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Espelkamps Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter informiert über die Umsetzung des Medienentwicklungsplans an Schulen

Viel Lob und ein Flaschenhals

Espelkamp

Die Digitalisierung der städtischen Grundschulen in Espelkamp schreitet immer weiter voran. Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter jedenfalls zeigte sich zufrieden mit der Umsetzung der dritten Stufe des Medienentwicklungsplanes.

Felix Quebbemann

Andreas Bredenkötter, Schulamtsleiter Foto: Felix Quebbemann

Die städtischen Grundschulen in Espelkamp sind bereit, ein digitaler Lernort der Extraklasse zu werden. Soviel jedenfalls stand nach den Ausführungen von Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter während der Schulausschuss-Sitzung im Bürgerhaus fest.

Andreas Bredenkötter, Schulamtsleiter Foto: Hendrik Schmalhorst

Lob

Viel Lob gab es daher auch aus den Reihen der Politiker, die die Umsetzung der Stufe III des Medienentwicklungsplans (MEP) lobten. „Ich bin begeistert, was geschafft worden ist“, sagte zum Beispiel Bernd Selig (Unabhängige). Mit Blick auf die derzeit unbefriedigende Unterrichtssituation fügte er an: „Jetzt sind die Schulen so gut ausgestattet, und unsere Kinder können nicht hingehen.“

Andreas Bredenkötter

Die Corona-Auswirkungen sollten aber bei Bredenkötters Ausführungen zum MEP kaum eine Rolle spielen. Vielmehr sagte er, dass die dritte Stufe des MEP fünf Jahre gelten solle. Die Zeiträume der einzelnen Stufen würden jedoch immer kürzer, denn die Entwicklungen kämen immer schneller voran. „Die Zeit ist so schnell rum. Man muss schon schauen, dass man hinterher kommt.“

Das wichtigste Ziel sei die W-Lan-Ausstattung an den Grundschulen gewesen. Denn: „Ab Klasse 2 gibt es keine Kreidetafeln mehr.“ So habe die Stadt unter anderem 472 mobile Endgeräte für die Schulen angeschafft. Auch bruchsichere Schutzhüllen für Tablets wurden besorgt ebenso wie 33 digitale Tafeln.

Förderung

Dies hat die Stadt natürlich nicht alleine aus Eigenmitteln bezahlt. Zahlreiche Förderprogramme wie zum Beispiel der „Digitalpakt Schule“ sind „angezapft“ worden. Alleine aus diesem Topf hat die Stadt Mittel in Höhe von 217.890 Euro zugesprochen bekommen. Davon hat sie bislang 163.956 Euro abgerufen. „Die übrigen Mittel sollen 2021 für die Mittwaldschule abgerufen werden“, sagte der Schulamtsleiter.

Aus dem Fördertopf mit dem sperrigen Namen „Zusatzverwaltungsvereinbarung Administration“ soll die Stadt in diesem Jahr zudem Mittel in Höhe von 105.433 Euro erhalten.

Bredenkötter erklärte, dass es an verschiedenen Schulstandorten noch einige Dinge zu erledigen gebe, bevor die Einrichtungen in das digitale Zeitalter geschickt werden können. „An der Mittwaldschule ist die W-Lan-Infrastruktur noch nicht vorhanden.“ An den drei Standorten im südlichen Stadtgebiet warte man auf den Breitbandanschluss. „Der soll voraussichtlich Mitte 2021 fertiggestellt werden. Das ist der Flaschenhals“, so der Schulamtsleiter. Er betonte aber, dass im vergangenen halben Jahr „eine Menge passiert ist“.

Fortbildung

Die Stadt stelle zwar die Infrastruktur. Genauso wichtig sei aber die Fortbildung der Lehrkräfte. „Nicht jeder ruft sofort ‚Hurra‘, wenn die alte Tafel weg ist“, sagte Bredenkötter. Es sei jedoch wichtig, dass alle Lehrkräfte die neuen Medien nutzen, „auch die, die dem Ganzen nicht so positiv gegenüber stehen“.

Bredenkötter stellte heraus, dass es für die Stadt Espelkamp wichtig gewesen sei, mit dem MEP, der seit 2001 existiert und seitdem fortgeschrieben wird, gut vorbereitet in die digitale Umstrukturierung gegangen zu sein. Er dankte allen Beteiligten, die bei der Umsetzung mitgewirkt haben. Das sei nicht immer leicht gewesen, da unter anderem eine IT-Kraft längere Zeit ausgefallen sei. Bredenkötter erklärte in diesem Zusammenhang, dass es bei der Stadt nun einen weiteren IT-Mitarbeiter für den Bereich Schulen gebe.

Bernd Selig

Unabhängigen-Politiker Bernd Selig stieß im Anschluss an die Ausführungen Bredenkötters das Thema „Cloud-Lösung für die Schulen“ an. Demnach sei das Land zwar schon lange mit der Entwicklung der Logineo-Cloud beschäftigt. Diese sei aber immer noch nicht einsatzbereit. Und Selig schickte eine klare Botschaft in Richtung Landesregierung. „Ich weiß, wir in NRW hinken hinterher. Ich halte das Thema für wichtig. Wir wollen schließlich nicht so viel investieren und die Kinder spielen irgendwelche Majong-Spiele. Da müssen wir auch Druck auf das Land ausüben.“

Logineo

Ausschuss-Vorsitzender Dr. Oliver Vogt, selbst hauptberuflicher Lehrer, erklärte dazu: „Das Land arbeitet seit einem guten Jahrzehnt daran (an der Logineo-Cloud, Anm. d. Red.).“ Er sei sich aber nicht sicher, ob er den Einsatz von Logineo noch erleben werde.

Mit einem Cloud-System ist es möglich, von überall Zugriff auf die verschiedenen Datensätze und Aufgaben zu haben, die entsprechend hochgeladen wurden. Voraussetzung ist lediglich ein Internetanschluss und ein internetfähiges Gerät.

Andreas Bredenkötter

Zum Schluss machte Andreas Bredenkötter noch auf einen Missstand aufmerksam. Denn die jeweiligen Medienbeauftragten an den Schulen benötigten mehr Zeit, um sich mit der Technik vertraut zu machen und dieses Wissen auch an die Kollegen weiter zu geben. „Eine Stunde pro Woche ist viel zu wenig. Wir benötigen da viel mehr.“ Er bezeichnete den Ist-Zustand als „Tropfen auf den heißen Stein“. In diesem Zusammenhang lobte er, dass sich viele Lehrer auch außerhalb ihrer Arbeitszeit noch mit der entsprechenden Hard- und Software für den Unterricht beschäftigen würden.

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