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Freizeitbad Atoll öffnet wegen neuer Corona-Regeln doch noch nicht am 30. Mai

Vorerst bleibt nur der See zum Baden

Espelkamp (WB). Bis Donnerstag haben sich alle beim Freizeitbad Atoll noch darauf vorbereitet, dass der Betrieb am 30. Mai endlich wieder losgehen kann. Doch weit gefehlt. Das Bad bleibt nun doch bis auf Weiteres zu. Schuld daran sind die erneut vom Land NRW geänderten Corona-Regeln .

Arndt Hoppe

Unter Einhaltung der bekannten Abstands- und Hygieneregeln darf in Naturseen wie dem Kleihügelsee gebadet werden. Die sehr gute Wasserqualität des Sees ist im Mai geprüft worden. Offiziell beginnt die Saison für EU-Badegewässer am 1. Juni. Foto: Nokem

„Wir hatten am Montag schon begonnen, das Wasser in den Becken aufzuheizen, aber dann wurden am Donnerstag wieder neue Corona-Regeln vorgelegt“, berichtete Stadtwerke-Vorstand Klaus Hagemeier am Donnerstagnachmittag bei der Sitzung des Verwaltungsrates der Stadtwerke AöR. „Da haben wir die Heizung umgehend wieder abgeschaltet.“

„Sehr überraschend“

Laut Hagemeier ist es unter den neuen Rahmenbedingungen nicht möglich, schon zum Wochenende das Freizeitbad zu öffnen. „So wie die Regelungen jetzt formuliert sind, ist nur Betrieb von Bahnen-Schwimmbecken für den Schwimmsport zulässig. Das nützt eher dem klassischen Hallenbad und nicht den Erlebnis- und Wellnessbädern.“ Diese neue Verordnung sei für ihn „sehr überraschend“ gekommen, sagte Klaus Hagemeier. „Was das organisatorisch für uns bedeutet, müssen wir nun erst prüfen. Dabei gilt es zu bewerten, welche konkreten Möglichkeiten wir haben und wie sinnhaft unter diesen Voraussetzungen eine Wiedereröffnung ist.“ Folglich könne er im Augenblick auch noch kein Datum nennen, zu dem das Atoll wieder an den Start geht.

Gerd-Udo Sasten (CDU) fragte während der Sitzung nach, wie es mit dem Kleihügelsee stehe: „Darf man dort ab Juni wieder baden?

Baden im Natursee erlaubt

Das bejahte Klaus Hagemeier: „Bei Naturgewässern, die als Badegewässer genutzt werden, ist das Baden nach ab 1. Juni wieder erlaubt. Natürlich unter Einhaltung der bekannten Bedingungen von Abstands- und Hygieneregeln.“ Dort sei auch ein Picknick zugelassen, aber kein Grillen. Diese Regelung sei so auch mit dem Kreis Minden-Lübbecke einheitlich für alle vier Badegewässer im Kreisgebiet abgestimmt. Dazu zählen neben dem Kleihügelsee auch der Lahder Badesee sowie die Seen am Großen Weserbogen in Porta Westfalica und der See im Mindener Wald in Hille. Auf Nachfrage dieser Zeitung erläuterte Klaus Hagemeier, dass die EU-Badegewässer alljährlich im Mai beprobt werden, um die Wasserqualität zu prüfen. „Die Wasserqualität ist in allen vier Seen sehr gut und die offizielle Badesaison beginnt wie in jedem Jahr am 1. Juni.“

„Jeder selbst verantwortlich“

Hinsichtlich der Nutzung dieser Seen sagte Klaus Hagemeier in der Sitzung, es gebe keine Bedenken im Zusammenhang mit den Corona-Regeln: „In der freien Natur ist jeder selbst verantwortlich, diese einzuhalten. Das ist etwas anderes als bei einem Freibad, das einen Betreiber hat.“ Für das Espelkamper Waldfreibad geht Hagemeier derzeit weiter davon aus, dass das Ziel eines Saisonstarts am 20. Juni (wir berichteten) eingehalten werde.

8000 Gäste weniger im Atoll

Im Verlauf der Sitzung gab der Stadtwerke-Vorstand auch einen Bericht zur finanziellen Situation der Stadtwerke im ersten Quartal. Eins stehe bereits fest: „2020 wird ein besonderes Jahr sein.“ Die Corona-Pandemie habe bereits erste Spuren im Erfolgsplan der Stadtwerke hinterlassen. „Diese sind aber noch nicht so dramatisch“, sagte Hagemeier. Der Energievertrieb habe Gewinne verzeichnet, während die Bäder, speziell das Freizeitbad Atoll, spürbare Verluste verzeichneten. Im Januar und Februar seien die Gästezahlen noch auf einem ähnlichen, zum Teil sogar besseren Niveau als 2018 und 2019 gewesen. „Wegen der Schließung ab 13. März haben wir in diesem Monat ein Minus von rund 8000 Besuchern.“ Wegen des warmen Februars und der Schließung des Bades sei auch der Energiebedarf für das Blockheizkraftwerk (BHKW) weggebrochen. Es stehe deshalb derzeit still. Dem stünden aber etwas geringere Aufwendungen gegenüber.

„Situation kritisch“

Insgesamt weise das erste Quartal der Stadtwerke einen Fehlbetrag von 42.000 Euro auf. Die Sparten Strom und Gas hätten dagegen Zuwächse gehabt. Die Revision im Atoll, die sonst im Sommer gemacht werde, sei vorgezogen worden. „Die Situation ist als kritisch zu betrachten in diesem Jahr“, lautete Hagemeiers Fazit. „Im gesamten April und Mai gab es keine Besucher im Bad.“ Er wies außerdem darauf hin, dass von staatlicher Seite keine finanzielle Unterstützung zu erwarten sei.

Bürgermeister Henrich Vieker sagte: „Die Verluste bei den Bädern werden sich wohl verdrei- oder vervielfachen. Und hinzu kommen zusätzliche Kosten für das Einhalten der Vorgaben.“

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