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Seniorchefin Margrit Harting ist seit 35 Jahren im Familienunternehmen tätig

Mit Schwung ganz nach oben

Espelkamp

Margrit Harting ist seit 35 Jahren im Familienunternehmen tätig. Dabei hat sie die Technologiegruppe unter anderem in Optik und Stil, mit Worten und Bildern, Farben und Inszenierungen geprägt.

Margrit Harting (2. von rechts), seit 35 Jahren bei Harting zuständig für das Image und den guten Ruf der Technologiegruppe, hat allen Grund zum Feiern gehabt. Es gratulieren: der Vorstand für Personal und Recht, Dr. Michael Pütz (Mitte), sowie die Familienmitglieder Dietmar Harting (links), Maresa Harting-Hertz und Philip Harting (rechts). Foto: Harting

Als vor einigen Wochen die Nummer 70 der Zeitung für die Harting-Mitarbeiter erschien, war das ein Signal für ein bevorstehendes Jubiläum. Denn zweimal jährlich informiert „People“ über alles Interessante aus dem Unternehmen Harting. Verantwortet wird jede Ausgabe von Margrit Harting. So ist das seit 35 Jahren – seit 1987, ihrem Eintritt in die Technologiegruppe und der damals ersten Mitarbeiterzeitung „Harting verbindet“. Aber „People“-Chefredakteurin ist nur ein kleiner Teil ihres Engagements in der Technologiegruppe.

Völlig andere Karriere

Dabei hatte sich die gebürtige Lipperin eine völlig andere Karriere vorgestellt. Als Abiturientin nannte sie ihrem Vater aus Trotz Ozeanographie als Berufswunsch. Doch der, Gründer und Leiter einer privaten Handelsschule (Dr. Kohlhase) in Herford und Rahden, konnte damit nichts anfangen – und verordnete seiner Tochter ein BWL-Studium mit der Perspektive als künftige Chefin seiner Schulen. Sie wurde Diplom-Handelslehrerin und Studienrätin, unterrichtete, heiratete 1971 Dietmar Harting und übernahm die Rolle als Hausfrau, Mutter und Erzieherin von Sohn Philip und Tochter Maresa. Bei den Mahlzeiten mit ihrer Schwiegermutter Marie Harting, die ab 1962 allein an der Spitze des Unternehmens stand, gewann sie Einblick in den Betrieb. 1987, nach einer schweren Erkrankung von Marie Harting, bat Dietmar Harting seine Frau um Unterstützung. Der 1. März war ihr erster Arbeitstag.

Gastspiele

Die neue Mitarbeiterin, alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin, ging mit Schwung an die Arbeit und machte den Mittelständler, der 1987 rund 1.300 Mitarbeiter zählte und 148 Millionen D-Mark Umsatz erzielte, mit vielen Initiativen, kreativen Ideen, nachhaltigen Projekten in der Stadt und Region wahrnehmbarer, bekannt als modernes Unternehmen und attraktiver Arbeitgeber. Sie formte Harting in Optik und Stil, mit Worten und Bildern, Farben und Inszenierungen. Am Stammsitz Espelkamp fördert sie Einrichtungen und Angebote von Kultur, Sport und Bildung. Ihr verdankt Espelkamp den Auftritt des Berliner Ensembles und seines Intendanten Claus Peymann, Gastspiele im Rahmen des Kulturprojekts „Wege durch das Land“, den Besuch von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck und anderen Persönlichkeiten in der Stadt und auf dem jährlichen Messestand in Hannover. Ein Herzensanliegen war ihr die Modernisierung des Neuen Theaters, das zur führenden Spielstätte im Lübbecker Land wurde. Als Vorsitzende des Volksbildungswerkes, der Interessengemeinschaft Standortförderung für den Kreis Minden-Lübbecke, der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe und als Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (2006 bis 2018) gab sie entscheidende Impulse. Für ihre Verdienste wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1998 – zusammen mit ihrem Mann – mit dem Verdienstkreuz am Bande, 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse sowie im selben Jahr mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Espelkamp.

Ehrenbürgerschaft

Die Leibniz Universität Hannover verlieh ihr 2018 die Ehrenbürgerschaft. Im Unternehmen sind Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Weiterbildung, Personalarbeit, Frauen- und Nachwuchsförderung die zuständigen Vorstandsressorts der achtfachen Großmutter. Dafür wurden Wettbewerbe und Aktionen gestartet, etwa für Sicherheit und Ordnung am Arbeitsplatz („Harty“), um Kinder mit Technik („KiTec“) vertraut zu machen oder damit ehemalige Mitarbeiter („Emeriten“) in Verbindung bleiben.

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