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NRW-Minister ist Gast des CDU-Landratskandidaten Jörg-Michael Schrader

Herbert Reul in Hüllhorst: Innenpolitik und ein bisschen Wahlkampf

Hüllhorst/Kreis Minden-Lübbecke

Innenpolitik ist aus Sicht von Herbert Reul eigentlich gar nicht so kompliziert. Am Ende gehe es schlichtweg darum, Probleme zu erkennen, zu benennen und Stück für Stück anzupacken. „Man muss den Leuten nicht den Himmel auf Erden versprechen. Aber das, was man verspricht, muss man halten“, sagte der NRW-Innenminister am Sonntagvormittag in der Hüllhorster Ilex-Halle.

NRW-Innenminister Herbert Reul (rechts) ist auf Einladung des CDU-Landratskandidaten Jörg-Michael Schrader zu einem sicherheitspolitischen Frühschoppen nach Hüllhorst gekommen. Mit dabei in der ersten Reihe: CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann. Foto: CDU Minden-Lübbecke

Der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende war auf Einladung des CDU-Landratskandidaten Jörg-Michael Schrader zu einem sicherheitspolitischen Frühschoppen in den Mühlenkreis gekommen. Unter der Überschrift „Mit Sicherheit durch bewegte Zeiten“ sprachen sie vor rund 140 Zuhörern über ihre Ziele im Bereich der Sicherheitspolitik.

Darunter waren auch einige Vertreter aus dem Katastrophenschutz – von THW über Feuerwehr bis hin zum DRK. Auch Hüllhorsts Bürgermeister Michael Kasche trug seine Feuerwehruniform, was für Begeisterung beim Minister sorgte: „Einen Bürgermeister in Uniform habe ich noch nie erlebt. Das ist der Knaller.“

Zuvor hatte Jörg-Michael Schrader unter anderem zur Gesundheitsversorgung Stellung bezogen und für eine wohnortnahe medizinische Versorgung in kommunaler Trägerschaft geworben. „Mit mir wird es keine Privatisierung der Mühlenkreiskliniken geben. Auch das gehört für mich zur Sicherheit in bewegten Zeiten dazu.“

Herbert Reul war am Sonntag zu Gast bei der CDU Minden-Lübbecke. Er sprach in der Hüllhorster Ilex-Halle. Foto: CDU Minden-Lübbecke

Sollte er am 15. Januar gewählt werden, wäre Jörg-Michael Schrader als Landrat auch oberster Chef der Kreispolizeibehörde. Er setzt da auf einen guten Mittelweg in der Zusammenarbeit. „So zu tun, als wüsste man als Außenstehender alles besser, ist falsch. Die Polizistinnen und Polizisten wissen ziemlich genau, was sie tun, da braucht es keine Belehrungen“, sagte er. „Sich komplett rauszuhalten, ist aber ebenfalls falsch.“ Es brauche daher ein ehrliches Miteinander. Was die Polizei betrifft, setzt er auf dezentrale Strukturen: „Der Mühlenkreis ist Flächenkreis und nur, wenn die Polizei auch in der Fläche präsent ist, fühlen sich die Menschen sicher.“

Sowohl der Landratskandidat als auch der Minister unterstrichen die Wichtigkeit eines starken Katastrophenschutzes und stellten sich hinter die Bedürfnisse der Sicherheitskräfte. „Wir müssen diesen Dank in politisches Handeln umsetzen“, sagte Jörg-Michael Schrader und plädierte unter anderem für eine moderne Ausstattung.

Ähnlich äußerte sich Herbert Reul, der von „wahren Helden“ sprach. „Wir haben Gesetze gemacht, wir haben den Polizisten mehr Rechte gegeben, wir haben die Ausstattung verbessert und wir haben mehr Personal eingestellt“, umriss er seine bisherige Bilanz. Als er 2017 in sein Amt kam, habe es Wachen mit Rattenbefall und ohne Duschen gegeben.  „Ich habe gewusst, dass wir das nicht auf einmal hinbekommen. Der Investitionsstau lag bei einer Milliarde. Mittlerweile haben wir zwei Milliarden investiert für die Polizei in der Fläche“, so Herbert Reul. „Wir sind aber noch lange nicht fertig“, sagte er ganz ehrlich.

Jörg-Michael Schrader, Landratskandidat der CDU im Kreis Minden-Lübbecke, war Gastgeber des sicherheitspolitischen Frühschoppens. Foto: CDU Minden-Lübbecke

Überhaupt sieht er Ehrlichkeit als hohes politisches Gut, wenn es darum geht, Vertrauen zu schaffen. Herbert Reul hält es für wichtig, Stück für Stück die Aufgaben abzuarbeiten und appellierte, „nicht nur dicke Sprüche zu machen“. Kommunalpolitik sei dafür die beste Schule, erinnerte sich Herbert Reul an seine politischen Anfänge. „Wenn Sie da dicke Sprüche machen und drei Tage später ist nichts passiert, dann haben Sie die Leute aber vor der Tür stehen, weil die zurecht sagen: „Was bist denn du für ein Schwätzer?‘“

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