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Kinder- und Jugendbeirat hofft trotz der Kontaktverbote auf stärkere Beteiligung

Mehr Miteinander nur per Internet

Espelkamp

Der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Espelkamp möchte in Zukunft mehr Jugendlichen eine Teilnahme in seinem Gremium ermöglichen. Dafür hat er jetzt einen Antrag ausgearbeitet. Des Weiteren soll das Wahlalter heraufgesetzt werden. Darüber hinaus möchte er in Zukunft die Möglichkeit haben, Mitglieder ausschließen zu können, die offensichtlich kein Interesse an einer Mitarbeit mehr haben.

Andreas Kokemoor

Der Kinder- und Jugendbeirat hat sich über ein Webkonferenzsystem zur jüngsten Sitzung getroffen. Vorsitzende Narjis Lehna (Mitte) und Joline Rose waren mit Jugendreferent Frank Engelhardt im Isy 7, die anderen Teilnehmer waren online dabei. Foto: Andreas Kokemoor

- WB. Die elfte Sitzung des Espelkamper Kinder- und Jugendbeirates und gleichzeitig die erste des neuen Jahres feierte vor wenigen Tagen eine kleine Premiere. Acht Mitglieder trafen sich dazu, davon zwei im Soziokulturellen Zentrum Isy 7 und sechs online über das Webkonferenzsystem Big Blue Button. Vorsitzende Narjis Lehna leitete die Sitzung. Bei der persönlichen Begrüßung gab es leichte Rückkopplungen und technische Störungen, die aber im Verlauf des Meetings nicht wieder auftraten.

Zukünftig wünscht sich der Kinder- und Jugendbeirat, dass die fünf Bereiche Schulen, Vereine, Jugendeinrichtungen und Direktbewerber mit je acht Plätzen besetzt werden können. Sollte einer der Bereiche sein Kontingent nicht ausschöpfen, sollen die Plätze zur Verfügung gestellt werden.

Das Wahlalter soll heraufgesetzt werden und ab sofort 14 bis 20 Jahre betragen. „Auch wenn eine Person mit 14 Jahren schon als Jugendlicher gilt, wollen wir weiterhin Kinder- und Jugendbeirat heißen und die Wünsche und Anliegen der Kinder vertreten“, versprach Narjis Lehna.

Ihr Antrag, der mit dem Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt abgestimmt ist, soll im nächsten Hauptausschuss behandelt werden. Erhält er dort die Empfehlung, muss er an anschließend noch vom Rat beschlossen werden. Erst dann kann die neue Satzung vom Kinder- und Jugendbeirat angewandt werden.

Vorstandswahl

Auch mit Blick auf die Wahl des neuen Vorstandes, die eigentlich in der Zeit zwischen Februar und März vorgesehen war, voraussichtlich nun aber zwischen Ostern und Sommer vorgenommen wird, appellierte Lehna schon jetzt an die Mitglieder, sich Gedanken zu machen, wie der Kinder- und Jugendbeirat Leute für die nächste Amtszeit gewinnen kann. Absicht ist es, die Werbemaßnahmen zu erhöhen. „Wir müssen mehr Gesicht in den Sozialen Netzwerken bekommen“, sagte sie. „Dort sind wir kaum oder nur schwach vertreten.“ Die Versammlung schlug vor, Flyer zu erstellen und und Videos zu drehen. Dieses soll nun zeitnah erfolgen. Dafür möchte der Beirat auf professionelle Hilfe bauen. Der digitale Weg sei für Jugendliche auf jeden Fall „cool“ und angesichts der Corona-Einschränkungen vielleicht sogar der einzige Weg.

Kontakte zu Schulen

Narjis Lehna sagte, dass ein direkter Kontakt, zum Beispiel mit Gesprächen in den Schulen, natürlich persönlicher sei, aber aufgrund der Kontaktverbote wohl noch eine längere Zeit lang nicht umsetzbar sein werde. Lehna möchte den Kontakt über die Schulen auch über die Schülervertretungen suchen und ermöglichen.

Auch in einem weiteren Punkt möchte der Kinder- und Jugendbeirat mit den Schulen online zusammenarbeiten. Weil viele Schüler Nachhilfe benötigen, möchte der Kinder- und Jugendbeirat eine Nachhilfe-Börse ins Leben rufen und somit Schüler und Nachhilfelehrer zusammen bringen. Der Beirat habe sich Gedanken über ein Online-Projekt gemacht. Weil Nachhilfeschulen im Moment geschlossen hätten, sei es von dieser Seite schwierig, den gewohnten Unterricht anzubieten. Der Beirat will seine Idee bei der Stadt Espelkamp publik machen.

Derweil wies Narjis Lehna darauf hin, dass die Aktionswoche „Bunt statt schwarz-weiß“ (BSSW) auch in diesem Jahr ausfällt. Die Veranstalter hätten aber schon einige andere Ideen mit ihren Mitstreitern abgestimmt. Unter anderem wollen sich Espelkamper Gruppen und Einzelpersonen mit einem Tanz-Video präsentieren und an der weltweiten Tanzaktion „Jerusalema Dance Challenge“ teilnehmen. Auch dafür wolle der Kinder- und Jugendbeirat professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Lehna ließ darüber abstimmen, ob der Espelkamper Beirat dort mitmachen wolle. Die Abstimmung lautete einstimmig „dafür“.

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