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Corona-Impfaktion im Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp: Personen geimpft, die noch nicht an der Reihe gewesen wären

Verständnis für den Unmut beim Kreis Minden-Lübbecke

Espelkamp (WB/fq)

Die Vorfälle im Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp haben auch die Mindener Kreisverwaltung beschäftigt. Die kritisiert die Geschehnisse in der evangelischen Stiftung. „Im Falle des Ludwig-Steil-Hofes entsprach das Vorgehen nicht den geltenden Regeln. Der Kreis Minden-Lübbecke kann den Unmut über die Geschehnisse deshalb gut nachvollziehen“, teilte Pressesprecher Florian Hemann auf Anfrage dieser Zeitung mit.

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Der Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp. Foto: Felix Quebbemann

Während einer Impfaktion auf dem Gelände der Stiftung haben Mitarbeiter des Steil-Hofes, unter ihnen auch Vorstand Pfarrer Stefan Bäumer, sowie Angehörige Corona-Impfungen erhalten, obwohl sie nicht zur Prioritätengruppe 1 gehörten. Die Verantwortlichen im Ludwig-Steil-Hof haben Fehler während der Impfaktion zugegeben und sich unter anderem beim Stiftungsrat entschuldigt. Den Vorwurf des Vorsatzes wies Bäumer jedoch vehement zurück.

Cornelia Schöder leitet seit Beginn der Pandemie den Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke (links der ehemalige Landrat Ralf Niermann). Foto: Friederike Niemeyer

Die Minden-Lübbecker Kreisverwaltung erklärte, dass bei Impfaktionen dafür Sorge getragen werden müsse, „die Impfstoffdosen an Menschen aus der höchsten Priorität zu verimpfen“.

Innerhalb des Corona-Krisenstabes, der bei der Kreisverwaltung gebildet wurde, gibt es die „Koordinierungseinheit“, die unter anderem für die Belieferung mit dem Impfstoff zuständig ist. Auf die Frage, ob es am Impftag im Steil-Hof am Montag, 20. Januar, Rückfrage seitens des Steil-Hofes gegeben habe, wie mit übrig gebliebenen Impfdosen verfahren werden solle, sagte Hemann: „Dem Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke liegen keine Informationen vor, wonach am Tag des Impfens Rückfragen von Seiten des Ludwig-Steil-Hofes oder des durchführenden Ärzteteams beim Kreis eingegangen wären.“

Seitens der Kreisverwaltung sitzt Kreisdirektorin Cornelia Schöder im Rat der Stiftung Ludwig-Steil-Hof. Der Stiftungsrat hat die Entschuldigung Bäumers zu den gemachten Fehlern akzeptiert und zur Vermeidung von ähnlichen Geschehnissen mit Diakon Peter Dürr einen Ombudsmann einberufen.

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