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Christian Wöbking hat viele Ideen, um Musikschulverbund voranzubringen

Neuer Leiter sieht viel Potenzial

Espelkamp (WB). Christian Wöbking ist seit seiner Kindheit ein begeisterter Trompeter. Nun will der neue Leiter frischen Wind in den Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede blasen. Trotz oft kritisierter finanzieller Schieflage und sinkender Schülerzahlen hat der 39-Jährige Diplom-Musiker die Aufgabe voller Tatendrang übernommen.

Arndt Hoppe

Christian Wöbking, neuer Leiter des Musikschulverbundes Espelkamp-Rahden-Stemwede, hat sein kleines Büro auf der dritten Etage im Espelkamper Rathaus. Er hat viele Ideen, wie die Einrichtung für die Zukunft wieder besser aufgestellt werden könnte. Foto: A. Hoppe

»Ich sehe durchaus ein großes Potenzial, das noch besser ausgeschöpft werden könnte«, sagt der gebürtige Petershäger, der das Fach »Trompete« an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover studiert hat. Auf was er sich einlässt, weiß er sehr gut. Denn Wöbking hat bereits seit 2004 (teils schon parallel zum Studium) viele Erfahrungen als Musiklehrer und Orchesterleiter gesammelt. Bereits seit 2006 ist er Trompeter an der Musikschule in Espelkamp.

Mehrfach mit der Musikschule umgezogen

»Ich habe in dieser Zeit schon fünf Umzüge mitgemacht«, sagt Wöbking. Ursprünglich begann er im Espelkamp-Haus. Danach erlebte er Umzüge in die Ostlandschule, in die Ina-Seidel- und in die Waldschule sowie in die Erlengrundschule. »Ich hoffe, dass sich die Standortfrage nun abschließend klärt. Ein Umzug ist immer fürchterlich«, sagt er. »Es ist wichtig, einen festen Anlaufpunkt zu haben. Manch einer in Espelkamp denkt, dass es die Musikschule nicht mehr gibt, seit das Espelkamp-Haus abgerissen wurde.«

Der leidenschaftliche Musiker, der in Stadthagen wohnt, leitet von seinem kleinem Büro im Espelkamper Rathaus aus die Geschicke der Einrichtung mit 15 Musiklehrern (etwa zwei Drittel in Festanstellung) und derzeit etwa 450 Schülern. Und das mit einer halben Stelle. Mit einer weiteren halben Stelle ist er gleichzeitig Leiter der Musikschule in Hille. Dort ist er auch an der Verbundschule Vertretungslehrer im Fach Musik.

Kontakt zu Kitas und Schulen geknüpft

Dank dieses Erfahrungsschatzes weiß er, was er tun oder auch fortsetzen will, um den Musikschulverbund wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. »Ich habe schon mit fast allen Kindergärten in unserem Einzugsgebiet Gespräche geführt. Denn wir möchten uns stärker in der Musikalischen Früherziehung engagieren. Man muss bei den Kindern den Wunsch wecken, Musik zu machen.« Außerdem sei geplant, die Zusammenarbeit mit den Schulen zu intensivieren und auszubauen. »Erste Kontakte mit Schulleitern sind schon geknüpft. Aber da kommt noch einige Arbeit auf mich zu«, weiß Christian Wöbking.

Individuelle Angebote

Wichtig sei ihm, dass die Musikschule keine pauschalen Angebote macht, sondern diese jeweils an die Bedürfnisse der Einrichtungen angepasst sind. Dabei ist ihm auch klar: »Der erste Unterricht, der gestrichen wird, ist oft Musik oder Sport.« Dabei sei die Erkenntnis nicht neu, das Musik positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. »Wir werden uns auch bemühen, Angebote im Offenen Ganztag zu machen. Denn außerhalb der Schule haben viele Schüler nur noch wenige Stunden am Tag. Da ist oft wenig Platz für ein Instrument.« Zum Thema Schule erwähnt Wöbking auch das Bildungsprogramm »JeKITS« (Jedem Kind Instrumente Tanzen Singen) an Grundschulen das eigentlich schon beendet sei. »Da könnte man für die nächste Auflage schon mal vorfühlen.«

Darüber hinaus würde sich Christian Wöbking freuen, wenn die Musikschule zusätzlich zu der aktuell bereits breiten Palette noch seltene Instrumente wie Oboe, Fagott oder Harfe anbieten könnte. »Auch der Bereich Chor-Ensembles wäre noch ausbaufähig. Schön wäre vielleicht ein integrativer Multi-Kulti-Chor.«

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