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Espelkamper Pfarrer Friedrich Stork wird mit einem Gottesdienst vorgestellt

Völlig überzeugt von den Worten Jesu

Espelkamp (WB). Friedrich Stork steht in der Haustür seines neuen Domizils. Er macht Pause. Denn der 51-Jährige ist gerade dabei, sich mit seiner Familie in der Kantstraße sein neues Zuhause einzurichten.

Felix Quebbemann

Pfarrer Friedrich Stork wird am Sonntag mit einem Gottesdienst in sein neues Amt eingeführt. Aufgeregt sei er schon. Das Lampenfieber komme am Abend vorher, gibt er im Vorfeld zu. Foto:

Friedrich Stork ist der neue Pfarrer in der evangelischen Martinskirchengemeinde. Am Sonntag, 24. Februar, wird er ab 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Michaelskirche in sein Amt eingeführt.

Interessante Gemeinde

»Espelkamp ist eine interessante Gemeinde. Sie ist viel jünger als die in Blasheim«, sagt er und räumt derweil eine Bohrmaschine zur Seite – denn es sind auch noch einige Lampen im Haus anzubringen. Der Vergleich mit Blasheim kommt nicht von ungefähr. Dort war der Pfarrer insgesamt 20 Jahre tätig. Doch er habe schon noch vorgehabt, einmal zu wechseln, sagt er. Als die Martinskirchengemeinde ihre beiden hauptamt­lichen Pfarrer verlor, hat er sein Glück versucht.

Espelkamp ist für ihn keine unbekannte Stadt. Die ersten drei Monate seines Lebens hat er gar in der Kantstraße gewohnt. Später baute er am Söderblom-Gymnasium sein Abitur.

Das Garagentor

Es ist wie ein Zurückkommen in die Vergangenheit. Mit Blick auf das künstlerisch bemalte Garagentor seines neuen Hauses sagt er: »An das Fahrrad und die Laterne kann ich mich sehr gut erinnern. Die gab es zu meiner Schulzeit auch schon.«

Viel Lob hat er zudem für die Espelkamper parat: »Ich bin auch sehr freundlich empfangen worden. Das ist toll.« Seine neue Aufgabe gehe er mit Freude und Respekt an. Er bezeichnet Espelkamp aber auch als eine Herausforderung. Schließlich habe die Stadt ein multikonfessionelles Umfeld. »Espelkamp ist im Altkreis schon etwas Besonderes.«

Auf die Entwicklungen in der Martinskirchengemeinde angesprochen erklärt er, dies sei ein spannender aber natürlich auch schmerzhafter Prozess. Wenn man Gebäude wie die Michaelskirche oder auch die Martinskirche aufgebe, entstünden natürlich Verletzungen. Schließlich seien sie »besondere Gebäude«. In diesem Zusammenhang sprach er auch von Trauerprozessen.

Etwas Besonderes

Die jetzige Entwicklung hin zum neuen Thomasgemeindezentrum seelsorgerisch zu begleiten, sei schon etwas Besonderes. Heimisch wolle er mit der Martinskirchengemeinde im Thomas-Gemeindezentrum werden. Dazu habe es letztlich eine Entscheidung des Presbyteriums gegeben. »Das ist so.« Es werde zwar Zeit benötigen, bis die Menschen dort beheimatet seien. »Aber da wird man etwas mit machen können«, ist sich Stork mit Blick auf den Neubau an der Thomaskirche sicher.

Die Zukunft der Kirche im Allgemeinen sieht er auch gar nicht so pessimistisch wie viele andere. »Wir müssen verschiedene Generationen ansprechen und diese seelsorgerisch begleiten. Es ist wichtig, dass sich die Menschen gut aufgehoben fühlen – unter anderem bei den Gottesdiensten.«

Und genau dort liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit – in der Seelsorge und in den Gottesdiensten. Lobend erwähnt er in diesem Zusammenhang die bereits existierenden Leib-und-Seele-Gottesdienste. Ein zweiter Schwerpunkt liege bei ihm in der Arbeit mit den Kindern – Freizeiten inklusive.

Gesprächsbereitschaft

Er habe bereits einige Gespräche geführt unter anderem mit den beiden neuen Leiterinnen im evangelischen Schulzentrum und mit Vertretern des Ludwig-Steil-Hofes. Mit vielen Menschen wolle er reden, so Stork. »Ich spüre eine große Gesprächsbereitschaft.«

Auch den Kontakt zu den freikirchlichen Gemeinde wolle er suchen. Denn es gebe bei allen Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten.

Stork schaut sich in seinem neuen Haus um. Einiges ist schon aufgebaut – der Esszimmertisch hat seinen Platz gefunden. Ehefrau Liane und der zehnjährige Sohn Johannes helfen dabei, das neue Zuhause fertig einzurichten.

Die Familie

Die Familie ist Friedrich Stork sehr wichtig. Gemeinsame Unternehmungen stehen beim Pfarrer hoch im Kurs. »Spaziergänge mit der Familie« nennt er eines seiner liebsten Hobbys. Dabei wird schon mal das Geo-Caching, eine interaktive Schnitzeljagd, initiiert. Aus diesen Momenten schöpft er die Kraft für seinen Beruf, den er sehr gerne ausübt. »Ich bin überzeugt von dem, was Jesus damals gesagt hat. Das ist es wert erzählt und weitererzählt zu werden. Das ist so gut und so cool, das findet überall seine Anhänger.«

In diesem Zusammenhang nennt er die Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium. Jesus gehe darin einfach davon aus, dass die Menschen friedlichen Herzens sind. »Es gibt dort kein ›Wenn‹.« Und so versuche er auch, auf die Menschen zuzugehen.

Die Modelleisenbahn

Wenn Friedrich Stork mal nicht seelsorgerisch tätig ist und seine Familie für Spaziergänge keine Zeit hat, widmet er sich seiner Modelleisenbahn. Die sei zwar noch nicht aufgebaut. Aber er sei froh, dass er im neuen Haus einen Raum hat, wo er sie aufbauen kann. Dies sei einfach eine persönliche Leidenschaft, bei der der 51-Jährige »abschalten kann«.

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