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Pfarrkonferenz in den Räumen des Espelkamper Söderblom-Gymnasiums

Neue Wege für Gespräche finden

Espelkamp (WB). Kirche und Schule stehen für die Evangelische Kirche von Westfalen in einer engen Verbindung. Das belegt schon die Tatsache, dass sich sieben Schulen an sechs Standorten in Trägerschaft der westfälischen Landeskirche befinden. In Espelkamp sind es gleich zwei: die Birger-Forell-Sekundarschule und das Söderblom-Gymnasium.

Pfarrer und Schüler bei der Aktion zur „guten evangelischen Schule” im Selbstlernzentrum des Söderbloms. Foto: Ulrich Helmich

Zum besseren gegenseitigen Kennenlernen und Austausch war die Idee entstanden, eine Pfarrkonferenz des Kirchenkreises Lübbecke im Evangelischen Schulzentrum Espelkamp abzuhalten. Nun waren die Pfarrerinnen und Pfarrer der Einladung ins Selbstlernzentrum des Söderblom-Gymnasiums gefolgt.

Konferenz

Unter Leitung des Superintendenten Dr. Uwe Gryczan und der Schulleiterin Marie-Luise Schellong fand dort diesmal eine etwas andere Pfarrkonferenz statt.

Die Veranstaltung begann mit einer Andacht, die von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis Q1 gestaltet wurde. Mit Lehrerin Monika Pauck, Koordinatorin für das religiöse Profil am Söderblom-Gymnasium, hatten die Schüler den Kirchentag in Dortmund im Juni 2019 besucht. Im Rahmen des Themas „Kirche macht Schule“ hatten die Jugendlichen dort eine Mitmachaktion veranstaltet, bei der Besucher Pappsteine mit Antworten auf die Frage „Was ist für Sie gute evangelische Schule?“ beschriften konnten.

Gesprächsszenen

Die Andacht stellte Gesprächsszenen des Kirchentages nach und bat die anwesenden Pfarrer ebenfalls um die Beschriftung von Pappsteinen zu dieser Frage. In einer Schlussrunde überlegten die Schüler und ihre Lehrerin, was sie an ihrer Schule so besonders finden: Transparenz (das offen einsehbare Lehrerzimmer); viele offene und freundliche Begegnungen; Leistung nicht als alleinige Grundlage von Anerkennung und Akzeptanz; dass es immer jemanden gibt, den man um Hilfe bitten kann; dass man immer noch einmal eine zweite Chance bekommt, denn jeder kann sich zum Positiven verändern. Als Basis gelte das christliche Menschenbild: demnach jeder Mensch als von Gott wertgeschätzt und darum auch von seinen Mitmenschen für wertvoll erachtet wird.

Die Andacht endete mit einem Tischabendmahl in besonderer Atmosphäre: mitten im Schulalltag, umgeben von lernenden Jugendlichen, zwischen Pausengong und Schulhoftrubel, feierten Schüler, Lehrkräfte und Pfarrer miteinander das Abendmahl.

Frühstück

An das nachfolgende gemeinsame Frühstück schloss sich eine Fragerunde an. Die Schüler wollten zum Beispiel wissen, was die Pfarrer in ihren Gemeinden tun, um Jugendliche für Kirche zu begeistern. Sie fragten unter anderem nach, wie sie es mit sozialen Medien als wichtiges Kommunikationsmittel der Jugend hielten.

Die Pfarrer kamen ins Nachdenken. Probleme des Datenschutzes und der Geschwindigkeit der neuen Medien wurden deutlich. Es traten aber auch Unterschiede in den Frömmigkeitsformen bei Jugendlichen und Erwachsenen zutage. Lebhaft wurde über Erfahrungen und Möglichkeiten des Zusammenlebens der vielfältigen religiösen Gemeinschaften der Stadt Espelkamp diskutiert. Unabdingbar sei es für Kirche und Schule Wege zu finden, wie man miteinander umgeht und im Gespräch bleibt.

Ziel

Marie-Luise Schellong und Monika Pauck machten abschließend deutlich, dass das Ziel der Schule ein ganzheitliches Lernen sei, ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Es gelte, die protestantische Freiheit zu leben und zu bewahren, kritisches Denken und Demokratiefähigkeit zu lehren und zu lernen und Glaubenserfahrungen zu ermöglichen und miteinander zu teilen.

Im Ganzen stieß die Veranstaltung auf eine positive Resonanz bei allen Beteiligten.

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