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Hüllhorster Ausschuss empfiehlt Vollzeitstelle mit den Arbeitsbereichen Streetwork und Jugendförderung

Dem Vandalismus zuvorkommen

Hüllhorst

Die Vandalismus-Fälle haben sich in der Vergangenheit in Hüllhorst wieder gehäuft. Erschütterung lösten nicht zuletzt die Zerstörung des Bücherschranks der Buchhandlung Hüllhorst, die mit Böllern gesprengten privaten Briefkästen und die Brandstiftung am Pavillon der Grundschule Schnathorst aus.

Kathrin Kröger

Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen führt oftmals zu enthemmter, mitunter aggressiver Stimmung. Auch hier könnte man präventiv tätig werden. Foto: Harald Iding

Um die Problematik in den Griff zu bekommen, hatte die CDU nicht nur zu erhöhter Aufmerksamkeit der Bürger aufgerufen, sondern auch eine Videoüberwachung der Sportplätze beantragt.

Das ging den Grünen nicht weit genug. Ihr Antrag: die Schaffung einer Streetworker-Stelle. Im Ausschuss für Bildung, Sport, Familie und Kultur wurde das Thema am Donnerstagabend intensiv diskutiert. Dana Rohlfing von den Grünen erläuterte den Antrag ihrer Fraktion. Eine Videoüberwachung sei nicht zielführend und nachhaltig genug. Zudem träfen sich die Jugendlichen nicht nur an den Sportplätzen.

„Wichtiger und sinnvoller wäre es, einen Streetworker einzustellen, der sich präventiv um die Jugendlichen an den bekannten Orten kümmert“, heißt es in dem Schreiben der Grünen. Ein Streetworker könne an den „Hotspots“ auf die Jugendlichen eingehen und somit die Ursachen von Vandalismus nachhaltiger als jeder Polizeieinsatz bekämpfen. Ein Streetworker könne außerdem präventiv beraten, um Alkohol- und Drogenkonsum Einhalt zu gebieten. „Zudem kann durch eine solche Stelle mehr Jugendarbeit im Nachmittags- und Abendbereich geleistet werden“, so Rohlfing. Die Tätigkeit eines Streetworkers könne nicht von Schulsozialarbeitern oder Inte­grationsbeauftragten übernommen werden. Den Grünen ginge es darum, dass die Taten erst gar nicht begangen würden.

Bürgermeister Michael Kasche

Bürgermeister Michael Kasche sagte, er habe Gespräche mit der Hüllhorster Jugendförderin Franziska Homann und dem Bezirksbeamten Joachim Gildehaus geführt. Sie hielten einen Streetworker nicht für angebracht, sondern würden diese Aufgaben eher im Bereich der Jugendförderung ansiedeln. „Man sollte dafür im Haushalt eine halbe Stelle, auf zwei Jahre begrenzt, einstellen. Dann sind wir flexibler“, sagte Kasche.

Andreas Jaeger (CDU) merkte an, dass die Union den Ausführungen von Michael Kasche folgen würde. „Generell hat der Antrag der Grünen aber zum Nachdenken angeregt.“ Marie-Luise Rahe (SPD) monierte fehlende Informationen – zu Kosten, Stundenanzahl, genauem Aufgabengebiet. „Die SPD hat daher noch Beratungsbedarf“, sagte Rahe, die einen Streetworker für angebracht hält („nicht nur in Großstädten“) und ferner eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen anregte. „Wir werden die Zahlen liefern“, entgegnete der Bürgermeister.

Es sei teilweise nur eine Frage der Begrifflichkeit. „Wir sind uns aber einig, dass wir etwas machen müssen.“ Und: Angesprochen werden müssten alle Jugendlichen durch eine neu geschaffene Stelle.

Ausschussmitglied Dana Rohlfing (Hüllhorster Grüne)

Nach einer fünfminütigen Sitzungsunterbrechung schlug Andreas Jaeger vor, angesichts des Bedarfs eine zunächst auf zwei Jahre begrenzte Vollzeitstelle zu schaffen, bestehend aus zwei Arbeitsbereichen – Streetwork und Jugendförderung. „Mit dieser alternativen Idee können wir sehr gut leben“, sagte Dana Rohlfing. Ausschussvorsitzende Dietlind Scheding (CDU) sagte, dass das Tätigkeitsfeld noch genau definiert werde. Einstimmig sprach sich das Gremium für den Vorschlag der CDU aus. Mit dieser Beschlussempfehlung geht es in die nächste Ratssitzung am Donnerstag, 25. März (17.30 Uhr, Ilex-Halle). Sollte es dort ein positives Abstimmungsergebnis geben, würde die Stellenausschreibung erfolgen. „Wünschenswert wäre eine Besetzung zum Sommer“, sagte Michael Kasche auf Nachfrage.

Jörg Rümpel, Leiter der Gesamtschule Hüllhorst, hatte nach der Unterbrechung berichtet, dass sich die Jugendlichen auf dem Schulgelände treffen und dann ausschwärmen würden – vornehmlich in der Zeit zwischen 18 und 24 Uhr sowie an den Freitag- und Samstagabenden. „Sie trinken Alkohol oder konsumieren andere Drogen und aus dieser Stimmung heraus passiert dann etwas.“ Rümpel hält eine interkommunale Zusammenarbeit für sinnvoll, da etliche Personen auch aus Lübbecke und Bad Oeynhausen stammten.

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