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Anne-Katrin Schwettmann, Inhaberin einer Hundeschule, blickt zuversichtlich nach vorn

Auf dem Platz kehrt wieder Leben ein

Hüllhorst (WB). Anne-Katrin Schwettmann ist Inhaberin der Hundeschule „Dorfschnauzen“ und Tiertrainerin. Auch sie und ihre Schüler und somit die Hunde sind vom Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie betroffen gewesen. Sie berichtet im Gespräch mit dieser Zeitung, wie es ihr ergangen ist und was jetzt gerade in ihrer Hundeschule passiert.

Andreas Kokemoor

Anne-Katrin Schwettmann, Inhaberin der Hundeschule „Dorfschnauzen“ und Tiertrainerin (hier mit Nini), freut sich, dass es nach der Corona-Krise die ersten Lockerungen gibt und sie wieder Kunden auf ihrem Platz begrüßen kann. Foto: Andreas Kokemoor

„Mein letzter Arbeitstag vor Corona war der 11. März“, sagt sie zurückblickend. Dann hätten die Dinge ihren Lauf genommen. „Ich habe sehr früh den Betrieb in der Hundeschule geschlossen. Es kam bei mir so etwas wie Angst auf“, sagt sie.

2018 selbstständig gemacht

Anne-Katrin Schwettmann (55) hatte sich erst 2018 nach langen Jahren als angestellte Hundetrainerin mit einer eigenen Hundeschule selbstständig gemacht und einen kleinen Kundenstamm aufgebaut. „Von jetzt auf gleich lag alles brach“, sagt sie. Nach der ersten Schockstarre habe sie zuerst überlegt, Online-Stunden anzubieten, sich dann aber dagegen entschieden. „Meine Schwerpunkte in der Hundeschule sind die Erziehung von Welpen und die gesunde Auslastung unserer Hunde über verschiedene Hundesportarten.“ Und dabei möchte sie gerne mitten drin sein.

Also hieß es warten und hoffen. Als es die ersten Lockerungen gab, taten sich Fragen auf. „Was ist eine Hundeschule? Bildungseinrichtung oder Dienstleister?“ Die Hundetrainerin schrieb das zuständige Ordnungsamt an. Nach ein paar Tagen bekam sie eine erfreuliche Antwort: „Ich bin Dienstleister und darf unter bestimmten Voraussetzungen wieder meine Dienste anbieten.“ Das macht sie inzwischen auch.

„Die notwendigen Voraussetzungen kann ich gut einhalten. Auch schon vor Corona habe ich in kleinen Gruppen trainiert“, erläutert sie. Damit erfüllt sie ein wesentliches Kriterium: In einem solchen Umfeld ist Abstand halten kein Problem. Noch darf sie keinen Gruppenunterricht im öffentlichen Raum betreiben, nur auf ihrem Platz. Auch Indoor-Unterricht ist noch nicht gestattet („Ich habe eine kleine Halle“). Aber mit diesen Beschränkungen kann sie gut leben. Erfreulicherweise kamen schnell die ersten Welpenbesitzer mit ihren Tieren wieder in die Welpenspielstunde.

„Welpenzeit ist wichtig”

Anne-Katrin Schwettmann blickt dennoch nachdenklich auf die Wochen zurück, in der kein Unterricht stattfinden konnte, und mahnt: „Gerade die Welpenzeit ist sehr wichtig für die Entwicklung der Hunde. Es wird sich erst in der Zukunft zeigen, ob es nachhaltige Auswirkungen auf Welpen hat, die in dieser Zeit so gut wie gar keinen Kontakt zu ihresgleichen hatten.“

Auch in den Erziehungskursen für erwachsene Hunde sei der Gruppenunterricht immens wichtig. So manch ein Hund „funktioniert” alleine ganz gut. Kommt dann aber die Ablenkung durch andere Hunde, geht gar nichts mehr. Das will trainiert werden.

Die Pause in den anderen Bereichen ihres Angebotes hält sie nicht für so gravierend. Die Hundeschule „Dorfschnauzen“ bietet einiges an Beschäftigung und Auslastung für den Hund an, wie zum Beispiel Agility, Tricksen, Hoopers und Mantrailing: alles aber nur auf der Spaß-Ebene ohne Wettkampf-Ehrgeiz. Bis auf Mantrailing, wo man sich im öffentlichen Raum mit mehreren Hund-Mensch-Teams trifft, kann alles wieder stattfinden. „Aber natürlich habe ich Angst vor den wirtschaftlichen Folgen. Wo wird dann am ehesten gespart? Dem kann man meiner Meinung nach nur mit Qualität die Stirn bieten, und das will ich versuchen zu tun“, sagt Anne-Katrin Schwettmann.

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