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Theater am Kurfürstendamm spielt die Komödie »Im Sommer wohnt er unten«

Tempo, Witz und Turbulenzen

Espelkamp (WB/JP). Tempo, Timing, Witz – diese drei Komponenten waren die Hauptzutaten für einen gelungenen Theaterabend.

Noch ist das Leben von Mathias (René Steinke) und seiner französischen Freundin Camille (Lara Marian) in bester Ordnung. Sie genießen die Ruhe der Mittelmeerküste – bis Bruder David mit seiner Ehefrau Lena auftaucht. Foto: Jan Lücking

Dafür hat das Theater am Kurfürstendamm gesorgt. Das Ensemble führte die Familienkomödie »Im Sommer wohnt er unten« auf. Das Volksbildungswerk meldet schon weit im voraus: »Ausverkauftes Haus.« Die Zuschauer sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Aufwendiges Bühnenbild

Martin Woelfler (Regie) ist es nicht zuletzt auch durch die Besetzung der Rollen gelungen, eine tolle Bühnenfassung umzusetzen. Auch das aufwendige Bühnenbild vom Stephan Fernau war ansprechend gestaltet und nahm die Zuschauer mit zum Ferienhaus an der französischen Mittelmeerküste. Hier Dort genießt Mathias (René Steinke) mit seiner französischen Freundin Camille (Lara Marian) das Leben. Sie bringt Sohn Etienne mit in die Beziehung. Mathias ist vor den hohen Erwartungen seiner Familie in das Ferienhaus des Familie geflohen. Als dann Bruder David (Fabian Harloff) und seine Ehefrau Lena (Laina Schwarz) früher als erwartet zu Besuch kommen und Urlaub machen wollen ist das lockere Leben vom Camille und Mathias schlagartig vorbei.

Bei David herrscht Ordnung und Disziplin. Er besteht darauf, dass er zusammen mit Lena das Zimmer im Obergeschoss bekommt und Mathias mit Camille nach unten zieht. Der Rasen soll von Mathias gemäht werden und das Kind von Camille stört ihn auch. Von da an geht es turbulent zu auf der Bühne.

Ein Hochgenuss

Gags, Tempo und gelungenes Timing sorgen für viel Action auf der Bühne. Camille wird sehr überzeugend von Laina Schwarz gespielt. Offen, ehrlich und direkt gibt sie sich als resolute starke Frau, die Mathias, der doch einfach nur seine Ruhe haben will, schon mal als »Schlappschwanz« bezeichnet – und das mit herrlich amüsantem französischen Akzent. Durch französische Chansons zwischen den Szenen und während des Stückes wurde die passende Atmosphäre erzeugt.

Ein Hochgenuss ist es, als Camille und Mathias unter den Klängen von »Je t ´aime… moi non plus« stürmisch im Schlafzimmer verschwinden. Wenige Augenblicke später hört man emotionale Laute und Geräusche. Den Rest überlassen die Darsteller der Fantasie des Publikums.

Romantischer Schlusspunkt

In einer anderen Szene performen David und Mathias im Duett, ausgestattet mit Sonnenbrille und Besenstiel, im Vollplayback den französischen Chanson »Tu t´en vas«. Sehr witzig gemacht. Auch in der zweiten Hälfte bleibt es turbulent. Es bahnen sich Beziehungen an. Und auch das liebe Geld oder besser: die nicht vorhandenen »Moneten« sorgen für zusätzlichen Drive im den Stück.

Am Ende aber wartet ein romantischer Schlusspunkt auf das Publikum. Und als Lena und David endlich wieder abreisen, können Mathias und Camille wieder ihr unbeschwertes Leben genießen.

Das Espelkamper Publikum bedankte sich mit einem kräftigen Applaus für einen sehr unterhaltsamen Theaterabend mit überzeugenden schauspielerischen Leistungen.

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