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Mühlenkreis: Aktion für lokales Gastgewerbe mit dem Projekt „Metachemie - Allein, für Niemand“

Rockmusik-Video hilft Diskotheken

Espelkamp/Stemwed...

Die Diskotheken gehören eindeutig zu den Verlierern der Corona-Pandemie. Deshalb haben zwölf Unternehmer und Künstler aus Minden-Lübbecke und Niedersachsen das Musik-Video-Projekt:

Arndt Hoppe

Bei einer Vor-Premiere haben Teile des Teams um Marco Buhrmester und die Band Metachemie das noch nicht ganz fertig produzierte Video zu „Allein, für niemand“ im Nachtwerk in Sulingen vorgestellt. Foto: Wick Wanitzek

„Das Video wird gemeinsam mit der Single am 2. April in allen gängigen Download-Stores veröffentlicht. Der gesamte Erlös wird ohne Abzug an die Diskotheken gespendet“, berichtet der ehemalige Espelkamper Wick A. Wanitzek, bekannt als Mitglied der Band Metachemie aus Niedersachsen und Stemwede.

Federführend und Ideengeber ist Marco Buhrmester, selbstständiger Videograph aus Hille, der das Projekt gemeinsam mit Metachemie verwirklichte. Wanitzek meldete sich Anfang des Jahres auf einen Aufruf Buhrmesters zu dem Videoprojekt in den sozialen Medien. Schnell war die Kooperation vereinbart und ab Anfang Februar wurde der Film an drei Tage gedreht. Denn alle mitwirkenden Gastgewerbe wurden in das Video eingebunden. „Am vergangenen Samstag haben wir das Video in einer Premiere in Sulingen für die Medien vorgestellt.“ „Metachemie gab es eigentlich seit 2019 nicht mehr. Aber kurz vor dem Projekt hatten Ryan Schwarze – unser Gitarrist und Chefkomponist – und ich beschlossen, die Band wieder zu aktivieren“, berichtet Wanitzek.

Die Produktionskosten für das Video werden zum größten Teil von Marco Buhrmester übernommen, einen Teil steuert Metachemie bei. Sie einigten sich darauf, den gesamten Erlös aus Streaming, Downloads und Youtube-Einnahmen an die Gastgewerbe weiterzuleiten. Schwarze und Wanitzek betonen: „Wenn wir diese Gelegenheit bekommen, wollen wir auch nichts daran verdienen“.

Buhrmester versammelte ein fünfköpfiges Team für Aufnahmen, Aufbau und Assentierung. Dazu gehörten die Kameramänner Neil Dustin Kohls und Colin Cummerwie, der Musiker DJ Maik „Agi“ Lamek und Christiane Lamek.

Am ersten Drehtag, dem 4. Februar, wurden Szenen im Stemweder Proberaum der Band aufgenommen, außerdem eine Fluchtfahrt, bei der Wanitzek mit den zwei neuen Bandmitgliedern Michel Möller und Jarle Daum im Auto saß. „Dabei wäre ich beinahe von der Straße abgekommen“, erinnert sich der Rockmusiker. In der „Fotografier-Bar“ von Andreas Fuchs in Hille wurden abends noch Szenen am Blackscreen gedreht.

„Es erschwert die Arbeit, alles mit Masken und Sicherheitsabständen zu organisieren“, erzählt Buhrmester über den Dreh unter Corona-Bedingungen. Für jeden Drehort habe er ein Hygienekonzept geschrieben, abgestimmt mit den Ordnungsämtern, sagt er und dankt für die gute Zusammenarbeit.

Der zweite Drehtag begann in Stemshorn. Für den Transport aller Materialien konnte die Band Asbest-Beseitigung ASI Service GmbH gewinnen. „Die Firma organisierte Transporter für die weiteren Drehtage, die direkt abgeholt werden konnten“, sagt Wick Wanitzek. Weitere Lichttechnik wurde morgens von der Stemweder LSM GmbH bereitgestellt.

In der Rahdener Marktschänke wurde eine weitere Szene gefilmt, in der Carlo „DJ BBC“ Lanzilotta aus Espelkamp einen Gastauftritt als Kellner hat. „Das gesamte Szenario wurde rückwärts aufgenommen“, berichtet Buhrmester. Die Marktschänke stellte dafür literweise alkoholfreies Bier zur Verfügung, bis die Szene ohne Stolpereinheiten aufgenommen werden konnte.

In der Musikbox Minden hatte „DIE Janine“ aus Minden einen Auftritt als Gitarristin. Unter anderem verprügelt sie in der Szene Sänger Wanitzek mit einer Gitarre – natürlich nur zum Schein. Allerdings zog er sich dabei aus Versehen eine verstauchten Finger zu. Am Abend standen in Life-Musikpark Ströhen Nahaufnahmen der Bandmitglieder an. Dazu steuerte das Life aus Preußisch Ströhen vielerlei Licht und Nebeleffekte und schaffte so eine Atmosphäre, mit der Kohls und Cummerwie tolle Aufnahmen gelangen.

Der dritte Tag stand komplett im Zeichen des Sulinger Nachtwerks. Dort traf sich die Crew mit Tänzerin Finja-Sophie Blase aus Espelkamp, DJ BBC und „DIE Janine“. Nachtwerk-Inhaber Riyad Al-Ghoul stellte zudem Frank und Andre aus dem Team zur Verfügung. Die Dreharbeiten dauerten vom frühen Morgen bis 21.30 Uhr. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass die Musiker beschlossen, noch 2021 eine kleines Open Air mit dem Nachtwerk zu veranstalten.

Für Finja-Sophie Blase war es eine neue Erfahrung, „Normalerweise tanze ich Hip Hop, Hard Rock ist eine ganz neue Schiene“. „Unglaublich, wie schnell sie sich reingefunden hat und wie gut sie performt hat“, schwärmte Marco Buhrmester. Wick Wanitzek musste lachen, als er sich an die Planungen in der Marktschänke erinnerte: „Da sagte Marco, dass er echt nichts gegen unsere Musik sagen kann, aber wir wären nun wirklich nichts zum Angucken.“ So habe er Kontakt zu „DIE Janine“ aufgenommen, die mit ihren Einlagen das Video „aufgehübscht“ habe. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das Festival“, sagte Janine.

Das Video und die Single erscheinen am 2. April. Das Video wird auf YouTube um 20 Uhr als Premiere veröffentlicht, auf dem Kanal „Wick! …von Metachemie“. Dazu wird Wanitzek um 19 Uhr mit Bandmitgliedern und einigen bekannteren Youtubern einen Livestream starten. Zu kaufen gibt es den Track auf Downloadportalen wie Amazon, iTunes, Google Play und ähnliche. Bereits ab dem 19. März ist dort älteres und unveröffentlichtes Material von Metachemie erhältlich. „Wir haben einige Songs mit der Band Synthmarine aufgenommen, als Metachemie auf Eis lag“, erzählt Ryan Schwarze. „Auch hier geht der ganze Erlös an die Diskotheken.“ Die Band Synth­marine habe ebenfalls für das Open-Air im Nachtwerk zugesagt, für das aber noch kein Termin feststeht. Metachemie hat wieder beim alten Label unterzeichnet. Als die von der Aktion erfuhren, hat auch das Label Artistfy schriftlich bestätigt, auf jedes Geld zu verzichten. „Wir sind Marco Buhrmester und allen Unterstützern unglaublich dankbar“, sagt Wick Wanitzek. „Ohne sie wäre das alles nicht zu verwirklichen gewesen.“

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