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Wegen Vergewaltigung und Betäubungsmittel-Abgabe: 25-Jähriger muss ins Gefängnis

Verurteilt: zwei Jahre und zehn Monate

Espelkamp

Ein 25-jähriger Mann aus Hüllhorst ist am Dienstag vom Schöffengericht Minden zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Jahr 2019 eine Minderjährige in Espelkamp vergewaltigt hat.

Von Felix Quebbemann

Das Mindener Schöffengericht hat einen 25-Jährigen wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ein spätes Geständnis konnte einen 25-jährigen Mann aus Hüllhorst auch nicht mehr vor der Haft retten. Wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen und der versuchten Abgabe von Betäubungsmitteln an sein Opfer sprach ihn das Schöffengericht Minden schuldig. Das Urteil lautete: zwei Jahre und zehn Monate. Der Richter ließ am Dienstag keinen Zweifel daran, dass er dieses Urteil für gerechtfertigt hält: „Das Gericht ist von den beiden Taten überzeugt“, sagte er. Das Urteil hätte zudem höher ausfallen können – „deutlich über drei Jahre hätten es auch werden können“.

Richter Homeier

Strafmildernd führte das Gericht an, dass sich der Angeklagte am zweiten Prozesstag geständig gezeigt habe. Aber: „Das Geständnis kam sehr spät. So viel haben wir uns nicht erspart“, betonte der Richter. Der 25-jährige Angeklagte jedenfalls räumte an diesem zweiten Prozesstag ein, dass sich die Tat genauso zugetragen habe, wie es sein damals minderjähriges Opfer in der nicht-öffentlichen Aussage vor Gericht geschildert habe und auf die sich auch die Anklageschrift beruft. Zugetragen hatte sich die Tat am 7. Oktober 2019. Das damals 15-jährige Opfer hatte sich mit einem Freund zum Pokémon Go spielen getroffen. Aufgrund eines leeren Handy-Akkus rief sie den Angeklagten an, den sie flüchtig kannte. Sie wollte dort ihr Handy aufladen. Der Angeklagte holte sie ab, nutzte dann in seiner Wohnung die Situation aus, warf das Mädchen aufs Bett und riss ihr die Kleidung herunter. DNA-Spuren des Angeklagten seien sowohl an der Unterwäsche des Opfers sowie bei der ärztlichen Untersuchung des Opfers gefunden worden. Bestritt der Angeklagte am ersten Verhandlungstag elf Tage zuvor noch, dass es „sexuelle Handlungen gegeben“ habe, begann der zweite Prozesstag mit der Bitte der Verteidigung um ein „Rechtsgespräch“. Es folgte eine Unterbrechung der Verhandlung. Derer sollten noch zwei weitere folgen. In dem Rechtsgespräch fragte der Verteidiger des Angeklagten an, ob eine „Verständigung“ möglich sei, sollte sich der Angeklagte geständig zeigen.

Keine leichte Aufgabe

Es war keine leichte Aufgabe für Richter Homeier, denn der 25-Jährige ist ein weiteres Mal angeklagt worden. Seine ehemalige Lebensgefährtin nämlich warf ihm sexuelle Nötigung vor – ebenfalls im Jahr 2019. Darüber hinaus wurde nach dem Verlesen des Vorstrafenregisters deutlich, dass der 25-Jährige auch schon des Diebstahls überführt wurde. Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Richter waren sich aber letztlich einig, dass ein Geständnis strafmildernde Folgen haben könnte. Die Anwältin der Nebenklägerin – des Opfers – machte ebenfalls deutlich, dass ein Geständnis die „psychischen Belastungen des Opfers lindern könnte“. Der 25-Jährige gestand die Vergewaltigung, auch wenn sich seine Version letztlich nicht völlig mit der der Anklage deckte. Für die Plädoyers wurde die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen, da Aussagen des Opfers in nicht-öffentlicher Verhandlung weiterhin geschützt werden sollten.

Richter Homeier

Richter Homeier machte aber bei der Urteilsbegründung deutlich: „Die Tat hat sich tatsächlich so zugetragen, wie sie angeklagt worden ist.“ Das Gericht sei von beiden Taten in Tateinheit überzeugt. Der Angeklagte sei auch – trotz Einnahme von Kokain und Alkohol am Tattag – nicht vermindert schuldfähig. Darüber hinaus sei der 25-Jährige vorbestraft, wenn auch nicht einschlägig. Zudem spreche gegen den Angeklagten, dass sich eine weitere Tat an seiner ehemaligen Lebensgefährtin beinahe identisch lese. Und nicht zuletzt habe die Vergewaltigung schwere Folgen bei seinem Opfer hinterlassen – sowohl körperlich, psychisch wie auch beruflich.

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