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AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland in der Ilex-Halle

Beifall, Fragen und Protest

Hüllhorst (WB). Flüchtlinge, Islam, Merkel und kurz noch der Euro – mit den bekannten Themen der AfD hat Alexander Gauland seine Anhänger in der Ilex-Halle hinter sich versammelt. In einer Fragerunde ging es dann auch um Gleichberechtigung oder die Wahlauszählung.

Friederike Niemeyer

Im zweiten Teil der AfD-Veranstaltung motivierte Kreissprecher Markus Wagner (vorne) die Zuhörer, Fragen an (von links) Landtagsabgeordneten Thomas Röckemann, Bundestagskandidat Jürgen Sprick und Redner Alexander Gauland zu stellen. Foto: Friederike Niemeyer

1,5 Millionen Flüchtlinge prognostiziert

Wie berichtet , erneuerte der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland seine Kritik an Äußerungen der Integrationsbeauftragen Aydan Özugus. Besonders viel Applaus erhielt der 76-Jährige, als er sich für verstärkte Abschiebung aussprach. »Für eine Völkerwanderung ist unser Asylrecht nicht gemacht«, sagte er und verwies auch auf die Preußenschlacht bei Minden von 1759 – seiner Ansicht nach ein Beispiel, »dass die Selbstbehauptung eines Staatswesens wichtig ist für sein Überleben«. Schon jetzt sei zu bemerken, dass sich Deutschland verändere, sagte er.

Gauland prognostizierte, dass bald 1,5 Millionen weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden. Grundlage hierfür ist die Zahl von bis zu 300 000 Syrern in Deutschland, die Anspruch auf Familiennachzug haben. Das Bundesamt für Migration rechnet hier mit durchschnittlich einem Nachzügler pro Flüchtling. Am Ende forderte Gauland die Zuhörer auf, bei der Bundestagswahl beide Kreuze für die AfD zu machen, »damit wir dieses Land behalten«.

Wagner fordert Neuauszählung der NRW-Wahl

Kreissprecher Markus Wagner erläuterte das Vorhaben der AfD, eine Neuauszählung der Landtagswahlstimmen zu erreichen. Es habe Unregelmäßigkeiten – auch in einem Hüllhorster Stimmbezirk – gegeben. Die Legitimität der Landesregierung sollte geprüft werden. Wagner rief auf, bei der Bundestagswahl »in den Wahllokalen darauf zu achten, dass das Auszählen gut verläuft«.

Dies griff ein Bürger in der Fragerunde auf. Er sei ein Wahlvorstand in Hüllhorst. Dass bei den Auszählungen nicht sauber gearbeitet werden, sei »eine Unterstellung«.

»Menschenwürde hochhalten«

Eine Zuhörerin wollte wissen, wie Direktkandidat Jürgen Sprick, der sich im jüdisch-christlichen Dialog engagiert, damit umgehe, dass im Umfeld der AfD immer wieder Nazi-Begriffe wie »Umvolkung« auftauchen. »Ich stehe klar dagegen«, sagte Sprick. »Wir wollen die Menschenwürde hochhalten.« Zum Thema Gleichberechtigung von Frauen sagte der Mindener Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann, es gebe in Deutschland keine Diskriminierung beim Einkommen, worauf Alexander Gauland dies auf den öffentlichen Sektor einschränkte. Röckemann meinte, dass inzwischen mehr Mädchen als Jungen Abitur machten, sie aber oft »eine andere Lebensplanung« hätten.

Während im Saal nach Polizeiangaben etwa 200 Menschen die Veranstaltung verfolgten, protestierten draußen lautstark, aber friedlich bis zu 250 Menschen »aus dem bürgerlichen Spektrum«, so die Polizei. Unter den Demonstranten war Ernst-Wilhelm Rahe, ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter aus Tengern. Er habe über Facebook etwa 50 Freunde zur Gegendemonstration eingeladen, die die Gruppe »Hüllhorst ist bunt« initiiert hat. Rahe zu Gauland: »Dass Hüllhorster ihn nicht da haben wollen, finde ich gut.«

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