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Qumran-Rollen: Vortrag von Professor Dr. Armin Lange im Teppichhaus Tönsmann

Wichtiger Fund für die Christen

Espelkamp (WB/fq). Ein weiteres Highlight wartet am Freitag, 6. Juli, auf die Besucher des Teppichmuseums Tönsmann. Dann nämlich werden die Besucher einen spannenden Vortrag über die berühmten, mehr als zweitausend Jahre alten Qumran-Rollen zu hören bekommen.

Die Qumran-Rollen sind mehr als 2000 Jahre alt und dürfen nur unter höchsten Sicherheitsauflagen ausgestellt werden. Foto:

Ruinenstätte

In einer Ruinenstätte im Westjordanland stießen Ziegenhirten 1947 auf die Schriftrollen vom Toten Meer. Nach dem Fundort werden sie Qumran-Rollen genannt. Zweitausend Jahre haben sie in verschlossenen Krügen überdauert: geschrieben zwischen dem 3. vorchristlichen und dem 1. nachchristlichen Jahrhundert.

Obwohl diese Handschriften heute weitgehend entschlüsselt sind, bleiben immer noch offene Fragen. Welche Bedeutung hatten und haben sie etwa für das Alte und Neue Testament, das antike Judentum und das frühe Christentum sowie für die anderen antiken Kulturen? Welchen Einfluss hatte die religiöse Situation dieser Zeit auf Johannes den Täufer und Jesus selbst?

Qumran-Experte

Professor Dr. Armin Lange wird am Freitag, 6. Juli, ab 18.30 Uhr im Teppich-Museum Tönsmann versuchen, diese und weitere Fragen zu beantworten.

Dr. Lange, weltweit anerkannter Qumran-Experte und seit Januar 2005 Professor an der Universität Wien, arbeitet bereits seit 13 Jahren an einer Edition der biblischen Handschriften. Ein Band liegt bereits vor, fünf weitere sollen folgen. In seinem Vortrag wird er seine – auf diesen wertvollen historischen Quellen basierenden – Forschungsergebnisse präsentieren.

Große Bedeutung

Die Qumran-Rollen werden physisch nicht in Espelkamp vor Ort sein. Aufgrund ihres Alters sind sie sehr transport-empfindlich. Tageslicht könne dazu führen, dass die Rollen beschädigt würden, erläuterte Rita Obermeier vom Teppichhaus Tönsmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Professor Lange aber wird in seinem Vortrag Fotos von den Rollen mitbringen, um ihre Bedeutung für die Menschheit auch bildlich zu verdeutlichen.

Jürgen Tönsmann, Leiter des Espelkamper Teppichhauses, freut sich schon sehr auf die Veranstaltung. Für ihn hat der Fund der Rollen eine große Bedeutung. Die Schriftrollen seien für den christlichen Glauben von größter Wichtigkeit, so Tönsmann. Zudem sei es wahrscheinlich, dass die Qumran-Rollen große Relevanz für die Erforschung des neuen Testaments hätten.

Gemeinsame Wurzeln

Professor Lange erläutert im Vorfeld des Vortrages ebenfalls die Bedeutung des Fundes: »Juden und Christen haben gemeinsame Wurzeln. Eigentlich ist es selbstverständlich. Jesus war Jude, die Apostel waren Juden, Paulus war Jude. Viele Menschen hier und heute empfinden aber eine breite Kluft zwischen Judentum und Christentum. Sie verstehen das Christentum als eine Religion der Liebe und das Judentum als eine Religion des Gesetzes. Aus dieser Kluft hat sich viel Hass entwickelt.

Vor etwas mehr als 70 Jahren suchte ein Beduine eine entlaufene Ziege. Was er fand war die erste von elf Höhlen mit Schriftrollen aus der Zeit vom dritten Jahrhundert vor Christus bis in das er ste Jahrhundert nach Christus. Insgesamt entdeckten Beduinen und Archäologen in den elf Höhlen von Qumran etwa 1000 Schriftrollen. Diese Schriftrollen von Qumran lassen keinen Zweifel: Juden und Christen haben nicht nur vieles gemeinsam, sie gehen auch auf gemeinsame Wurzeln zurück«, sagt Professor Lange.

Spannende Einblicke

Der Vortrag »Qumran zwischen Judentum und Christentum« gibt einen spannenden Einblick in die Historie der Qumranrollen. Wer sich für den Vortrag interessiert, kann sich ab sofort im Teppichmuseum Tönsmann anmelden unter Telefon 05772/4004 oder per E-mail unter rio@teppich-toensmann.de.

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