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Stefan Bulk beringt Jungstörche im Kreis und macht auch Station bei Familie Eggert

Nach vier Jahren endlich besetzt

Espelkamp-Frotheim (WB/JP). Bei Familie Eggert in Frotheim hat ein Storchenpaar erstmals Nachwuchs bekommen.

Stefan Bulk bei der Beringungs-Aktion in Frotheim. Seit vier Jahren steht das Nest auf dem Hof. In diesem Jahr ist es zum ersten Mal besetzt worden. Foto: Jan Lücking

»Chancen stehen gut«

Beinahe vier Jahre hat es gedauert, bis sich dort die ersten Störche niedergelassen haben. »Die zwei Jungtiere sind zweieinhalb bis drei Wochen alt. Ich gehe davon aus, dass beide Tiere zum Ausfliegen kommen. Die Chancen stehen gut. Bei extremer Hitze finden die Störche oft nicht genug Nahrung im trockenen und harten Boden, aber den Tieren geht es gut«, sagte Stefan Bulk vom Kreisverband Minden-Lübbecke des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), der auch Mitglied im Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche im Kreis Minden Lübbecke e.V.« ist.

Der Naturschützer hat die Jungstörche beringt. Die Tiere sind nun beim Institut für Vogelforschung »Vogelwarte Helgoland« registriert und können so identifiziert werden. Das Storchenpaar sei derzeit das einzige Pärchen mit einer erfolgreichen Brut in Frotheim, weil der Nachwuchs im Storchennest bei der Familie Brammeyer von den Störchen aufgegeben worden sei, sagte Bulk.

Ein gutes Jahr

»Das vergangene Jahr war schon ein sehr gutes Jahr für die Störche, aber im laufenden Jahr zählen wir noch mehr Brutpaare im Kreis Minden-Lübbecke als im zurückliegenden Rekordjahr. Im gesamten Kreis Minden Lübbecke sind etwa 170 Jungstörche gesichtet worden«, sagte Stefan Bulk bei seinem Halt in Frotheim.

Angela Eggert erinnert sich noch gut an die Entstehung des Storchennestes an ihrem Haus. »Mein Ehemann Hartmut und ich kamen im August 2014 aus dem Urlaub auf Borkum zurück, als wir mit dem fertigen Storchennest überrascht wurden. Für Hartmut war das eine nachträgliche Geburtstagsüberraschung. Natürlich wussten wir von dem Storchnest, aber mit der Unterstützung von Familienmitgliedern, Handwerkern aus der Region und mit der Hilfe des Nachbarn Heinrich Keller wurde das Projekt in unserer Abwesenheit umgesetzt.«

Anfrage bei der Vogelwarte

In den vergangen Jahren habe sie dann immer mal wieder Störche beobachtet, die kurz Halt auf dem Storchennest gemacht haben, aber erst in diesem Jahr habe das erste Storchenpaar dort gebrütet, sagte die Frotheimerin, die auch beobachtet hat, wie das jetzige Storchenpaar Anfang April einen Storch aus dem Nest vertrieben hat, der bereits mit dem Nestbau begonnen hatte.

»Der weibliche Elternteil ist erst zwei Jahre alt und wurde in Petershagen-Bad Hopfenberg beringt. Der männliche Storch ist auch registriert. Da läuft aber noch eine Anfrage bei der ›Vogelwarte Helgoland‹. Das kann mehrere Wochen dauern bis wir erfahren, wo das Tier beringt wurde, hat man uns mitgeteilt«, sagte Angela Eggert, die mit dem NABU in Verbindung steht und die Störche auf dem ausrangierten Strommasten gerne mit dem Fernglas beobachtet. »Wir haben damals auch einen Vertrag mit dem Netzbetreiber geschlossen und tragen ganz offiziell die Verantwortung für die Standfestigkeit des Storchennestes«, sagte Eggert, die sich durch den Austausch mit Naturschützern Fachwissen über Störche angeeignet hat.

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