorgestellt. Auch in Lübbecke wird die Specht-Gruppe eine Seniorenresidenz bauen. Foto: Felix Quebbemann

80 stationäre Pflegeplätze

Frank Markus, der Specht-Geschäftsführer, und Bürgermeister Heinrich Vieker haben gemeinsam mit Fachbereichsleiter Thorsten Blauert gestern im Rathaus die Pläne für das Mega-Projekt vorgestellt. Dabei sollen nicht nur 80 stationäre Pflegeplätze entstehen. Auch eine teilstationäre Tagespflege mit 12 bis 18 Plätzen ist vorgesehen.

Zudem ist geplant, noch weitere Wohnangebote für Senioren auf dem etwa 13.000 Quadratmeter großen Areal zu realisieren. Sechs Bungalows mit kleinen Gärten seien ebenso vorgesehen wie drei weitere Gebäude mit insgesamt 32 barrierefreien Wohnungen in unterschiedlichen Größen.

Vorhandener Bedarf

Die noch vor wenigen Wochen unter dem Namen Residenz-Gruppe Bremen tätige Specht-Gruppe hat im Bereich der Seniorenresidenzen einschlägige Erfahrung, wie Markus weiter mitteilte. »Seit 1988 haben wir beinahe 100 Pflegeeinrichtungen in der ganzen Bundesrepublik realisiert.«

Bürgermeister Heinrich Vieker zeigte auf, dass der Bedarf an einer weiteren Senioreneinrichtung da sei. »Wir verlieren pro Monat zwischen sechs und acht Senioren, die gerne hier bleiben würden.« Da sie aber keinen Platz in den vorhandenen Einrichtungen bekämen, zögen sie in das Umland. »Der Bedarf ist da.«

Markus erläuterte, dass es vor einiger Zeit die ersten Gespräche mit der Stadt gegeben habe. Es habe sich herausgestellt, dass die Angebotssituation nicht vollends den Bedarf decke. Die Specht-Gruppe habe im Nachbarkreis Herford »zwei vergleichbare aber nicht so attraktive Projekte in Enger und Kirchlengern« realisiert.

Ausschließlich Einzelzimmer

Markus führte weiter aus, dass sich die Verhältnisse im Vergleich zur Situation vor 15 Jahren verändert hätten. Heute seien es vor allem Menschen zwischen 80 und 90 Jahren, die einen Pflegeplatz suchten. Zudem seien nicht mehr physische Veränderungen sondern die psychischen Veränderungen – Markus sprach von demenziellen Veränderungen – ein großes Thema.

Der Specht-Geschäftsführer betonte, dass die neue Seniorenresidenz in Espelkamp ausschließlich Einzelzimmer habe und sich ausdrücklich an alle Interessierten wende. »Wir machen keine Abstufungen.« Die Pflegeeinrichtung sei »für den Standort Espelkamp ein positiver Schritt nach vorne mit Blick auf die demografische Entwicklung.« Markus sagte weiter, dass die Specht-Gruppe »froh ist, dass wir uns das Grundstück sichern konnten«. Die Lage biete zum einen die Nähe zum Zentrum und zum anderen einen Blick aufs Grüne. Vieker ergänzte: »Es ist ein Super-Standort. Dass dort etwas Edles entsteht, kann man auch an der Summe von 15,5 Millionen Euro sehen. Das ist schon eine Hausnummer.«

Zudem werden neue Arbeitsplätze durch die Einrichtung geschaffen. Markus rechnet mit bis zu 70 neuen Jobs im Bereich Betreuung, Pflege, Verwaltung und Hauswirtschaft. »Zehn Prozent davon sind Ausbildungsplätze.«

Bauzeit: 18 Monate

Baubeginn kann eventuell schon Anfang November sein. Doch wollen sich die Beteiligten nicht drängen lassen. Die gesamte Bauzeit ist mit 18 Monaten kalkuliert. Der Sommer 2019 sei das angepeilte Ziel für die Fertigstellung, erklärte Markus.

Vieker ergänzte, dass durch den Abriss der Ina-Seidel-Schule Musik- und Volkshochschule (VHS) in andere Räumlichkeiten umziehen müssten. Die Musikschule werde mit der neuen Auewald-Grundschule eine Kooperation eingehen. Die bald leer stehende Erlengrundschule solle unter anderem für Kurse der VHS genutzt werden. Dort gebe es auch eine Doppelturnhalle, die künftig auch vormittags genutzt werden könnte, sagte Vieker.

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