1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Huellhorst
  6. >
  7. „Der Wald braucht Solidarität“

  8. >

Aufforstungsaktion „Bäume fürs Leben“ von Paul Gauselmann – weitere Pflanzungen

„Der Wald braucht Solidarität“

Hüllhorst/Lübbecke (WB/ria). Festes Schuhwerk war ein Muss: Am Dienstagnachmittag ging es vom Wanderparkplatz in Ahlsen (Sonnenbrink) mit dem Planwagen von Willi Oevermann mitten in den Wald in Nettelstedt. Der Anlass: Mit dem Projekt „Bäume fürs Leben“ möchte Unternehmer Paul Gauselmann ein Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel setzen. Nun werden die nächsten Setzlinge in die Erde gebracht.

Bäume fürs Leben: Unternehmer Paul Gauselmann (2. von links) und Heiner Rupsch (rechts) vom Verein Trinkwasserwald präsentieren die Fläche, auf der die 8000 Bäumchen gepflanzt werden. „Frau Wasser“ (Wiebke Wackermann) und „Herr Wald“ (Markus Bölling) begleiteten die Aktion mit einer eindrucksvollen Performance, die die enge Verflechtung von Wald und Wasser hervorhob. Foto: Ria Stübing

Anlässlich seines 85. Geburtstags im Frühjahr hat Paul Gauselmann die Initiative ins Leben gerufen und gemeinsam mit dem Verein Trinkwasserwald die ersten Pflanzaktionen gestartet. Für jedes Lebensjahr spendet Gauselmann 1000 Laubbäume. Für den Auftakt der deutschlandweiten Aufforstungsaktion wurde eine Pflanzfläche im Kreis Minden-Lübbecke ausgewählt, da auch die Wälder im Kreisgebiet infolge des Klimawandels massiv geschädigt wurden. 10.000 der insgesamt geplanten 85.000 Laubbaumsetzlinge sollen auf einer Fläche von 3,6 Hektar im Wiehengebirge in die Erde gebracht werden. Bereits Ende März hatte das Pflanzteam von Trinkwasserwald mit dem Einsetzen der ersten Bäume begonnen, konnte jedoch aufgrund der warmen Wetterverhältnisse und der damaligen Corona-Beschränkungen nur 2000 der geplanten 10.000 Setzlinge ausbringen.

Jetzt, wo es weitergehen soll, macht Corona der Aktion schon wieder einen Strich durch die Rechnung. „Eigentlich wollten wir eine Mitarbeiteraktion veranstalten, aber wegen der aktuellen Beschränkungen dürfen nur maximal zwei Personen hier arbeiten“, sagte Mario Hoffmeister, Leiter des Zentralbereichs Kommunikation bei Gauselmann.

Bislang 2000 Rotbuchen gepflanzt

Daran, dass die vorgesehene Gesamtanzahl von 10.000 Bäumen auf der Nettelstedter Fläche bis Ende April kommenden Jahres angepflanzt ist, glaubt Paul Gauselmann fest. „Ich bin mir sicher, wir können am Ende des nächsten Frühjahrs Vollzug melden“, zeigt sich der Gründer von „Bäume fürs Leben“ optimistisch.

„Der Wald braucht Solidarität“, appelliert Heiner Rupsch, Vorsitzender von Trinkwasserwald, an die Anwesenden. Warum das so ist, fasst er zusammen: „W(Wir) A (alle) L(leben) D(davon).“ Der gemeinnützige Natur- und Umweltschutzverein fördert den standortgerechten Waldbau, um damit langfristig Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern. Durch die gezielte Unterpflanzung von Nadelwald-Monokulturen mit wärmetoleranteren Laubbäumen soll der Grundwasserertrag im Bundesmittel um 800.000 Liter pro Hektar vermehrt werden. Ein Mischwald mit standortgerechtem Baumartenmix verringere zudem das Risiko von Klimaextremen und verbessere die Stabilität des Waldökosystems.

Die Auswahl der Pflanzen erfolgt in enger Abstimmung mit Förster Peter Heidmeier. Im Frühjahr wurden beispielsweise 2000 Rotbuchen in die Erde gebracht. Heidmeier dankte Paul Gauselmann für sein Engagement und überbrachte Grüße vom Forstamt. Er unterstrich noch einmal die Notwendigkeit, bei der Auswahl der Pflanzen zur Aufforstung auf deren Wärmeresistenz zu achten, da der vergangene Sommer mit seinen hohen Temperaturen dem heimischen Nadelwald extrem zugesetzt habe.

Große Baumbestände zerstört

Durch die Trockenheit habe der Borkenkäfer ideale Bedingungen vorgefunden und große Baumbestände unwiederbringlich zerstört. „In einigen Monaten wird sich Ihnen der Wald ganz anders präsentieren, viele Flächen müssen gerodet werden“, sagte Heidmeier.

In einer tänzerischen Performance, untermalt von sakralen Klängen, tauchten zum Abschluss des Ortstermins „Herr Wald“ und „Frau Wasser“ aus dem Unterholz auf und verdeutlichten spielerisch, wie wenig sie ohne einander existieren können. „Darum bitten wir euch nun, für uns etwas zu tun“, bat das ganz in den Farben Grün und Blau gewandete Paar am Ende seines Tanzes die Runde der Zuschauer: „Pflanzt junge Bäume, so tut ihr was für uns, für euch, ja, für das Leben!“ Die beiden professionellen Schauspieler Wiebke Wackermann und Markus Bölling sind seit zwölf Jahren fester Bestandteil der Pflanzaktionen von Trinkwasserwald.

Startseite