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20 positive Corona-Fälle am Benediktuspark in Schnathorst – politische Sitzungen auf Februar verschoben

Corona-Ausbruch im Altenheim

Hüllhorst

Ein Inzidenz-Wert von 399 und 110 aktive Corona-Fälle. Ursache für den jüngsten Anstieg bei den Neuinfektionen ist ein Covid-19-Ausbruch im Benediktuspark in Schnathorst. Die Gemeinde Hüllhorst ist somit derzeit einsamer Spitzenreiter im Kreis Minden-Lübbecke.

Kathrin Kröger

Im Schnathorster Zentrum für Seniorenbetreuung, dem Benediktuspark, wurden am Freitagabend 20 Corona-Infektionen via PCR-Test festgestellt. Foto: Andreas Kokemoor

Von der Pressestelle der „Benediktuspark Zentrum für Seniorenbetreuung GmbH“ in Hannover wurde gestern auf Nachfrage der Corona-Ausbruch im Schnathorster Altenheim (91 Mitarbeiter/101 Bewohner) bestätigt. Ein Mitarbeiter sowie 19 Bewohner hätten sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies habe am Freitagabend ein PCR-Test ergeben. Die vorherigen PoC-Tests (Schnelltests) seien negativ gewesen. Über die Ursache könne noch nichts gesagt werden, so die Pressestelle. In der Einrichtung habe es eine erste Impfung gegeben und zwar am 16. Januar – geimpft wurden 50 Mitarbeiter und 86 Bewohner. Unter den nun positiv getesteten Personen sind nach Angaben der Einrichtung 15 geimpfte Bewohner. Seit Samstag gebe es im Schnathorster Seniorenheim einen Besucherstopp. Welche Schritte werden nun außerdem noch unternommen? „Alle Maßnahmen gemäß Hygienekonzept“, heißt es knapp seitens der GmbH.

Hüllhorsts Bürgermeister Michael Kasche (CDU) sagt Sitzungen ab. Foto:

Die Entwicklung der Corona-Zahlen in Hüllhorst treibt auch Bürgermeister Michael Kasche um. Die bereits von der vergangenen Woche in diese Woche verschobenen politischen Sitzungen hat er deshalb abgesagt – zudem werden auch der Rat und der Gemeindeentwicklungsausschuss nicht tagen.

Die Verwaltung teilte dazu am Montagmorgen mit: „Im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens werden die parlamentarischen Sitzungen in dieser Woche abgesagt und um drei Wochen verschoben. Die Sitzungen am Mittwoch – Betriebsausschuss (17 Uhr), Haupt- und Finanzausschuss (17.15 Uhr) und Gemeinderat (17.30 Uhr) – werden auf Mittwoch, 17. Februar, verschoben – und der Gemeindeentwicklungsausschuss auf Donnerstag, 18. Februar. Die jeweiligen Tagesordnungen bleiben bestehen.“

Michael Kasche sagte am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er nicht einerseits die Baptisten-Gemeinde dazu anhalten könne, keine Präsenz-Gottesdienste zu feiern, andererseits aber in dieser Situation zu politischen Sitzungen einladen könne. „Wir müssen auch der Öffentlichkeit gegenüber reagieren.“ Die Sitzungen könnten natürlich nicht ewig aufgeschoben werden. „Sonst müssen wir damit rechnen, dass wir von der Kommunalaufsicht irgendwann die Gelbe Karte gezeigt bekommen“, so Kasche. Beispielsweise werde es mit der Aufstellung des Regionalplans eng. Womöglich gebe es jedoch landesweit eine Fristverlängerung diesbezüglich. „Das würde uns Luft geben, schließlich soll das Thema ja auch ausführlich politisch diskutiert werden können.“

Mit Blick auf die immer angespanntere Corona-Lage in Hüllhorst konstatierte der Bürgermeister, dass die Kommune in den vergangenen zwölf Tagen nie unter einem Inzidenz-Wert von 250 gelegen habe. „253 war der niedrigste Wert in dieser Zeit.“ Durch die Neuinfektionen, die allein am Wochenende für Hüllhorst gemeldet wurden, „wurden wir hochgepusht und werden wohl auch noch die Marke von 400 reißen“, so Kasches Einschätzung.

Mit umso mehr Sorge oder auch Unverständnis wird von etlichen Hüllhorster Bürgern wahrgenommen, dass die Baptisten-Brüdergemeinde in Oberbauerschaft an ihren Präsenz-Gottesdiensten festhält. Der Bürgermeister bestätigte, dass ein solcher auch am vergangenen Wochenende im Bethaus nahe der B239 gefeiert worden sei. Diese Gottesdienste müssten bei der Verwaltung angemeldet werden, sagte Kasche. Verboten werden könnten sie nicht. Bislang habe die Gemeinde Hüllhorst keine Verstöße gegen die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes festgestellt. „Wir werden weiterhin unregelmäßig und unangekündigt kontrollieren, ob die hygienischen Maßnahmen eingehalten werden. Wir werden da nicht nachlässig werden und weitere Erfahrungswerte aufnehmen“, betonte der Bürgermeister.

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