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Unbekannte erlegen zwei Tiere und entnehmen das Fleisch – Strafanzeige gestellt

Wilderei in Espelkamp

Espelkamp

Unbekannte haben zwei Rehe erschossen, ihnen unter anderem das Fleisch am Rücken entfernt und sie dann im Espelkamper Fahrensbruch abgelegt. Eine Passantin hat die beiden Tier-Kadaver entdeckt.

Felix Quebbemann

Foto:

Wilderei gibt es nicht nur in den afrikanischen Steppen, sondern auch in Espelkamp. Unbekannte haben Ende vergangener Woche zwei Rehe erschossen, sie ausgenommen und die Kadaver im Fahrensbruch, westlich der Stadtgrenze, abgeladen. Der zuständige Jagdpächter für dieses Gebiet, Tobias Pirschel, erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass es sich um Profis gehandelt haben muss.

„Eine Passantin hat die Kadaver gefunden“, erläuterte Pirschel. Der Hund der Frau habe in die Richtung der toten Rehe gezogen. Als die Frau erkannte, was dort lag, habe sie sofort Pirschel, der mit seinem Vater Wilfried als Jagdpächter für das betreffende Gebiet zuständig ist, benachrichtigt. Der Fund ereignete sich am vergangenen Samstag.

Die Tiere seien mit einer großkalibrigen Waffe erschossen worden, so Pirschel. Der oder die Täter „haben bei den Tieren das hochwertige Fleisch – Rücken und Keulen – entfernt.“ Dies lässt den Schluss zu, dass die Täter wohl zum Fest das Geld für teures Fleisch sparen wollten.

Pirschel habe sofort die Polizei verständigt und Anzeige erstattet. Denn bei Jagdwilderei in Deutschland handele es sich nach Paragraf 292 des Strafgesetzbuches um eine Straftat. Jagdwilderei kann eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, besonders schwere Fälle der Jagdwilderei können gar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren nach sich ziehen.

Tobias Pirschel selbst geht davon aus, dass sich die Tat in den frühen Morgenstunden des Samstags ereignet haben könnte. „Die Nacht vorher war ich noch im Wald.“ Da sei ihm nichts Ungewöhnliches aufgefallen.

Dass es sich bei den Tätern um Profis handeln muss, nimmt der Jagdpächter aufgrund der Vorgehensweise an, mit der den Tieren das Fleisch entnommen wurde. Er geht davon aus, dass die Tiere nicht an Ort und Stelle getötet und ausgenommen wurden. Das Ausnehmen dauere schon bis zu einer Stunde.

Vielmehr geht Pirschel davon aus, dass die Rehe geschossen und dann ausgenommen wurden. Im Anschluss wurden die Überreste wahrscheinlich in eine Wanne gelegt und in den Kofferraum gepackt. Mit dem Auto ging es zum Fahrensbruch, wo die Kadaver abgelegt wurden.

Ralf Steinmeyer, Pressesprecher bei der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke, bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass eine Anzeige wegen Wilderei gegen 10 Uhr am Samstag erstattet wurde. Zudem erklärte er, dass eine solche Straftat im Mühlenkreis eher selten ist – obwohl es viele Jagdgebiete gebe. „Dass schon mal ein Tierkadaver gefunden wird – ja, das kommt vor.“ Aber Wilderei gebe es nicht häufig.

Wer in der Nacht zu Samstag, besonders in den frühen Morgenstunden, verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte sich bei der Polizei in Minden, Telefon 0571/88661300, melden.

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