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Dorfgemeinschaft Oberbauerschaft: Vortrag »Zukunft der Mobilität auf dem Lande«

2020 soll Car-Sharing kommen

Hüllhorst (WB/kk). Welche Möglichkeiten bieten sich künftig, auf dem Lande mobil zu sein? Dieser Frage widmete sich Sarah König von der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (MHV), Koordinatorin des Projekts »LandEi mobil«, in ihrem Referat. Auf großes Interesse stieß ihr Vortrag auf der Jahreshauptversammlung der Dorfgemeinschaft Oberbauerschaft.

Car-Sharing ist gerade für Menschen, die im ländlichen Raum wohnen und somit kein gutes ÖPNV-Angebot nutzen können, eine Möglichkeit, mobil zu bleiben und dabei auch noch den Geldbeutel zu schonen. Foto: dpa

Sarah König betonte, dass Mobilität nicht nur bedeute, wie man von A nach B komme, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erschwinglichen Kosten. Hier setze das Projekt »LandEi mobil« im Altkreis Lübbecke an, um ein flächendeckendes Tarifsystem in einer ländlichen Struktur ab 1. Mai dieses Jahres einzuführen. Mit diesem neuen Ticket könne man außer allen Buslinien auch die Bahn nutzen.

Zusätzlich werde zu einem vertretbaren Aufpreis die Vermietung von Pedelecs (E-Bikes) angeboten, um die zum Teil entfernt liegenden Haltestellen auf dem Land bequem zu erreichen. König: »Im Tarif enthalten ist auch der Transport der E-Bikes im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Mit dem E-Bike kann ich dann die gesamte Strecke zurücklegen, habe aber auch die Möglichkeit, Rad und Bus beziehungsweise Bahn zu kombinieren.«

Bestehende Fahrzeuge nutzen

Im Vergleich zur Stadt sei das ÖPNV-Angebot in den ländlicheren Regionen leider oft nicht optimal. So gibt es nach Angaben von Günter Obermeier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, in Oberbauerschaft nur eine Buslinie, die stündlich nur zu Spitzenzeiten fährt. Ansonsten bleibt nur das (Anrufsammel)-Taxi. »Einzelne Ortsteile werden in manchen Bereichen nur im Schulverkehr bedient.

Wegen der jeweiligen Finanzierungsvereinbarungen mit den Kommunen ist eine kurzfristige Verbesserung des ÖPNV-Angebotes schwer abzuschätzen«, so König. Deshalb plane man mittelfristig die Einführung eines Carsharing-Systems. Dabei sollten keine neuen Fahrzeuge angeschafft, sondern auf bestehende zurückgegriffen werden.

»Viele Verwaltungen und Dienstleister nutzen ihren Fuhrpark nur zu bestimmten Zeiten. Immer dann, wenn das betreffende Fahrzeug nicht gebraucht wird und unnütz auf dem Parkplatz steht, kann es einen guten und preiswerten Zweck erfüllen, indem es für Carsharing bereitgestellt wird«, erläuterte die Projektkoordinatorin. Durch Apps könne der Bürger auf seinem Handy auf einfache Weise erfahren, ob dieses Fahrzeug zur Verfügung stehe und wie lange er es nutzen könne.

Zwei Standorte in Oberbauerschaft

In der anschließenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass es in Hüllhorst bei knapp 14.000 Einwohnern rund 9.000 Autos gibt. Um Ressourcen zu schonen und den eigenen Geldbeutel zu entlasten, biete das Carsharing eine praktikable Alternative. Der Standort des Carsharing-Fahrzeuges müsse mit dem E-Bike bequem zu erreichen sein.

Wie sieht es mit einem Car-Sharing-Angebot in Oberbauerschaft aus? »Wir müssen uns da an den MHV halten, der das Ganze organisiert. Für 2020 ist dieses Angebot geplant«, sagte Günter Obermeier auf Nachfrage dieser Zeitung. Zwei Standpunkte für jeweils ein Car-Sharing-Auto seien im Dorf angedacht: für Beendorf der Parkplatz an der Grundschule Oberbauerschaft und für Niedringhausen der Wendeplatz nahe der Firma Knollmann Berufskleidung an der Oberbauerschafter Straße. Mit einem E-Bike ließe sich dann das Angebot kombinieren, um zu einem der Car-Sharing-Fahrzeuge zu gelangen.

»Wenn 20 Prozent der Oberbauerschafter das Car-Sharing nutzen würden, wäre das schon gut. Wir müssten dann in einer Testphase erstmal schauen, wie es angenommen wird. Das Ganze ist jedenfalls eine sparsame Art, mobil zu sein«, so Obermeier.

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