Division Pkw-Fahrwerktechnik will Kompetenz im Entwicklungsbereich deutlich ausbauen – Zusammenarbeit mit Espelkamper Firma

ZF setzt stark auf den Standort Dielingen

Stemwede-Dielinge...

Die am Dümmer ansässige ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik hat einen „verhalten optimistischen Ausblick nach einem von Corona geprägten Geschäftsjahr“ gegeben.

Dieter Wehbrink

Die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik bündelt alle Konzernaktivitäten aus den Bereichen Achssysteme, Dämpfungsmodule und Fahrwerkkomponenten. Sie hat ihren Hauptsitz in Dielingen. Dr. Peter Holdmann sagt dem Standort in Dielingen eine sehr gute Zukunft voraus. Foto: ZF

Dr. Peter Holdmann, Leiter der Division, stellte am Donnerstag in einer Videokonferenz die aktuellen Zahlen vor.

So ging 2020 der Umsatz der Dümmer-Werke um 13,1 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro gegenüber 2019 zurück. Zwar beschäftigt die ZF-Division am Dümmer, die ihren Hauptsitz in Dielingen hat, weltweit noch 15.700 der 153.500 ZF-Mitarbeiter. Der Personalstand wurde aber laut Holdmann sozialverträglich um 4,1 Prozent reduziert. Probleme machte in der Corona-Zeit auch die Versorgung mit Teilen für die Produktion.

Dr. Peter Holdmann leitet die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik seit Oktober 2018. Foto: ZF

Auf Nachfrage dieser Zeitung bekräftigte Peter Holdmann allerdings die Bedeutung des Dielinger Werks, das neben der Pkw-Fahrwerktechnik auch den Bereich Nutzfahrzeugtechnik beherbergt. Für den Stemweder Standort kündigte der Divisionsleiter entsprechende Pläne an. Dort, in diesem zentralen Entwicklungsbereich für die gesamte Division, setze ZF auf Kompetenzerweiterung. Dabei gehe es insbesondere um Software-Kompetenz, die für die Fahrwerkskomponenten von ZF immer relevanter werde. Deshalb werde man massiv in diese Bereiche investieren. „Die Kooperation mit Lemförder Electronic in Espelkamp verstärken wir weiter“, kündigte Holdmann an. Es gelte, für die Digitalisierung der ZF-Produkte „die richtigen Kompetenzen in Dielingen beisammen zu haben.“

Dr. Peter Holdmann

Im vergangenen Jahr habe ZF den Bremsenhersteller Wabco aus Hannover hinzugekauft. „Das Werk Dielingen soll mit Hannover künftig das Silicon Valley der Fahrwerktechnik innerhalb von ZF aufbauen“, sagte der Divisionsleiter. Man bekomme in Dielingen zum Januar 2022 eine kleine Truppe aus Hannover dazu, die sehr viel Kompetenz mit Blick auf intelligente Luftfedersysteme in Autos mitbringe. „Und Dielingen ist ja auch noch Standort für Komponentenentwicklung für Nutzfahrzeuglenker, obwohl dies ja nicht zu meinem Bereich gehört“, sagte Holdmann. „In deren Bereich ist die Kooperation mit unseren neuen Kollegen aus Hannover noch viel intensiver.“ ZF hatte auch deshalb Wabco hinzugekauft, um auf der Nutzfahrzeugseite Vollanbieter für Fahrwerktechnik sein zu können. „Wabco bringt noch Bremsen- und Lenkungstechnologie und einiges in Bezug auf autonomes Fahren für Lastkraftwagen mit. Das passt wunderbar zu den Kompetenzen, die die Kollegen der Nutzfahrzeug-Produktlinie in Dielingen einbringen können.“

Man sehe die Achse Dielingen-Hannover als sehr positiv für die Entwicklung der nächsten Generation der Fahrwerkstechnologie, sage Holdmann. Sehr wichtig seien auch die Kooperationen mit der Uni in Osnabrück und der privaten Hochschule in Diepholz. „Wir werden gerade im Bereich Produktentwicklung in den nächsten Jahren noch viele Mitarbeiter benötigen. Wir brauchen aber auch immer mehr Mitarbeiter, die aus Dielingen heraus das globale Netzwerk unserer Standorte führen.“ Man brauche auch außerhalb der Entwicklung viele Management-Experten in Dielingen, die dafür sorgen würden, dass nicht nur die Werke um den Dümmer liefen, sondern nach gleichen Prozessen alle Werke der Division.

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