1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Sültrup sieht Verstoß

  8. >

Baumfällaktion im Espelkamper Ostlandviertel: Kritik an der Verwaltung

Sültrup sieht Verstoß

Espelkamp (WB/fq). Für »nicht in Ordnung« hält Andreas Sültrup, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, die Baumfällungen im Bereich des Ostlandviertels. Dies betonte er während der Ratssitzung am Mittwochnachmittag. Und er untermauerte seine Ansicht auch sogleich mit dem zuständigen Bebauungsplan 66 in dem Bereich.

Die Baumfällungen im Ostlandviertel haben die Politiker im Rat beschäftigt. Es wurde intensiv diskutiert.

Auf die Frage, ob dieser derzeit noch Gültigkeit habe, weil ja der neue Entwurf noch zur Offenlage im Rathaus ausliege, antwortete Matthias Tegeler, zuständiger Fachbereichsleiter, dass dem so sei.

Ordnungswidrigkeit

Sültrup führte weiter aus, dass in dem noch gültigen Bebauungsplan der Bestandsschutz der Bepflanzung im Bereich der ehemaligen Ostlandschule vorgesehen sei. »Wenn Sie jetzt dort abholzen, ist es eine Ordnungswidrigkeit.« Diese Aktion verstoße gegen den Bebauungsplan und handle gegen die Vorgaben.

Zuvor wurde Vieker bereits in der Bürgerfragestunde gefragt, auf welcher rechtlichen Grundlage die Fällungen vorgenommen worden seien.

»Alle Parteien waren sich einig, dass sie ein Ärztehaus wollen«, erklärte Vieker. So habe er es jedenfalls wahrgenommen. Auch die Naturschutzbehörde sei eingebunden gewesen. Man habe abgewogen zwischen Ärztehaus und Bäumen. Und das Ärztehaus stelle ein Bedarf zum »Wohl der Allgemeinheit« dar.

Sondergenehmigung

Die Bäume hätten bis Ende Februar gefällt werden müssen. »Somit brauchen wir uns keine Gedanken über eine Sondergenehmigung zu machen«, so Vieker. Er erklärte weiter. »Wenn wir das alles nicht mitgetragen hätten, wäre jetzt kein Ärztehaus gekommen.« Auf die Feststellung seitens der Bürgerschaft, dass aber die Offenlage der Pläne noch gar nicht beendet sei, entgegnete Vieker, dass sich Einsprüche seitens der Bürgerschaft ja nicht nur auf die Bäume beziehen könnten. Es gehe zum Beispiel auch um die Lage des Hauses. »Die Einsprüche werden bearbeitet.« Und über Bäume, die nicht mehr da wären, müsse man nicht mehr beschließen. Er betonte, dass man sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe.

Auf eine weitere Frage seitens der Bürger, dass man das Ärztehaus nicht im Sinne des Büsumer Modells finanziert, sondern sich für einen Investor entschieden habe, entgegnete Vieker, dass man keine Zustimmung seitens der Ärzteschaft für ein medizinisches Versorgungszentrum im Sinne des Büsumer Modells bekommen habe. Es habe aber großen Bedarf und auch Bereitschaft für Gemeinschaftspraxen gegeben.

Antwort

Matthias Tegeler antwortete zudem auf ein Schreiben an die Verwaltung, das das Ärztehaus kritisch beleuchtet. Ziel des Ärztehauses sei es vor allem, praktizierende Ärzte in Espelkamp zu halten und auch den ein oder anderen neuen Arzt nach Espelkamp zu locken, sagte Tegeler. Er entgegnete dem Verfasser des Schreibens, dass ein medizinisches Versorgungszentrum gegenüber dem geplanten Ärztehaus keinerlei Vorteile bei der Akquise neuer Ärzte bringe.

Startseite
ANZEIGE