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Neujahrsempfang der Kreislandfrauen im Espelkamper Bürgerhaus

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Espelkamp (ko). Das vergangene Jahr hat ganz im Zeichen des Klimawandels gestanden – auch für die Kreislandfrauen. Sie wissen das gut einzuschätzen. Beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus Espelkamp haben das Vorstandsteam und die Gastredner das Thema aufgenommen.

Ausbildungsberaterin Marianne Bohlmann (rechts) und die frischgebackenen Hauswirtschafterinnen. Foto: Andreas Kokemoor

„Lasst uns mehr Haferflocken anstatt Chiasamen aus Peru essen“, appellierte Iris Niermeyer, Sprecherin der 3700 Landfrauen im Mühlenkreis. „Natürlich – werden wir Landfrauen uns intensiv mit diesem Thema (dem Klimawandel, Anm. d. Redaktion) auseinander setzen“, sagte Niermeyer. Der nachhaltige Umgang mit den Lebensmitteln und den Ressourcen sei doch das ureigenste Interesse der Landfrauen. Dies gelte es aufzufrischen und zu verbreiten.

Trockener Sommer

Vorstandsmitglied Eva Rahe erklärte den etwa anwesenden 300 Landfrauen, dass die Stimmung zwar gedämpft sei. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Das Jahr sei aufregend gewesen. Ein trockener Sommer, Diskussionen und Demonstrationen, sowie Druck von Seiten der Politik und Gesellschaft auf die landwirtschaftlichen Betriebe hätten den Alltag bestimmt. Gerade in dieser Woche seien wieder Traktoren nach Berlin zur Landwirtschafts-Messe „Grüne Woche“ gefahren.

„Wie gehen wir Landfrauen mit dieser Situation um? Bei dem, was wir machen, stehen wir mit beiden Beinen fest dahinter“, erklärte Rahe. Landfrauen seien naturverbunden, liebten den Umgang mit den Tieren, den eigenen Garten und einfach das Leben im Grünen.

Vorstandsmitglied Vanessa Fenn wies darauf hin, dass die Landfrauen das größte Bildungsnetzwerk für Frauen in Deutschland bildeten. Unter dem Motto „Wissen pflanzen – Werte erhalten“ hätten sich die Landfrauen dem Schwerpunkt Plastik gewidmet. „Unter dem Motto ‚Gib Plastik einen Korb‘­ werden wir im Kreis viele Veranstaltungen anbieten“, gab Fenn bekannt. Plastikmüll vermeiden sei gar nicht so schwer. Inzwischen könnten beispielsweise Kunden an beinahe allen Wurst- und Käsetheken ihre eigenen Dosen mitbringen und somit den Einkauf plastikärmer gestalten.

Gesunde Ernährung

Christel Senckel, stellvertretende Bürgermeisterin Espelkamps, dankte den Kreislandfrauen für ihre Bildungsangebote. Sie machte ihnen den Vorschlag, die Bildungsreihe „Gesunde Ernährung“ um ein spezielles Angebot für ältere Schüler zu ergänzen, das Alternativen zu Fast-Food-und Imbissangeboten erkläre.

Nach den Grußworten brachte die Wortakrobatin Rita Apel aus Vegesack das Publikum mit Wortbeiträgen unter anderem über den Klang von Städte-, Fluss- und Gebirgsnamen zum Lachen. Für Lacher sorgten ebenfalls ihre Gedanken zur Partnersuche. Des Weiteren erklärte die ehemalige Pädagogin das Problem, mit Grundschülern Familien- und Ahnenforschung zu betreiben. Zum Nachdenken regte sie mit ihren Zeilen zum „Blätterwald“ an. Das Ziffernblatt zeige fünf vor zwölf für den „grünen Planeten“ an. Das Kleeblatt jedoch setze auf das Glück. Das Teeblatt wolle sich Zeit lassen und das Hanfblatt wolle erst einmal abhängen.

Während der Veranstaltung wurden auch die frischgebackenen Hauswirtschafterinnen geehrt. Sie haben ihre Ausbildung unter anderem beim Landfrauenservice und in sozialen Betrieben und Einrichtungen im Kreis Minden-Lübbecke absolviert.

Auszeichnungen

Marianne Bohlmann, Ausbildungsberaterin, verlas die Namen. Lisa Warder, Geschäftsführerin der Landfrauen, überreichte die Urkunden, Iris Niermeier und Birgit Rohlfing gratulieren mit Rosen folgenden Absolventen: Astrid Altvater, Lara Marie Benner, Klara Berg, Svenja Budde, Joleen Eisersdorf, Mona Engelking, Annabel Golder, Lena Klassen, Annette Lenz, Laura Reimer, Laura Schmitz, Natalie Slawny, Sabine Suckau, Aylin Vogeler, Nadine Brandenburg, Herta Braun, Erkmen Esra, Karin Franzmeier, Kirstin-Bianca Kaschura, Renate Kolloch, Sandra Kröger, Diana Möller, Susanne Niehaus, Efstathia Pappa und Angela Schlathau.

Auch Goldjubilare wurden ausgezeichnet. Seit 50 Jahren gestalten die Hauswirtschafterinnen Marlies Nedderhoff und Edelgard Böhne die ländliche Region mit ihren Ideen und entwickeln sie zukunftssicher. Seit einem halben Jahrhundert pflegen sie somit die Werte der Landfrauen.

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