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Espelkamp: Xtrasport-Inhaber Dennis Schmidt will die Zeit des Lockdowns sinnvoll nutzen

Testzentrum im Fitnessstudio

Espelkamp

In dem seit Monaten wegen des Lockdowns geschlossenen Fitnessstudio Xtrasport in Espelkamp plant Inhaber Dennis Schmidt die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Arndt Hoppe

Fitnessstudio-Betreiber Dennis Schmidt (links) und sein Mitarbeiter Sven Rehorst wollen Mittwoch das Corona-Schnelltestzentrum öffnen. Foto: Andreas Kokemoor

Er möchte etwas anbieten, das in der Pandemie gefragt ist: Er beabsichtigt, in seinen Räumen ein Covid-19-Schnelltestzentrum einrichten. „Es sind nur noch wenige Schritte notwendig, aber wenn alles gut läuft, könnte ich am kommenden Mittwoch, 27. Januar, eröffnen“, sagt Schmidt.

Seine Zuversicht ist durchaus begründet. „Das Hygienekonzept steht. Ich habe bereits das Okay von der Bezirksregierung“, sagt der Espelkamper. Darüber hinaus habe er in Espelkamp einen Arzt gefunden, der sein Projekt begleitet. Das Team der Hausarztpraxis Bömeke – Frodermann – Hosp habe mündlich zugesagt, das Projekt unterstützend zu begleiten. „Obwohl es nicht zwingend notwendig ist, das Hygienekonzept abnehmen zu lassen, möchten wir dennoch auf die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Minden Lübbecke bauen, um sicher zu gehen, den testenden Personen den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.“

Den Anstoß, seine Räume in ein Schnelltestzentrum zu verwandeln, kam von einem seiner Mitarbeiter. Dieser wies ihn darauf hin, dass in Hamm bereits ein Fitnessstudio in ein solches Corona-Schnelltestzentrum umfunktioniert wurde.

Die Testkabinen sind bereits hergerichtet. Foto: Andreas Kokemoor

„Die Idee hat mich sofort überzeugt“, sagte Dennis Schmidt. „Daraufhin wurde ein Konzept erstellt und nur knapp zwei Wochen später stehen wir kurz vor der Eröffnung. Das wäre ohne die gute Kooperation mit den Behörden nicht möglich gewesen.“

Dennis Schmidt ist überzeugt, dass es für das Schnelltestzentrum einen Bedarf in Espelkamp und Umgebung gibt. Er rechnet mit Nachfragen aus den Nachbarorten Stemwede, Rahden bis hin nach Preußisch Oldendorf. „Das Testzentrum in Minden ist weit weg und es kommt teils zu langen Wartezeiten. Wir wollen den Bürgern im westlichen Teil des Kreisgebietes ermöglichen, sich ohne großen Zeitaufwand sicher testen zu lassen“, sagt Schmidt. Es gebe zwar auch die Möglichkeit, im Krankenhaus Rahden einen solchen Schnelltest durchführen zu lassen, aber nur an zwei Tagen pro Woche für jeweils drei Stunden. „Wir wollen werktags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, so können wir auch Ansprechpartner für Firmen werden, die ihre Mitarbeiter kurzfristig testen lassen wollen.“ Ein Schnelltest könne unter anderem sinnvoll sein, wenn man leichte Erkältungssymptome aufweise und sich vor einem Besuch bei den Angehörigen absichern wolle, nennt Schmidt als Beispiel.

Dennis Schmidt

Nun möchte Dennis Schmidt mit dem Projekt dazu beitragen, dass die Infektionszahlen schnell wieder sinken. Und dafür sei es wichtig, dass die Menschen bei Bedarf schnell herausfänden, ob sie infiziert sind. „Wir wollen bei uns einen sogenannten Antigen-Schnelltest anbieten.“ Das Ergebnis erfahre der Getestete bei diesem Verfahren bereits nach 15 Minuten. „Mit einem zugelassenen Schnelltest wird nachgewiesen, ob eine Person akut infiziert und ob sie ansteckend ist“, erklärt Schmidt. „Wer getestet wird, erhält eine Bescheinigung. Bei einem positiven Test empfehlen wir, sich umgehend in Quarantäne zu begeben und einen PCR-Test durchführen zu lassen, um das Ergebnis zu verifizieren.“ Der Antigen-Test funktioniert nach dem Prinzip des Schwangerschaftstests. Er kann nur nachweisen, ob eine Viruserkrankung vorliegt, nicht in welchem Stadium man sich befindet. „Da manche Schnelltests Fehlerquoten bis zu 15 Prozent haben, sind wir froh mit der Firma Uni Bioscience einen Test mit einer Genauigkeit von 97,44 Prozent zu haben“, erklärt Schmidt.

Selbstverständlich seien die Räume des Fitnessstudios bereits so vorbereitet, dass es am Mittwoch losgehen kann. Die Ansteckungsgefahr im Testzentrum werde selbstverständlich durch entsprechende Maßnahmen minimiert. Dafür wird auf Digitalisierung gesetzt. Alles laufe weitestgehend kontaktlos. Um Wartezeiten zu reduzieren, können vorab Termine im Fünf-Minuten-Takt gebucht werden. Testwillige können sich entweder telefonisch unter der normalen Xtrasport-Nummer 05772/2034733 anmelden oder über das Internet unter schnelltestzentrum-espelkamp.de registrieren.

Bei der Anmeldung werden die persönlichen Daten abgefragt. „Wer zum Test kommt, muss den Personalausweis mitbringen. Auf dem gesamten Gelände gilt FFP2-Maskenpflicht“, sagt Dennis Schmidt. Außer den zu testenden Personen sind jeweils nur drei Mitarbeiter anwesend.

Einer davon ist Sven Rehorst. Er ist nicht nur Fitness- und Rehasportfachmann im Studio, sondern außerdem Sanitäter. Bei ihm sind die zu Testenden in guten Händen. „Die im Ärztehaus Medici geschulten Mitarbeiter sind selbstverständlich zertifiziert, den Test durchzuführen. Daher macht es keinen Unterschied, ob man sich in Minden, Rahden oder Espelkamp testen lässt.“

Nun hofft der Espelkamper darauf, dass es bald losgehen kann. „Schließlich möchte ich dazu beitragen, dass die Einschränkungen bald vorbei sind und für alle ein normaler Alltag möglich wird – inklusive des Besuchs im Fitnessstudio.“

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