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Zusammenlegung von Feuerwehrstandorten – Bürgermeister ruft zur Sachlichkeit auf

Bröderhauser gegen Stützpunkt Ost

Hüllhorst-Bröderhausen (WB). Massive Kritik an der Wehrführung der Gemeinde Hüllhorst üben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bröderhausen. Sie wehren sich gegen den Vorschlag der Leitung, einen gemeinsamen Stützpunkt für die Löschgruppen des Zuges Ost (Bröderhausen, Tengern und Schnathorst) zu schaffen.

Kathrin Kröger

Ein Teil der Aktiven und geehrten Kameraden der Ehrenabteilung der Löschgruppe Bröderhausen. Foto:

Geschlossen sprechen sich die Kameraden aus Bröderhausen gegen eine Zusammenlegung in Schnathorst aus. Das betonte der erste Vorsitzende Oliver Fricke bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Die Beweggründe zu dieser Entscheidung habe die Löschgruppe in Form einer schriftlichen Stellungnahme bei der Wehrführung eingereicht.

Grundsatzbeschluss im Dezember

Fricke: »Die Bröderhauser Kameraden gaben unter anderem die schlechte Erreichbarkeit Bröder-hausens von einem Standort im Schnathorster Industriegebiet zu bedenken.« Außerdem hätten sie die Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem bestehenden Ratsbeschluss hinterfragt.

Der Hüllhorster Rat hatte am 12. Dezember vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss zu Standorten von Feuerwehrhäusern in der Gemeinde gefasst. Für die Löschgruppen Bröderhausen und Tengern sowie für die Löschgruppen Hüllhorst und Holsen werde unter Beibehaltung der Eigenständigkeit der einzelnen Löschgruppen ein gemeinsamer Standort geplant.

Mit dem Beschluss wurde die Verwaltung beauftragt, Grundstücke, die nach gutachterlicher Meinung für den Bau von Feuerwehrhäusern geeignet sind, zu erwerben. Bürgermeister Bernd Rührup hatte in der Sitzung betont, dass es noch keine formale Beratung über die Grundstücke gegeben habe.

»Alle Beteiligten, von der Feuerwehr bis zu den Anliegern, werden wir in das Verfahren miteinbinden«, so Rührup im Dezember. Im Zuge dessen könnten auch Einwände und Bedenken geäußert werden.

»Keinerlei Kompromissbereitschaft«

Die Wehrleitung aber habe mit den Plänen eine gänzlich neue Entwicklung dargestellt, so die Bröderhauser. Fricke: »Am 29. Januar wurden die Löschgruppen des Zuges Ost kurzfristig von der Wehrführung zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Kameraden äußerten sich an dem Tag nicht zu den Ideen.

Daraufhin wurden die Kameraden der Löschgruppe Bröderhausen am 1. Februar auf ihrem Dienstabend von der Wehrführung besucht. In diesem Gespräch wurde von der Wehrführung keinerlei Kompromissbereitschaft zu einer alternativen Lösung der Standortfrage signalisiert.«

Der Vorsitzende erklärte in der Versammlung, dass sich, sollte der Vorstoß der Wehrführung Realität werden, die aktiven Kameraden der Löschgruppe Bröderhausen (derzeit 23) aus dem Feuerwehrdienst zurückziehen und sich fortan im Rahmen des bestehenden Vereins ihrem Engagement in der Dorfgemeinschaft Bröderhausen widmen würden.

Die fördernden Mitglieder zeigten sich solidarisch mit den Aktiven. Der ehemalige Ortsvorsteher Eckhard Müller sagte, dass die Feuerwehr Bröderhausen als treibende Kraft hinter vielen Aktivitäten für die Dorfgemeinschaft unabdingbar sei. Selbige werde sich hinter ihre Feuerwehr stellen.

Mehrere Grundstücke in Betracht gezogen

Bürgermeister Bernd Rührup sagte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass der Ratsbeschluss die Handlungsprämisse darstelle. Dieser habe auch schlussendlich zu entscheiden. Derzeit würden mehrere Grundstücke in Betracht gezogen. Relevant seien dabei Brandschutz-Aspekte, planungsrechtliche Faktoren und die Verfügbarkeit.

Feuerwehrintern sei die Idee eines Standortes Ost eingebracht worden. Seine Aufgabe als Bürgermeister sei, den Abstimmungsprozess zwischen Wehrführung und Politik zu moderieren und zu gestalten. »Alle sollten mit Ruhe, Bedacht und Sachlichkeit sowie ohne Zeitdruck an die Sache herangehen.«

Dass alle Beteiligten in das Verfahren miteinbezogen würden, bekräftigte er nochmals. In dieser Woche werde es eine Zusammenkunft von Wehrführung, Ältestenrat und Ortsvorstehern zu dem Thema geben.

Details im Laufe der Woche

Stefan Mehnert, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Hüllhorst, sieht einen gemeinsamen Stützpunkt für die Löschgruppen des Zuges Ost als alternativlos an. Die Wehrführung müsse den Fokus auf den langfristigen Erhalt der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr legen – für die nächsten 40/50 Jahre – und nicht auf örtliche Belange. »Es war zu erwarten, dass es erheblichen Gegenwind gibt«, sagte Mehnert im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Zusammenlegung von Standorten sei kein einfacher Prozess.

Der Stützpunkt Ost sei Gegenstand einer Diskussion und aus Sicht der Wehrführung die einzige Lösung. Und das aus vielerlei Gesichtspunkten: Personalstruktur und -entwicklung, Fahrzeugkonzept, Verteilung von Sonderaufgaben und Tagesalarm. Nach Ansicht Mehnerts ergeben sich aus einem Standort für drei Löschgruppen Synergien.

»So haben wir zum Beispiel die Fahrzeuge effektiv im Zugriff und können auch die zunehmenden Sonderaufgaben besser bewältigen.« Details zum Vorschlag der Wehrführung würden erstmals in dieser Woche der Politik vorgestellt.

Bedauernd äußerte sich Stefan Mehnert über die Aussagen der Bröderhauser Kameraden, sich im Falle eines Falles aus dem aktiven Dienst zurückzuziehen. »Wir möchten keinen verlieren.« Die Wehrführung werde weiterhin Gesprächsangebote machen.

Weiterer Bericht über die Jahreshauptversammlung folgt.

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