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Jörg Hoffmeister vom Hüllhorster Bauhof zieht Bilanz des Winterdienstes nach dem Schneewochenende

„Der größte Einsatz seit 20 Jahren“

Hüllhorst (WB)

Jörg Hoffmeister, Teamsprecher des Bauhofs der Stadt Hüllhorst, hat jetzt im Ausschuss für Bevölkerungsschutz und Rettungswesen einen ausführlichen Sachstandsbericht zum Winterdienst gegeben. Hierbei ging er auf rechtliche Voraussetzungen, die Vorbereitungen des Bauhofs und den teilweise gefährlichen Einsatz bei Sturmtief Tristan ein.

Eva Rahe

In einer Präsentation für den Fachausschuss erläuterte Jörg Hoffmeister, wie der Bauhof den Winterdienst gemeistert hat. Schon vor dem großen Schnee war ein Räumfahrzeug von der Straße abgekommen – Totalschaden. Es fehlte dann während des Schneewochenendes. Foto: Eva Rahe

Gleich zu Beginn machte er deutlich: „Der Winter ist ein heikles Thema, wenn er denn mal kommt.“ Und er kam. Am 6. und 7. Februar brachte Tief Tristan einen Schneesturm mit Schneeverwehungen und Frost in den Mühlenkreis. Darauf war der Bauhof vorbereitet. Allerdings gab es schon vor dem eigentlichen Wintereinbruch einen Tiefschlag. Denn das Tremo, ein kleines Räumfahrzeug, war eine Woche vorher bei Blitzeis von der Straße abgekommen und hatte Totalschaden erlitten. „Da wir nicht so schnell an Ersatzteile kommen konnten, mussten wir einen Radlader umbauen“, erklärte Hoffmeister.

Grundsätzlich vergibt der Bauhof einen Teil der zu räumenden Bereiche an externe Anbieter. So wurde zum Beispiel das Räumen der Bezirke Oberbauerschaft, Ahlsen, Holsen oder Schnathorst an Landwirte übergeben. Durch den Schaden des Tremos wurden noch zwei weitere Landwirte angefragt. Auch habe sich die Gemeinde auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet, so Jörg Hoffmeister. Dieser sei aber glücklicherweise nicht eingetreten.

Mit den tatsächlichen Räumarbeiten sei der Bauhof schon in der Nacht zum Sonntag angefangen, obwohl das eigentlich zwecklos gewesen sei. „Davon konnte man schon kurze Zeit später gar nichts mehr sehen“, sagte Hoffmeister. Trotzdem hätten sie versucht, die wichtigsten Standorte, wie zum Beispiel die Feuerwehrgerätehäuser, frei zu räumen.

Anzumerken sei, dass nur bestimmte Straßen und Wege aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen geräumt werden müssten. Hierzu zählen vor allem Straßen und Gehwege, die verkehrsbedeutend sind. Zu den verkehrswichtigen Straßen zählt die Stadtverwaltung Straßen mit hoher Verkehrsbelastung, Durchgangsstraßen, Zufahrten zu Industriegebieten und Feuerwachen sowie Straßen mit ÖPNV-Linien. Das Räumen in Siedlungsgebieten gehöre natürlich auch dazu, sie kämen aber erst an die Reihe, wenn der Rest geräumt sei.

Durch das große Ausmaß der Schneemengen und vor allem die Schneeverwehungen habe der Bauhof eine überdurchschnittliche Auslastung gehabt. „Wir haben versucht, die wichtigen Durchfahrtsstraßen frei zu halten. Allerdings konnten wir in Siedlungsgebieten teilweise nicht räumen, weil es, vor allem nachts, mit den großen Fahrzeugen nicht ging und für die Mitarbeiter zu gefährlich gewesen wäre“, erklärte Hoffmeister. Hierbei müsse festgehalten werden, dass sich auch große Räumfahrzeuge festfahren könnten. Deshalb sei ein Traktor nur zum Bergen der anderen Fahrzeuge eingesetzt worden. Insgesamt seien 15 Kommunalfahrzeuge unterwegs gewesen sowie weitere Fahrzeuge der Dienstleister.

Ein weiterer Einsatzort war die telefonische Besetzung des Bauhofs. Alleine am Sonntag seien mehr als 80 Anrufe eingegangen. Zwei Mitarbeiter hätten sich dort abgewechselt. Dies sei notwendig gewesen, da die Mitarbeiter teilweise persönlich angegriffen worden seien.

Nachdem sich die Lage etwas entspannt habe, sei man daran gegangen, zu schauen, in welchen Bereichen Flachdächer von öffentlichen Gebäuden vom Schnee geräumt werden mussten und wo Flugschnee auf Dachböden eingedrungen sei. Auch hier seien an zwei Tagen drei Mitarbeiter im Einsatz gewesen.

Zum Abschluss zog Jörg Hoffmeister das Fazit, dass dies der größte Einsatz im Winterdienst seit 20 Jahren gewesen sei. Dabei wäre deutlich geworden, dass es besser sei, auf kleinere Fahrzeuge zu setzen, denn bei großen Fahrzeugen bestünde immer die Gefahr, dass beim Räumen etwas kaputt ginge. Insgesamt sei der Bauhof aber gut vorbereitet gewesen für den Winterdienst, auch die Zusammenarbeit mit den eingesetzten Unternehmen und Landwirten habe gut und zuverlässig funktioniert. Bürgermeister Michael Kasche bedankte sich für den Einsatz des Bauhofes: „Ein riesengroßes Dankeschön an die Kollegen, die Dienstleistungsunternehmen und die Feuerwehr, die in dieser Situation alles Menschenmögliche getan haben.“

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