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Weiterer Schritt beim Projekt „Hüllhorst-Mitte“ – Kritik von FWG UHu

Bebauungsplan beschlossen

Hüllhorst (WB). Der Bebauungsplan Hüllhorst-Mitte ist in der jüngsten Ratssitzung als Satzung beschlossen worden. Es gab drei Gegenstimmen von den Grünen und zwei Enthaltungen von der Fraktion FWG UHu.

Kathrin Kröger

Ende August haben die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses das Gelände am alten Pfarrhaus im Ortskern von Hüllhorst in Augenschein genommen. Dort wurde das Konzept für den neuen Dorfplatz vorgestellt. Foto: Eva Rahe/Archiv

Für die Aufstellung des Bebauungsplanes ist ein beschleunigtes Verfahren zur Innenentwicklung durchgeführt worden. Darauf verwies Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs „Technik“, in der Sitzung. Dieses ermögliche eine Nachverdichtung. Geschaffen werden solle mit dem Projekt altengerechtes Wohnen und ein Ärztehaus, fasste Sassenberg nochmal die wichtigsten Eckpunkte zusammen. Für die Eingriffe in Natur und Landschaft müsse es rein rechtlich gesehen keinen Ausgleich geben. „Der Investor will aber so viel wie möglich erhalten“, sagte Sassenberg. Die Verwaltung mache die Ausschreibung für den Dorfplatz.

Referent Askan Lauterbach vom Planungsbüro nahm Stellung zum Schallschutz. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung war von zwei Anliegern die Errichtung einer Lärm- und Sichtschutzwand gefordert worden. „Wir haben das Gelände digitalisiert und Schallberechnungen gemacht – entsprechend der zu erwartenden Frequentierungen“, sagte Lauterbach. Das Resultat: Die Orientierungswerte der „DIN 18005 Verkehr“ an den untersuchten Immissionswerten (Alte Straße 9a und 9c) wurden eingehalten. Der Investor wolle sich dennoch mit den Nachbarn bezüglich eines Schall- und Sichtschutzes einigen.

FWG UHu: „Planung ist nicht tragbar“

Auf Nachfrage von Bürgermeister Bernd Rührup ging der Referent auch kurz auf das Thema Bepflanzung/Begrünung ein. Lauterbach: „Gewisse Bäume müssen wegfallen, dafür soll aber auch Ausgleich geschaffen werden.“

Lars Wunderlich (FWG UHu) stimmte gegen den Bebauungsplan. „Die Planung ist nicht tragbar.“ Eines der zweieinhalbgeschossigen Gebäude solle direkt vorm Kindergarten errichtet werden. Ein weiterer Mangelpunkt sei ebenso, dass das benachbarte Wäldchen gar nicht betrachtet werde. Zudem werde sich die Wohnbebauung nahe an einem Imbiss befinden, dessen Immissionswerte nicht berücksichtigt worden seien. Kritik übte Wunderlich auch daran, dass ein Teil der Stellplätze für den Imbiss wegfiele.

Susanne Sasssenberg entgegnete, dass der Imbiss für die Abluft einen Filter eingebaut haben muss. „Das ist somit in Ordnung.“ Auch etwaiger Kinderlärm durch den Kindergarten sei verträglich beziehungsweise zumutbar. Wunderlich kam nochmals auf die Stellplätze für den Imbiss zu sprechen. Er fürchtet ein Verkehrschaos, da der dortige Parkraum auf das minimal Vorgeschriebene eingeschränkt werde.

SPD sieht in Projekt große Chance für Hüllhorst

Jürgen Friese betonte: „Uns liegt am Erhalt der Bäume.“ Weitere Kritikpunkte: Ob es ein Ärztehaus geben werde, sei nach wie vor nicht klar, zudem befinde sich der Kindergarten direkt neben dem geplanten Wohnhaus. Außerdem betrachtete der Grünen-Fraktionsvorsitzende auch die Nutzung des Dorfplatzes als offen.

Erwin Heemeier (SPD) merkte zum Einwand der FWG UHu an, dass es keine Parkprobleme gebe, wenn man bereit sei, fünf Meter zu laufen. Parteigenosse und SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Picker sprach sich für das Vorhaben nach jetzigem Planungsstand aus. „Die Ersatzmaßnahmen sind ausreichend. Ich sehe in dem Gesamtprojekt für Hüllhorst eine große Chance.“ Zudem müsse die Gemeinde relativ geringe Mittel aufbringen. Auch die CDU plädierte für das prestigeträchtige Vorhaben. „Für die Infrastruktur ist es ein wichtiges Projekt“, sagte Fraktionsvorsitzender Michael Kasche und regte an, mit dem Investor bezüglich weiterer Anpflanzungen zu sprechen.

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