1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Seidel fordert die Vereine auf

  8. >

Hauptausschuss: Satzungsänderung bei Jugendbeirat zugestimmt – Kritik an millionenschweren Investitionen

Seidel fordert die Vereine auf

Espelkamp

Der Espelkamper Kinder- und Jugendbeirat ändert seine Satzung. Demnach sollen unter anderem Mitglieder, die nicht aktiv mitarbeiten, aus dem Gremium ausgeschlossen werden. Im Hauptausschuss wurde der Vorschlag angenommen.

Felix Quebbemann

Laureen Wall (von links), Lena Baganz, Frank Engelhardt (Stadtjugendpfleger) und Narjis Lehna haben die Arbeit des Jugendbeirates und die geplante Satzungsänderung im Bürgerhaus vorgestellt.. Foto: Felix Quebbemann

Der Kinder- und Jugendbeirat ist seit knapp anderthalb Jahren im Amt. Nach den gemachten Erfahrungen haben die Beiratsmitglieder Narjis Lehna (Vorsitzende) und ihre Stellvertreterinnen Laureen Wall und Lena Baganz im Hauptausschuss dafür plädiert, ein paar Änderungen an der Satzung vorzunehmen.

Diese betreffen unter anderem die Altersstruktur. Denn Mitglied soll man künftig mit bis zu 20 Jahren werden können. Zudem warben sie auch für schärfere Ausschluss-Möglichkeiten. Wer maximal drei Mal hintereinander nicht zu einer Sitzung erscheint, soll künftig aus dem Gremium ausgeschlossen werden. Ausschlaggebend dafür ist gewesen, dass sich einige Mitglieder weder in Arbeitsgruppen engagiert haben noch regelmäßig zu den Sitzungen gekommen sind.

Die Vorschläge zur Satzungsänderung sind im Kinder- und Jugendbeirat besprochen und beschlossen worden. Die drei Vertreterinnen des Beirates bedankten sich in der Hauptausschusssitzung im Bürgerhaussaal für die Möglichkeit, in jungen Jahren mit dem Beirat die Geschicke der Stadt gestalten zu können.

August-Wilhelm Schmale

August-Wilhelm Schmale (CDU) zeigte sich von den Vorschlägen der Jugendlichen beeindruckt. „Ich finde es großartig, dass diese Dinge vorgeschlagen werden.“

Kritik

Ähnliches war von Florian Craig (Bündnis 90/Die Grünen) zu hören. Er lobte, dass solche Dinge im Jugendbeirat erarbeitet würden. Kritisch sah er jedoch die Heraufsetzung des maximalen Alters von 18 auf 20 Jahre. „Ich weiß nicht, ob ich es so gut finde, das Alter auf 20 Jahre heraufzusetzen.“

Zustimmung für die Satzungsänderung erhielten die Jugendlichen von Daniela Beihl (FDP). Sie dankte den drei Vertreterinnen „für das Engagement“. Der Beirat sei eine schöne Gelegenheit, sich einzubringen.

André Stargardt

Auch André Stargardt (SPD) folgte den Ausführungen wohlwollend. Einen Vergleich zur großen Politik konnte er sich nicht verkneifen, als es um den Ausschluss von Mitgliedern im Jugendbeirat ging. „Wer nicht mitmacht, kann aussortiert werden – ich würde das auch bei der Politik mal vorschlagen“, sagte er mit einem süffisanten Lächeln.

Paul-Gerhard Seidel, Unabhängige Espelkamp Foto: WB

Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) machte am Ende noch einmal deutlich, dass es wichtig sei, nicht nur die Jugendlichen für die Arbeit im Beirat zu animieren und anzusprechen, „sondern auch die Vereine, die ja ein Vorschlagsrecht haben“, betonte er.

Der Hauptausschuss stimmte den Satzungsänderungen der Jugendlichen geschlossen zu.

Haushaltsplan

Zuvor hatten sich die Politiker intensiv mit dem Haushaltsplan 2021 beschäftigt (wir berichteten).

Paul-Gerhard Seidel

Auch da hatte Paul-Gerhard Seidel ein paar Verbesserungsvorschläge, die er mit seiner Fraktion besprochen habe. Zum einen stellte er die Frage, ob die millionenschweren Investitionen, die im Haushalt vorgesehen sind, auch tatsächlich notwendig seien. Vielmehr könne er sich vorstellen, dort ein wenig einzusparen, um dann vielmehr Mittel für die Entwicklung der Breslauer Straße bereitzustellen. „Dafür wurde kein Euro ausgewiesen“, kritisierte er.

Grundsatzentscheidung

Vertrösten lassen wolle er sich auch nicht mehr bei der Ausstattung der Sportplätze mit LED-Beleuchtung. Im vergangenen Jahr hätten die Unabhängigen dieses Thema bereits angesprochen. „Bis jetzt ist da aber noch kein Ergebnis herausgekommen.“ Er forderte dafür einen gesonderte Stelle im Haushalt. Darüber hinaus fehlten ihm im Haushalt ebenfalls Mittel für die Einrichtung eines Behindertenbeirates und die Neugestaltung des Wilhelm-Kern-Platzes. Zu guter Letzt forderte der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen eine Grundsatzentscheidung zum Haus der Geschichte. So soll entschieden werden, ob und wenn ja in welcher Form das Haus der Geschichte entstehen wird.

Auch André Stargardt sprach das Thema Haus der Geschichte in der Haushaltsdebatte kurz an. Dabei wurde er deutlich. „Diese Grundsatzentscheidung steht der Politik und auch den Bürgern zu.“

Archiv

Zudem machte er in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass für ein Haus der Geschichte das Archiv digital erfasst werden müsse. „Das ist eine Baustelle, die der Stadt noch bevorsteht“, mahnte er.

Wilfried Windhorst (CDU) bezog sich auf die Aussage Seidels zu den ausgewiesenen Investitionen. Obwohl der CDU die Haushaltssitzung mit dem Kämmerer noch bevorstehe, stelle man sich die Frage, ob die Höhe der Investitionen realistisch sei. Als wichtig sehe er an, dass die Verwaltung die notwendigen Fachkräfte bekommt, um die bevorstehenden Aufgaben bewältigen zu können.

Matthias Tegeler

Bürgermeister Henning Vieker und Fachbereichsleiter Matthias Tegeler sagten dazu, dass die Verwaltung ständig bemüht sei, Fachkräfte zu bekommen. „Mit gutem Personal steht und fällt die Aufgabe der Verwaltungen“, betonte Tegeler. Der Haushalt 2021 soll Ende Februar verabschiedet werden.

Startseite