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Mehr als 70 Aussteller bei der Berufsausbildungsmesse – Eröffnung in der Stadtbücherei

Wieder Leben in der BAM-Bude

Espelkamp

Zwei Jahren keine Berufsausbildungsmesse BAM im Bürgerhaus haben endlich ein Ende. Am Mittwochvormittag ist die Messe eröffnet worden. 70 Aussteller präsentieren mehr als 170 Aus- und Weiterbildungsangebot.

Von Felix Quebbemann

Die BAM 2022 ist nach zwei Jahren wieder im Bürgerhaus ausgerichtet worden. Weit mehr als 1000 Schüler aus dem gesamten Altkreis haben sich über rund 170 Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten informiert. Foto: Felix Quebbemann

Einen Arbeitsplatz in luftiger Höhe oder vielleicht doch lieber „ganz schön eng und dunkel“ oder arbeiten mit „virtueller Realität“ – die beruflichen Möglichkeiten für die Jugendlichen sind mittlerweile unglaublich breitgefächert. Da kann man schonmal den Überblick verlieren.

Ausbildungsdschungel

Um ein bisschen Ordnung in diesen mannigfaltigen Ausbildungsdschungel zu geben, ist die Berufsausbildungsmesse „BAM aktiv“ da. Nach zwei Jahren wurde sie endlich wieder vor Ort im Bürgerhaus ausgerichtet. Und den Beteiligten war es auch anzusehen, dass die Freude über direkte Gespräche mit den Jugendlichen, über das Ausprobieren an den Ständen, groß war. Am Stand von ZF hatte sich die 15-jährige Elif die VR-Brille (VR – Virtuelle Realität) aufgesetzt. Sie konnte sich danach in ein Auto setzen und bereits ausprobieren, wie es ist, hinter dem Lenkrad zu sitzen – schließlich hat Elif mit 15 Jahren noch keinen Führerschein. Sie habe schon ein bisschen Panik gehabt, gestand die Söderblomerin. Aber keine Sorge – mit Mette Meier war die Azubi-Mechatronikerin immer direkt neben ihr, um ihr die richtigen Anweisungen zu geben. „Die meisten finden es richtig gut. Einige sind etwas zittrig“, sagte Meier.

Zittrige Knie gab es auch vor dem Bürgerhaus. Dort nämlich hatte die Gebäudereinigung Schulz eine Hubbühne stehen. 25 Meter ging es auf dem kleinen Podest in die Höhe. „Einige Schüler haben schon gesagt, dass sie doch nicht ganz nach oben wollen. Die meisten aber sind bis nach oben gefahren“, sagt Uwe Stallmann von der Gebäudereinigung. Er freute sich wie so viele Standbetreiber über das Interesse der Schüler. Das Handwerksbildungszentrum (HBZ) hatte sich im Foyer des Bürgerhauses eingerichtet. Dort zeigte unter anderem Malte Brandt, Azubi bei der Firma Brase, wie mit jeder Menge High-Tech heutzutage das Schweißen erlernt wird. Uwe Wessel, Technischer Berater im HBZ, kritisierte, dass den Gymnasiasten offensichtlich zu selten vermittelt werde, dass es auch im Bereich des Handwerks die Möglichkeit gibt zu studieren – innerhalb eines Dualen Studiums zum Beispiel. Darüber hinaus räumte er in den Gesprächen mit den Schülern auch mit einem anderen Vorurteil auf. „Im Handwerk macht man sich nicht mehr dreckig“, stellte er klar.

Ausbildungskräfte mit hohem Potenzial

Offiziell eröffnet wurde die BAM am Mittwochmorgen in der Stadtbücherei. Martin Meyer, Geschäftsführer des mitorganisierenden Unternehmens Meyer-Wagenfeld, erinnerte an die Anfänge der BAM vor 30 Jahren. Er sagte: „Wir haben so viele tolle Betriebe im Kreis.“ Sie hätten tolle Möglichkeiten, die „High Potentials“ – die Ausbildungskräfte mit hohem Potenzial – in der Region zu halten. Allerdings sagte Meyer auch, durch die zweijährige Pandemie hätten „viele junge Menschen ein Stück Orientierung verloren. Es wissen viele noch nicht, was sie im Sommer machen werden. Das sind die Leidtragenden der Pandemie.“ Die BAM könne ihnen die notwendige Orientierung geben. „Viva la BAM“, schloss Meyer seine Rede. Auch Landrätin Anna Katharina Bölling betonte in ihrer Videobotschaft, dass der Mühlenkreis viele „Hidden Champions“ habe, die für manchen Schüler eine Chance zur Ausbildung bieten. Erstmals konnte Bürgermeister Dr. Henning Vieker die BAM vor Ort – und nicht digital – eröffnen. Er freute sich darüber, dass es endlich wieder „Face-To-Face“-Kommunikation zwischen Schülern und Unternehmen gebe. „Die BAM ist eine Zukunftsmesse.“ Er betonte, dass die Ausbildungsmesse nicht nur wichtig für die Schüler sei. „Für eine gute Entwicklung benötigen die Unternehmen auch die Auszubildenden.“

Dies haben die Betriebe erkannt. Denn im und vor dem Bürgerhaus sowie im Zelt auf dem Grünanger präsentieren mehr als 70 Aussteller über 170 Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es werden an den drei Messetagen – von Mittwoch bis Freitag jeweils von 8.30 bis 13.30 Uhr – rund 1200 Schüler aus dem Altkreis Lübbecke erwartet. Von diesen Schülern haben viele gleich vor dem Bürgerhaus einen Stopp eingelegt. Denn dort hatte die Bundeswehr ihren Stand aufgebaut – inklusive eines Spähpanzers Fennek. Der durfte auch Probe gesessen werden. Ein Angebot, das nicht nur die Schüler genutzt haben, sondern auch Bürgermeister Vieker.

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