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Aktion von Teppichhaus Tönsmann – Tagelöhner-Familien stark von Pandemie betroffen

Spenden helfen Kindern in Nepal

Espelkamp/Katmandu(WB). Weltweit leiden Menschen unter den Folgen und Regelungen zur Corona-Pandemie. Besonders betroffen sind dabei Familien in armen Ländern. Anne Tönsmann vom gleichnamigen Espelkamper Teppichhaus ist erst vor kurzem aus Nepal zurückgekehrt und das Unternehmen weiß um die Bedingungen unter denen die dortige Bevölkerung zurzeit zu leiden hat.

Arndt Hoppe

Die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie treffen besonders viele Kinder in Nepal, weil viele Eltern Tagelöhner sind und zurzeit nicht arbeiten können. Das Espelkamper Teppichhaus Tönsmann organisiert direkte Hilfe, wie hier bei einer Schulspeisung. Foto: Shresta Raj/Firma Tönsmann

„Eine Vielzahl der nepalesischen Arbeiter sind Tagelöhner. Weil in Nepal striktere Ausgangesbeschränkungen als in Deutschland herrschen, haben diese Tagelöhner keine Möglichkeit, sich Arbeit zu suchen, um das notwendige Einkommen zu beschaffen“, berichtet Senior-Chef Jürgen Tönsmann. „Unter dieser Situation leiden besonders die Kinder, denn die Eltern haben Schwierigkeiten, ihre Familien mit dem notwendigen Essen zu versorgen.“

Erinnerung an Care-Pakete der Nachkriegszeit

Er selbst sagt, er erinnere sich sehr gut an die Nachkriegszeit, in der er selbst in Rahden mit Care-Paketen und einer Schulspeisung unterstützt worden sei. „Die gab es damals von den Briten“, sagt er. Und das ist einer der Gründe, warum die Firma Tönsmann jetzt Spenden nach Katmandu schickt, um insbesondere die Not der Kinder abzumildern. „Wir überweisen die Spenden, die wir in unserem Geschäft gesammelt haben direkt an unseren Mitarbeiter Shresta Raj.“ Über öffentliche oder staatliche Kanäle Gelder nach Nepal zu schicken sei unmöglich. „Das kommt einfach nicht an, sondern versickert in irgendwelchen staatlichen Stellen“, ist Jürgen Tönsmann sicher.

Shresta Raj, der schon seit fast 20 Jahren für die Firma Tönsmann arbeitet, koordiniert vor Ort in Katmandu, dass die Hilfe bei den Familien und in Schulen ankommt. „Wir sind immer noch im Lockdown hier“, berichtet er. Die Infektionszahlen seien zuletzt stark gestiegen. Nach allem, was Jürgen Tönsmann aus Berichten seiner Tochter weiß, wird die Einhaltung der Ausgangssperre in Katmandu von Militärs durchgesetzt, bei Bedarf kommen dabei Schlagstöcke zum Einsatz.

Keine Arbeit und steigende Preise in Nepal

Der Lockdown hat nach Angaben des nepalesischen Mitarbeiters gleichzeitig auch einen Anstieg der Preise für Lebensmittel zur das geringe Einkommen bereits vorher kaum gereicht habe, um einen Monat zu überleben. Jürgen Tönsmann erklärt, dass Nepal eines der ärmsten Land der Erde ist. Seines Wissens nach liege das durchschnittliche Jahreseinkommen dort bei lediglich 300 Dollar.

Shresta Raj berichtet weiter: „Ich benötige derzeit etwa acht Euro, um Lebensmittel für eine Person für einen Monat zu kaufen.“ In den Paketen, die er pro fünfköpfiger Familie gepackt hat, seien jeweils für einen Monat enthalten gewesen: „25 Kilo Reis, zwei Liter Öl, ein Kilo Salz, drei Kilo Linsen, fünf Kilo geschlagener Reis, fünf Kilo Weizenmehl, zwei Kilo Gebäck/Kekse. Außerdem zwei Pakete Binden für die Monatshygiene der Frauen.“

Zuverlässiger Mitarbeiter in Katmandu

Die Firma Tönsmann hilft mit den Spenden insgesamt etwa 40 Familien und außerdem Kindern, die Schulspeisungen erhalten. Jürgen Tönsmann betont, dass von den Spenden nicht nur Familien profitieren, die für Tönsmann Teppiche knüpfen. „Shresta Raj kann vor Ort am besten beurteilen, wo das Geld am besten eingesetzt wird“, sagt Tönsmann. Es sei seht gut, dass man mit Raj einen zuverlässigen Partner in Katmandu habe, auch wenn man letztlich „nur einen bescheidenen Beitrag“ leiste, um die Situation ein wenig zu verbessern: „Ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Wie schwer die Ausgangsbeschränkungen den Menschen in Nepal zu schaffen machen, beschreibt Shresta Raj in seiner Korrespondenz mit dem Geschäft in Espelkamp: „Die Dauer des Lockdowns scheint immer länger und länger zu werden. Die Leute werden immer mehr Probleme bekommen. Inzwischen sind es schon fast zwei Monate.“

Das Teppichhaus Tönsmann wird auf jeden Fall ihre Unterstützung für die Familien und Schulen in Katmandu fortsetzen. Jeder, der dazu etwas beitragen möchte, kann Kontakt mit dem Geschäft an der General-Bishop-Straße aufnehmen oder sich unter Telefon 05772/4004 sowie per E-Mail an btt@teppich-toensmann.de wenden.

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