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Treffen der Arbeitskreise »Plattdütsk in de Kerken« im Espelkamper Rathaus

Vieker begrüßt Gäste »upp Platt«

Espelkamp/Altkreis Lübbecke (WB/fq). Die Plattdeutsche Sprache ist ein unschätzbares Kulturgut. Den Erhalt dieser Sprache hat sich vor allem die ländliche Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben.

Pastor i. R. Wilhelm Dullweber (von links), Walter Scheller (Sprecher AK Niedersachsen/Bremen), Bürgermeister Heinrich Vieker und Heinz Schlüter (AK-Sprecher Westfalen). Foto: Kokemoor

Kurze Andacht

Jetzt haben sich Vertreter der Arbeitskreise »Plattdeutsch in der Kirche« aus Niedersachsen/Bremen und Westfalen in Espelkamp getroffen. Die Organisation lag dieses Mal in den Händen von Pastor i. R. Wilhelm Dullweber. Der hatte sich aufgrund der Bedeutung der Landeskirche für Espelkamp seit einiger Zeit dafür eingesetzt, dass die Arbeitskreise sich in Espelkamp treffen sollten.

Etwa 45 Mitglieder haben sich im Rathaus der Stadt eingefunden und wurden dort von Bürgermeister Heinrich Vieker – nach einer kurzen Andacht – auf »Isenstedter Platt« willkommen geheißen.

Vorträge

Im Anschluss daran hat Ernst Becker, der Vorsitzende des Volksbildungswerkes Espelkamp und Mitglied des Geschichtskreises, den Gästen die Geschichte Espelkamps näher gebracht.

Und obwohl Espelkamp eine junge Stadt ist, haben die Besucher schnell erkannt, dass das »Plattdütsk« auch in Espelkamp zuhause ist. Das Thema Kirche wurde wieder aufgenommen beim Vortrag von Gerhard Könemann zum Thema Birger Forell.

Unter der Leitung von Torsten Siemon, dem Sachgebietsleiter Kultur in der Stadtverwaltung, ging es dann auf eine Busrundfahrt durch Espelkamp. Siemon begleitete die Gruppe auch durch den Tag und resümierte, dass das Programm bei den Gästen, die teilweise aus Stralsund und Oldenburg angereist waren, sehr gut angekommen sei.

Bis zu fünf Treffen im Jahr

In den Arbeitskreisen »Plattdütsk in de Kerken« setzen sich die Mitglieder dafür ein, dass das Plattdeutsche als regional wertvolles Gut erhalten bleibt und unter anderem in der Kirche und in der Schule gesprochen wird.

So steht zum Beispiel in der Präambel der Satzung der Arbeitsgemeinschaft »Plattdütsk in de Kerken« geschrieben, dass sie sich die Aufgabe setzt, »das Evangelium von Jesus Christus in plattdeutschen Mundarten zu verkünden, wie sie in den Gemeinden gesprochen und verstanden werden. Sie dient der Zusammenarbeit aller in der plattdeutschen Verkündigung und Gemeindearbeit Tätigen und an ihr Interessierten.« Die Treffen sind laut Satzung drei bis fünfmal im Jahr angesetzt. Einer der Grundgedanken des Arbeitskreises, ergänzte Siemon, sei es, das Plattdeutsch in der kirchlichen Praxis zu erhalten«.

Pflichtfach

Dass es zwischen den Regionen sehr unterschiedliche Entwicklungen bei Anwendung und Erhalt der Plattdeutschen Sprache gibt, erläuterte Torsten Siemon im Gespräch mit dieser Zeitung ebenfalls. »Die Arbeitskreise setzen sich zum Beispiel auch dafür ein, dass Plattdeutsch in der Schule unterrichtet wird.« Dies sei in Hamburg bereits sehr viel weiter fortgeschritten als in Nordrhein-Westfalen, so Siemon. Dies liege unter anderem daran, dass in NRW nicht in allen Teilen des Landes »Platt« gesprochen wird.

Doch auch in Nordrhein-Westfalen und dort ebenfalls in Espelkamp, hat man die Bedeutung des Kulturgutes »Plattdütsk« erkannt. Denn mittlerweile wird an den hiesigen Grundschulen den Jungen und Mädchen »Platt« beigebracht – auch wenn dies noch kein Pflichtfach geworden ist. Das Ziel der Plattdeutschen Arbeitskreise ist es, diese Fortschritte zum Erhalt der niederdeutschen Sprache künftig noch weiter auszubauen.

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