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"Quantensprung" mit Wahlfreiheit

Espelkamp

Der Aufbaugemeinschaft und der Espelkamper Stadtwerke AöR ist wieder ein Clou geglückt. Sie haben einen Vertrag unterzeichnet, der es möglich macht, alle Aufbau-Wohnungen an das schnelle Internet anzuschließen. Damit zählt die „Aufbau“ Deutschland weit zu den Vorreitern auf diesem Gebiet.

Von Felix Quebbemann

Klaus Hagemeier (vorne rechts) und Sascha Golnik (vorne links) freuen sich über den Ausbau aller Aufbau-Wohnungen mit schnellem Internet. Im Hintergrund betrachten sich schon einmal Birgit Aumann-Keull (von links), Alexander Lang (Kundenbetreuer der Aufbau) und Hinrich Bernzen das Ausbaugebiete. Foto: Felix Quebbemann

Als „Quantensprung in der Digitalisierung“ hat Sascha Golnik, Geschäftsführer der Aufbaugemeinschaft, nun einen Vertrag zwischen der Aufbau und der Stadtwerke AöR bezeichnet. Ebenfalls beteiligt an dieser Vereinbarung ist das Unternehmen Greenfiber. Dieses ist aber, nach Aussagen von Hinrich Bernzen von Greenfiber, lediglich Juniorpartner bei der Versorgung Espelkamps mit dem schnellen Datennetz.

Sascha Golnik

Aufbau und Stadt hätten aber bereits lange Gespräche zur Versorgung aller Aufbau-Wohneinheiten geführt, sagte Golnik. Die jetzige Vereinbarung jedenfalls mache die Stadt Espelkamp und auch die Aufbaugemeinschaft zu Vorreitern, wie Golnik weiter erklärte. Dennoch betonte der Aufbau-Geschäftsführer, dass die Mieter zwar ein konkurrenzlos schnelles Netz zur Verfügung hätten. „Es besteht aber grundsätzlich Wahlfreiheit. Die Mieter haben die freie Auswahl des Internetanbieters“, sagte Golnik. Und Bernzen fügte an, dass auch Greenfiber in dieser Frage „ganz frei“ sei. „Welche Prioritäten die Mieter letztlich setzen, entscheiden die Mieter.“

10.000-er Leitung

Diese Einstellung bestätigte auch Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR. Es sei auch der Stadt „wichtig, dass alles offen ist“. Nun aber sei es von Bedeutung, dass die Arbeiten beginnen. „Wir wollen die Infrastruktur auf den Weg bringen.“ Mitte 2024 soll das Projekt umgesetzt werden. Angestrebt werde, dann mit dem Netz auch arbeiten zu können, bestätigte Golnik. Er erklärte, die multimediale Versorgung der Aufbauwohnungen sei dann einzigartig. „Glasfaser gibt es in jede einzelne Wohnung – ohne Verluste.“ Greenfiber biete aktuell eine 10.000-er Leitung an, so Bernzen. Derzeit könne zwar noch kein Router im privaten Bereich eine solche Menge an Daten abrufen. „Das zeigt aber, welche Zukunft in diesem Projekt liegt“, erklärte Bernzen.

Birgit Aumann-Keull

Dass ein solches Angebot für die Mieter der Aufbau künftig von immer größerem Interesse wird, erläuterte Birgit Aumann-Keull vom Gebäudemanagement der Aufbaugemeinschaft. „ARD und ZDF werden nicht mehr so häufig geschaut. Es wird lieber gestreamt. Das Nutzungsverhalten hat sich geändert.“ Und dies zeige ebenfalls die Relevanz eines solchen Glasfaserkabels in jeder Wohnung. Die Freude über die Kooperation ist bei allen Beteiligten groß. „Es ist schon eine außergewöhnliche Sache. Wir freuen uns, dass wir es so attraktiv gestalten können. Die Vereinbarung stärkt die Wohnungsstruktur und die Qualität“, so Sascha Golnik weiter. Darüber hinaus betont Bernzen, dass die Zeit zum Handeln gegeben war. „Hätten wir es jetzt nicht gemacht, wäre das Netz wohl auf Jahre nicht ausgebaut worden.“ Und Bernzen machte ganz deutlich, dass Greenfiber die Zukunft unter anderem in der Stadt Espelkamp sieht. „Wir sind hier und wir bleiben hier.“ Die Mieter der Aufbau würden im Vorfeld unter anderem schriftlich umfassend über ihre künftigen Möglichkeiten mit dem neuen Netz informiert. „Für spezielle sachliche Fragen sind auch die Stadtwerke AöR vor Ort“, betonte Hagemeier.

Mehr als 3000 Wohneinheiten

In diesem Monat bereits wird das Unternehmen Greenfiber gemeinsam mit den Stadtwerken mit dem Bau für das schnelle Netz beginnen. Die Aufbau vermietet derzeit mehr als 3000 Wohneinheiten in der Stadt. In denen wohnen etwa 7.500 Menschen. Und Hagemeier verwies darauf, dass in ein paar Jahren ein Glasfaseranschluss genauso bedeutend sei wie ein Anschluss für Wasser und Strom. Und Golnik ergänzte: „Die Anschlüsse sind eine Investition in die Zukunft und steigern die Attraktivität der Wohnung.“ Hintergrund für den Vertrag zwischen Aufbau und Stadtwerke ist die Novelle des Telekommunikationsgesetzes, die am 1. Dezember 2021 in Kraft getreten ist. Demnach dürften Vermieter spätestens ab Mitte 2024 keine TV-Kabelverträge für ihren Bestand abschließen, die über die Nebenkosten umgelegt werden. Die Mieter haben dann die freie Wahl, über welchen Anbieter sie unter anderem ins Internet gehen wollen. Die Aufbau gehört mit der neuen Vereinbarung zu den modernsten Wohnungsbaugesellschaften auf diesem Feld in ganz Deutschland.

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