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Olaf Struckmeier aus Hüllhorst: „Ausbildung ist mein Leben“

Er bildet seit mehr als 20 Jahren den Nachwuchs bei der Feuerwehr aus

Hüllhorst/Minden (WB/pcw). Es geht wieder aufwärts! Nicht nur fürs Auto auf der Hebebühne der Ausbildungswerkstatt im Handwerks-Bildungszentrum (HBZ) in Minden, sondern auch für Ausbilder Olaf Struckmeier aus Hüllhorst am Schalter. „Ausbildung ist mein Leben“, sagt der 51 Jahre alte Kraftfahrzeugmechaniker-Meister. Und er bildet nicht nur Nachwuchs im Handwerk aus – als Brandoberinspektor schult er für die Kreise Minden-Lübbecke und Herford den Nachwuchs, unter anderem den der freiwilligen Feuerwehren. Für das Institut der Feuerwehr in Münster ist er zudem als Prüfer tätig.

Für Olaf Struckmeier geht es wieder aufwärts: Als Ausbilder mit Leib und Seele kann er endlich wieder den Nachwuchs im Kfz-Handwerk schulen – eine Aufgabe, die ihm seit mehr als 20 Jahren viel Freude bereitet. Foto: Christian Weber

Rund sechs Wochen Zwangspause als Ausbilder sind für Olaf Struckmeier jetzt zumindest im HBZ zu Ende gegangen: Seit Montag, 11. Mai, wird die überbetriebliche Ausbildung fürs heimische Kfz-Handwerk wieder hochgefahren. Zwar konnten Olaf Struckmeier und seine beiden Kollegen die vergangenen Wochen dazu nutzen, um in Werkstatt und Büro Arbeiten zu erledigen, für die zuvor kaum Zeit geblieben ist – doch alle sind froh, wenn wieder Leben an den diversen Ausbildungsplätzen herrscht.

Ein „Schrauber“ ist er schon als Kind gewesen

Dies gilt besonders für Olaf Struckmeier. Denn: „Stillstand ist Rückschritt.“ Das möchte er für den Nachwuchs nicht – weder im Handwerk noch für die Feuerwehren. Und er ist auch aus einem anderen Grund gerne Ausbilder: „Man bleibt dabei selber fit im Kopf.“

Ins Handwerk zu gehen war für den 51-Jährigen fast selbstverständlich. Denn wer als Jugendlicher viel Zeit beim Nachbarn auf einem Bauernhof verbringt, für den gehört der Umgang mit Technik und eigenem „Schrauben“ zum Alltag. Nach der Schule machte er ein Praktikum im früheren Autohaus Niedringhaus, das 1985 in ein Ausbildungsverhältnis zum Kraftfahrzeugmechaniker führte. 1988 legte er seine Gesellenprüfung ab und vier Jahre später seine Meisterprüfung. Am 1. Oktober 1999 wechselte er als Ausbildungsmeister ins HBZ.

Die Ausbildungsinhalte haben sich verändert

Seit mehr als 20 Jahren bildet Olaf Struckmeier somit inzwischen den Werkstatt-Nachwuchs fürs Kfz-Gewerbe aus. „Früher lagen die Schwerpunkte mehr auf Motorentechnik und Karosseriebau, inzwischen müssen mehr elektronische Fähigkeiten vermittelt werden.“ Doch die Ausbildung zum heutigen Kraftfahrzeugmechatroniker bleibe ein vielseitiger Beruf mit Zukunft. Daran ändere auch die zunehmende Elektromobilität nichts. Zumal aus seiner Sicht auch die Verbrennungsmotoren nicht verschwinden werden. Insbesondere der Dieselmotor – für den er Spezialist im HBZ ist – werde in vielen mobilen Verwendungen nicht einfach ersetzt werden können.

Dies gilt seinen Erfahrungen zufolge nicht zuletzt im Rettungswesen und Katastrophenschutz – wenn Mobilität und Energieversorgung kurzfristig bereitgestellt werden müssen, weil herkömmliche Versorgungslinien nicht oder nicht mehr verfügbar sind. Bereits als Jugendlicher ist Olaf Struckmeier in die Freiwillige Feuerwehr in Hüllhorst eingetreten. Das war vor 37 Jahren. Seine Ausbildung im Handwerk erleichterte ihm, sich für feuerwehrtechnische und taktische Aufgaben bis zum Brandoberinspektor weiterzuqualifizieren und als Lehrgangsleiter und Prüfer tätig zu werden. So bildet er Gerätewarte der Feuerwehren in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford aus und gehört zum Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke, der bei großen Schadensereignissen und Katastrophen koordinierend tätig wird.

Struckmeier betreut 60 bis 80 Azubis pro Jahr

Sein Wissen und seine Erfahrung führten ihn auch in den Arbeitskreis Technik der Feuerwehren im Land Nordrhein-Westfalen, weshalb er zu Referaten auf Fachtagungen eingeladen wird. Seine Überlegungen und Ausarbeitungen im Bereich Feuerwehrtechnik haben beim Thema „AdBlue“ sogar Eingang in die bundesweiten Empfehlungen für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) gefunden.

Wann es für Olaf Struckmeier als Ausbilder für Feuerwehrmänner wieder los geht, ist noch nicht sicher – aber im HBZ kann er wieder sein Engagement für den Nachwuchs leben: Rund 60 bis 80 Auszubildende pro Jahr erwarten von ihm, dass er dazu beiträgt, dass sie ihre Gesellenprüfungen bestmöglich schaffen.

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