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Thema Umweltschutz: IHK-Kommission ist zu Gast auf Schloss Benkhausen

»Wir müssen viel mehr tun«

Espelkamp (WB). »Positiv« – so lautete das Motto der IHK-Sommerbereisungskommission. Eckhard Rüter, IHK-Vollversammlungsmitglied und Leiter der Kommission, machte deutlich, dass es in solch turbulenten Zeiten wichtig sei, positive Nachrichten zu transportieren.

Felix Quebbemann

Paul Gauselmann (vorne links) und Eckhard Rüter (vorne rechts) lehnen an den umweltfreundlichen Elektro- und Hybrid-Firmenfahrzeugen der Gauselmann-Gruppe. Gemeinsam mit den Gästen (im Hintergrund) haben die Beteiligten der IHK-Sommerbereisung über Klimaschutzmaßnahmen gesprochen. Foto: Felix Quebbemann

Daher besuchte die Kommission am Donnerstagmorgen zunächst das Schloss Benkhausen der Unternehmensgruppe Gauselmann. Dort stand der Umwelt- und Klimaschutz im Mittelpunkt. Neben Unternehmensgründer Paul Gauselmann erläuterte unter anderem Jürgen Wesemann, zuständig für Arbeits- und Umweltschutz, welche Maßnahmen zum Schutz des Klimas im Unternehmen unternommen werden.

Auf kleinster Ebene

Nils Rullkötter, Zentralbereich Kommunikation bei der Gauselmann-Gruppe, führte in die Thematik ein. Wesemann erläuterte weiter, dass sich auf dem Logistikzentrum der ADP-Gauselmann in Lübbecke eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von 12.000 Quadratmetern befinde – so viel wie auf etwa 60 Eigenheimen.

Aber auch auf kleinster Ebene sei es wichtig zu schauen, was für das Klima getan werden könne. So werde zum Beispiel die Frage nach geeignetem Reinigungsmittel ebenfalls thematisiert.

Alle Automaten seien zudem auf LED-Anzeige umgestellt, wie Hans-Martin Grube, Geschäftsführer im ADP-Werk Lübbecke, erläuterte. Des Weiteren würden alle Automaten nur noch mit 120 bis 150 Watt laufen – nicht mehr mit 220 Watt. Auch bei den Verpackungsmaterialien denkt das Espelkamper Unternehmen um. »Innerhalb Deutschlands verschicken wir Automaten fast unverpackt – nur mit Kantenschutz«, so Grube.

Der Fuhrpark des Unternehmens, so Wesemann weiter, werde ebenfalls unter dem Aspekt Klimaschonung ausgestattet. So gebe es reine Elektro-Autos, die eine Reichweite von 150 Kilometern hätten, und Hybrid-Fahrzeuge. Die Diesel- und Benzinautos würden alle zwei Jahre ausgetauscht, um auf dem aktuellen Stand der Umwelttechnik zu sein.

Einsparpotenziale

Wesemann betonte das Motto der Gauselmann-Gruppe zum Umweltschutz: »Einsparpotenziale erkennen und Ressourcen schonen.« 50 Prozent des Materials produzierter Automaten werde recycelt. Alleine mit der Windkraftanlage am ADP-Werk in Lübbecke, die 1999 aufgestellt wurde, habe die Gauselmann-Gruppe 650.000 Kilowattstunden Strom produziert.

Wesemann sagte aber auch, wenn man die Welt verändern wolle, müsse man in größeren Dimensionen denken. Eigentlich müsse man in Deutschland »aufforsten ohne Ende. Aber wir haben die Fläche gar nicht«. Darüber hinaus könne man nicht einfach sagen: »Mais weg, Bäume her. So einfach geht das nicht.« Man müsse mit Landwirten und Politik den richtigen Weg finden.

Die beiden Bürgermeister Heinrich Vieker (Espelkamp) und Frank Haberbosch (Lübbecke) fügten an: »Es gibt keine offenen Flächen mehr, wo wir noch Bäume hinstellen können«, sagte Haberbosch. Und Vieker ergänzte, dass die Forstverwaltung gesagt habe, man solle nun nicht versuchen, all das aufzuforsten, was in den vergangenen Jahren eingegangen ist. Es gebe in der Menge gar keine Setzlinge. »Zudem gehen dann die Preise durch die Decke. Das Ganze muss mit Maß angegangen werden.« Und obwohl Unternehmen und Kommunen ihren Aufgaben im Umweltschutz nachkämen, fehle immer noch Manpower.

Baumaktion

Unternehmer Paul Gauselmann erinnerte zwar an seine Aktion zu seinem 85. Geburtstag, bei der er ankündigte, insgesamt 85.000 Bäume weltweit zu pflanzen. Doch er machte deutlich: »Wir müssen viel mehr tun.« Er habe ein Zeichen setzen wollen. Denn nichts schütze das Klima besser als die Aufforstung.

Karl-Ernst Hunting, geschäftsführender Leiter der IHK-Zweigstelle in Minden, machte abschließend noch den Vorschlag, innerhalb des Landschaftsschutzplanes den Umweltschutzgedanken theoretisch und praktisch mehr in den Mittelpunkt zu setzen.

Innovationen

Abschließend erklärte Eckhard Rüter, dass der Umweltschutzgedanke durchaus in den Unternehmen angekommen sei. Die Gauselmann-Gruppe sei am Markt so erfolgreich, weil sie innovativ sei, und zwar auch im Bereich des Klima- und Umweltschutzes. Dies sei schon lange kein rein grünes Thema mehr und fordere innovative Lösungen.

Im Anschluss an den Besuch in Espelkamp ging es für die IHK weiter nach Minden und Bad Oeynhausen.

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